Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

"Housing First": Ein neues Leben für Obdachlose

Vor fünf Jahren wurde mit „VinziDach“ ein Projekt gestartet, das Obdachlosen hilft ihren Weg zurück in die eigenen vier Wände und somit in ein geregeltes Leben zu finden. Schlüssel – Wohnung – Betreuung, sind die drei Säulen von „Housing First“.

2015 hatten etwa 1.500 Menschen keinen dauerhaften Wohnsitz. Zehn Prozent davon lebten auf der Straße und hatten auch nicht die Möglichkeit in einer Ersatzunterkunft unterzukommen. In den letzten fünf Jahren wurde vielen Obdachlosen in Salzburg ein neues Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht.

"Housing First" in den USA erfolgreich

In den USA läuft das „Housing First“ bereits seit den 1990ern erfolgreich und konnte vor allem in Boston große Erfolge erzielen. In Europa fiel der Startschuss vor zehn Jahren, vor fünf Jahren wurde „Housing First“ auch in Salzburg unter dem Namen „VinziDach“ umgesetzt. Träger des Projekts in der Landeshauptstadt ist die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg.
„Housing First“ hat sich zur Aufgabe gemacht, der Wohnungslosigkeit ein dauerhauftes Ende zu setzten und den Menschen zu helfen, ein eigenständiges Leben aufzubauen. Es wird versucht, diejenigen, die durch diverse Umstände aus dem System fallen, bei der Wohnungssuche zu unterstützen, so Heinz Schoibl von Helix, der bei der Einführung von „Housing First“ in Salzburg unterstützend tätig war.

Nicht alle haben Anspruch auf Wohnung

Doch nicht jeder Obdachlose in Salzburg hat Anspruch auf eine Wohnung. Der Anteil der Obdachlosen wird immer größer, sucht man Hilfe bei dem Projekt, muss man mindestens ein Jahr, beziehungsweise in fünf Jahren mehrmals, obdachlos sein. „Es gibt rechtliche Hindernisse“, so Schoibl gegenüber SALZBURG24. Denn auch wenn zwischen dem Träger, der Stadt Salzburg und den gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften eine Vereinbarung besteht, müssen die Antragsteller seit drei oder mehr Jahren in der Stadt Salzburg anspruchsberechtigt sein.

Situation von Frauen problematisch

Die Anspruchsberechtigung ist vor allem für Frauen ein Problem, die es etwa nach einer gewalttätigen Beziehung vom Land in die Stadt zieht, so Schoibl. Auch wenn es Alternativen zu „Housing First“ gibt, besteht dennoch auch dort oftmals dasselbe Problem.

Aktiv auf Obdachlose zugehen

Die Mitarbeiter von „VinziDach“ gehen aktiv auf Obdachlose zu. Wenn die formalen Ansprüche erfüllt werden, helfen sie eine passende Wohnung zu finden und überreichen den Schlüssel in ein neues Leben. Es ist wichtig, dass die Wohnung sofort bezogen und nicht erst noch in ein Ersatzquatier ausgewichen wird, berichtet Schoibl.
Schlüssel, Wohnung und Betreuung sind die drei Grundpfeiler des Projekts. Die Obdachlosen bekommen einen Schlüssel zu einer eigenständigen Wohnen, in deren Mietvertrag sie auch als Mieter angeführt sind, und werden zusätzlich noch betreut, um den Weg zurück in ein geordnetes Leben zu finden.

Kaum Probleme in den Wohnungen

„VinziDach“ stellt im Jahr fünf bis zehn Wohnungen in Salzburg zur Verfügung und übernimmt auch die Betreuung der neuen Mieter. „Es gibt kaum einen Obdachlosen, der keine eigene Wohnung haben möchte“, so Schoibl.  In den letzten fünf Jahren gab es mit 99 Prozent der Betreuten keinerlei Probleme, weder mit den Mitbewohnern, noch in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Projekts.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 01.03.2021 um 01:34 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/housing-first-ein-neues-leben-fuer-obdachlose-53701240

Kommentare

Mehr zum Thema