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Hundezwinger in Liefering erhitzt weiter die Gemüter

Die Hunde im Zwinger in Liefering - bei Temperaturen bis zu 35 Grad im Freien. Tierschutz Minerva
Die Hunde im Zwinger in Liefering - bei Temperaturen bis zu 35 Grad im Freien.

Der Fall einer umstrittenen Hundehaltung  im Salzburger Stadtteil Liefering (SALZBURG24 hat berichtet) lässt weiter die Anwohner, Passanten und Tierschützer auf die Barrikaden steigen.

Rund vier Wochen nach Bekanntwerden der Zwingerhaltung von zwei kleinen Hunden (ein Dackel und Chihuahua) gingen in der SALZBURG24-Redaktion wöchentlich Anrufe von besorgten Anwohnern und Passanten ein, die über die aktuellen Umstände der beiden Hunde berichten: „Die Hunde verharren bei Temperaturen um die 35 Grad, bis zu 24 Stunden am Tag im Freien. Jedes Mal wenn ich dort vorbeigehe, dann springen die Hunde an den Zaun und beginnen kläglich zu Winseln.“, so eine besorgte Anwohnerin im Gespräch mit SALZBURG24. Zudem würden die Besitzer den Hunden nicht genügend Auslauf geben und ihnen zum Teil nur lieblos das Futter hinstellen, so die schweren Vorwürfe der Passantin.

Ordnungsamt: „Hunde wären längst tot“

Auf Anfrage beim Salzburger Ordnungsamt weist Christian Schwarz, unter anderem zuständig für Tierschutz und Veterinärrecht, diese Vorwürfe zurück: „Wir kontrollieren dort immer wieder und gehen auch jeder Beschwerde, die uns erreicht, ernsthaft nach. Die Haltebedingungen sind im gesetzlichen Rahmen (Zwingerhaltung ist in Österreich erlaubt) – im Zwinger befindet sich eine isolierte Hundehütte, in die sich die Tiere bei Kälte und Hitze zurückziehen können. Die Hunde sind in gesundem Zustand, würde es ihnen wirklich so schlecht gehen, wären sie schon längst tot.“

Tierquälerei in Aigen

Zudem sei die Haltung der beiden Hunde „meilenweit“ von Tierquälerei entfernt, das Salzburger Ordnungsamt sei täglich mit massiven Problemen konfrontiert, sagt der Stadtbeamte. So berichtet Christian Schwarz über Tier-Beschlagnahmungen in der Stadt Salzburg: „Beschlagnahmungen gehören bei uns zum Tagesgeschäft. Kürzlich erreichte uns eine Beschwerde, dass im Salzburger Stadtteil Aigen zehn Hasen unter widrigsten Bedingungen in einer kleinen Wohnung gehalten würden. Wir sind hingefahren, dort bot sich ein schockierendes Bild: Die Wohnung war total vermüllt, die Hasen waren komplett unterernährt und verkotet, zudem reagierten sie untereinander aggressiv – einige von ihnen hatten Bisswunden von anderen Tieren, andere haben sich selbst verletzt.“ Die Hasen wurden sofort beschlagnahmt.

Auch wenn das OA in Extremsituationen von Tierhaltung sofort reagiert, bleiben Tierschützer in weniger akuten Fällen kritisch: „Es ist traurig, dass die Gesetzgebung offenbar keinen Handlungsbedarf in Fällen, wie zum Beispiel bei den beiden Hunden in Liefering, sieht. Ich habe das Gefühl, es muss wirklich immer erst zum Äußersten kommen, ehe etwas geschieht.“, sagt Elfriede Stankovic vom Tierschutzverein Minerva.

(Quelle: S24)

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