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Immer mehr Salzburger spenden in ihrem Testament

Die Salzburger vererben nicht mehr nur an ihre Familie, sondern bedenken nach ihrem Ableben auch immer öfter gemeinnützige Organisationen. Fünf Prozent der Salzburger haben einen Teil ihres Erbes bereits für den guten Zweck gespendet. Damit sind sie um einiges spendenfreudiger als der Durchschnitt in Österreich. Ob für Tiere, Kinder oder die Umwelt: Gutes Tun beim Ableben wird immer beliebter.

Tatsächlich wissen viele aber nur wenig darüber, wie das Vererben in Österreich gesetzlich geregelt ist. Eine Umfrage des Market Instituts ergab, dass sich 50 Prozent der Österreicher beim Thema Testament als eher weniger bis gar nicht gut informiert bezeichnen. Auch haben nur 30 Prozent der über 40-Jährigen überhaupt ein Testament.

"Gutes Testament" in Salzburg beliebt

Diejenigen, die ein Testament haben, vererben jedoch immer mehr an gemeinnützige Organisationen. Fünf Prozent der Salzburger denken auch in ihrem letzten Willen an den guten Zweck, österreichweit ist das bis jetzt nur ein Prozent. Dafür können sich 13 Prozent vorstellen, künftig für den guten Zweck zu vererben, in Salzburg sind das sogar 21 Prozent. Damit liegen sie im Spitzenfeld.

Drei bis sieben Organisationen werden bedacht

Darüber informiert die Initiative "Vergissmeinnicht". Sie setzt sich seit 2012 für das "gute Testament" ein und vereinigt 78 gemeinnützige Organisationen. Dabei werden durchschnittlich drei bis sieben Einrichtungen bedacht und großteils moderate Vermögen zwischen 50.000 und 100.000 Euro vererbt. Jene, die in ihrem Testament spenden, sind tendenziell eher religiös, alleinstehend und weiblich. Oft sind diese Menschen auch schon zuvor Unterstützer dieser Organisationen gewesen.

Jeder zehnte Spendeneuro wird vererbt

Und die Spenden werden mehr: 2017 wurden insgesamt 60 Millionen Euro zu karitativen Zwecken vererbt. Das sind beinahe zehn Prozent des gesamten Spendenaufkommens in Österreich, das 2017 gesamt 630 Millionen Euro betrug. "Jeder zehnte Spendeneuro wird also mittlerweile über Testamente gespendet", weiß Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands Austria und Initiator von "Vergissmeinnicht". Zum Vergleich: 2014 wurden insgesamt 15 Milliarden Euro vererbt. Aufgrund der demografischen Entwicklung in Österreich sollen es 2050 bereits 30 Milliarden sein.

Darum spenden Salzburger im Testament

Das Hauptmotiv für ein gemeinnütziges Testament ist in Salzburg die gute Tat: 50 Prozent der Salzburger wollen auch nach ihrem Tod etwas Gutes tun. Österreichweit wollen 15 Prozent mit einem gemeinnützigen Testament in Erinnerung behalten werden und 23 Prozent der Befragten vermeiden, dass ihr Vermögen an den Staat geht. Die Republik verdient jährlich mehrere Millionen Euro mit erblosen Nachlässen, von 2012 bis 2015 waren es laut Bund zwölf Millionen. Pro Jahr gibt es 900 Nachlässe, für die sich keine Erben finden lassen.

Die bedachten Organisationen sind vielfältig: Es wird für Kinder gespendet, für Tiere, die Umwelt, aber auch Bildungs-, Kunst- und Kultureinrichtungen werden in Testamenten berücksichtigt. Größere Projekte werden laut "Vergissmeinnicht" erst durch eine Erbschaft möglich.

Notar erster Ansprechpartner bei Testamenten

Derzeit sind in Österreich 1,75 Millionen Testamente registriert. Hauptgründe für die Salzburger, ein Testament zu erstellen, sind ein gutes Gefühl der Ordnung und, dass man Streit zwischen den Angehörigen vermeiden will.

Tiroler und Burgenländer reden nicht gerne über Testament

Der Umgang mit dem eigenen Erbe unterscheidet sich in den Bundesländern. Spitzenreiter sind die Oberösterreicher. Dort haben 42 Prozent der Menschen ein Testament, während es in Tirol nur 16 Prozent sind. Den Tirolern und den Burgenländern ist das Thema auch am unangenehmsten, am wenigsten wissen die Vorarlberger über das "Gute Testament". Bei der Testamentserstellung ist der Notar in ganz Österreich erster Ansprechpartner. In Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark ist der Gang zum Notar am stärksten etabliert. In Wien verlässt man sich am häufigsten auf die gesetzlichen Regelungen.

Aufgerufen am 14.12.2018 um 01:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/immer-mehr-salzburger-spenden-in-ihrem-testament-60219460

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