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Innenstadtsperre: Padutsch kontert Wirtschaftsbund

Die Innenstadtsperre bzw. Mittagsregelung gilt noch bis 17. August. FMT-Pictures/M.W.
Die Innenstadtsperre bzw. Mittagsregelung gilt noch bis 17. August.

Die heftige Kritik seitens des Wirtschaftsbundes an der Innenstadtsperre will Verkehrs- und Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) nicht auf sich sitzen lassen.

Es werde sich erst zeigen, ob die konkreten Zahlen - Kommunalsteuer/Umsatzsteuer - das bestätigen, was behauptet wird, meinte der Stadtrat am Donnerstag.

"Ich habe das Gefühl, da wird viel Schindluder getrieben. Was soll der Wirtschaftsbund, als Hauptgegner der Regelung, auch anders behaupten", so Padutsch.

Neues Verkehrskonzepte diskutieren

In den nächsten Wochen startet ein Diskussionsprozess "in großer Runde samt Einbeziehung des Regionalverkehrs". Bis zum Herbst wolle seine Abteilung einen Evaluierungsbericht vorlegen und dann die nächsten Schritte setzen, sagte Padutsch. "Ich bin auch schon sehr neugierig auf die Vorschläge, die von mehreren Seiten angekündigt wurden. Wir werden sehen, ob sich unser Ziel, nämlich maximale Erreichbarkeit der Altstadt, aber keine Durchfahrt, hier wiederfindet." Bereits im Frühjahr 2013 wolle er eine Lösung haben, die dann möglichst das ganze Jahr gelte, kündigte der Stadtrat an.

Innenstadtsperre endet am Freitag

Die Verordnungen zur Innenstadtsperre und zum "Schlechtwetter-Staumanagement" (16. Juli bis 17. August) in der Stadt Salzburg laufen am Freitag aus. Padutsch zeigte sich mit dem Ergebnis "bisher durchaus zufrieden". Es sei gelungen, durchschnittlich 180 bis 200 Parker zusätzlich auf den Park&Ride-Platz "Messe" zu bringen. An Schlechtwettertagen seien täglich rund 600 Kombitickets beim Messe- plus Flughafenparkplatz verkauft worden. Die "Schlechtwettersperre" wurde laut Informationszentrum der Stadt an vier Tagen verhängt. Die Touristen wurden in ihren Autos an drei Juli-Tagen ab 10.00 Uhr und heute ab 11.00 Uhr auf die beiden Park&Ride-Plätze abgeleitet.

Padutsch: "Hervorragende Rückmeldungen"

Nach Anfangsschwierigkeiten war die Altstadtgarage "auch an kritischen Tagen immer gut gefüllt", resümierte Padutsch weiter. Die Obusse seien schneller und mit mehr Fahrgästen unterwegs gewesen. "Da haben wir hervorragende Rückmeldungen erhalten. Auch die Regionalbusse und S-Bahn verzeichneten Zuwächse." Den Nächtigungen in der Altstadt (plus sieben Prozent) habe das Verkehrsmanagement jedenfalls nicht geschadet, viele Gäste hätten den zusätzlichen Freiraum begrüßt, betonte der Verkehrsstadtrat.

Massiver Stau am Donnerstag

Einsatzkräfte hatten am Donnerstag - es war auch die Schlechtwettersperre in Kraft - allerdings von Staus auf den Einfahrtsstraßen Münchner Bundesstraße bei Salzburg Mitte in Richtung Freilassing (D) und Innsbrucker Bundesstraße bei Salzburg West und beim Flughafen sowie auf der Maxglaner Hauptstraße berichtet. Die Schlechtwettersperre wurde heute aus Sicht der Verkehrsplaner zu spät verhängt.

"Umsatzloch in der Mittagszeit"

Der Altstadtverband stand der Mittagsregelung bis zuletzt ablehnend gegenüber. "Was bleibt, ist ein Umsatzloch vor allem in der Mittagszeit und ein enormer Imageschaden", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Es gebe innovativere Wege zur Lösung des Verkehrsproblems, wie etwa Einbahnregelungen. Um eine gründliche Bilanz ziehen zu können, die neben den finanziellen Auswirkungen auch die Folgen für das Image untersucht, hat der Altstadtverband "eine umfangreiche Studie bei einem renommierten österreichischen Marktforschungsinstitut in Auftrag gegeben". In spätestens zwei Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Wiederholung der Innenstadtsperre?

"Wir müssen raus aus den ideologischen Grabenkämpfen hin zu einer sachlichen Diskussion um verträgliche Lenkmaßnahmen des Verkehrs", sagte Altstadtverbands-Obmann Werner Salmen. Vorschläge, wie etwa die Einführung einer Umweltzone, müssten ausreichend in Bezug auf die Wirksamkeit und die Auswirkung auf die Wirtschaft evaluiert werden. Auch die Wirtschaftskammer (WK) Salzburg hatte sich vehement gegen die mittägliche Innenstadtsperre ausgesprochen. "Morgen, Freitag, ist der Mittagssperren-Murks endlich vorüber und darf sich so nicht mehr wiederholen", forderte am Donnerstag WK-Präsident Julius Schmalz. (APA)

(Quelle: S24)

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