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"Gemeinsam wachsen"

Salzburger über die Erfahrungen mit Patenkind

JoJo sucht Paten für Kinder psychisch kranker Eltern

Paten für Kinder psychisch kranker Eltern Verein JoJo
Der Verein JoJo sucht in Salzburg noch Patinnen und Paten für das Projekt "Gemeinsam wachsen".

Kinder von psychisch kranken Eltern werden in Salzburg vom Verein JoJo unterstützt. Patinnen und Paten verbringen Zeit mit den Kindern und entlasten die Eltern. Ein Salzburger, der seit zwei Jahren ein Patenkind betreut, hat uns von seinen Erfahrungen erzählt.

Die Einladung zum Infoabend des Vereins – ein solcher findet auch am heutigen Montag statt – hätte ihn und seine Frau damals auf das Projekt aufmerksam gemacht, erzählt er im Gespräch mit SALZBURG24. Zum Schutz der Kinder möchte die Familie lieber anonym bleiben. Nur so viel: Das Ehepaar lebt im Süden Salzburgs und hat selbst ein fünfjähriges Kind.

Eineinhalb Jahre bis zur Patenschaft

„Wir konnten uns danach gut vorstellen, das auch zu machen.“ Wichtig war den beiden, dass ihr Patenkind ungefähr gleich alt wie der eigene Nachwuchs ist. „Eine 14-Jährige könnte mit unserem Familienprogramm wohl wenig anfangen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Eineinhalb Jahre hat es schließlich gedauert, bis die passende Patenschaft gefunden war. In dieser Zeit hat das Ehepaar den Verein kennengelernt, viele Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, sich aber auch mit anderen Patinnen und Paten ausgetauscht. „Als angehende Paten war der Austausch wichtig für uns, man bekommt von den erfahrenen Leuten sehr viel mit.“

Familienprogramm mit Patenkind

Von der längeren Wartezeit sollte man sich nicht abschrecken lassen. „Der Verein schaut wirklich, dass es gut abgestimmt ist und auch hält.“ Das wichtigste für die Patenkinder seien Kontinuität und Stabilität. Das sei das Ziel der Patenschaft, ist der Salzburger überzeugt. Generell hätten sie ihr Patenkind ins Familienleben integriert. Gemeinsam essen, spielen, vorlesen oder auch einmal ein Besuch im Museum oder auf dem Spielplatz stehen am Programm. „Der einzige Unterschied für uns ist, dass wir im Museum für zwei Kinder zahlen und am Spielplatz zwei, statt einem Eis kaufen.“ Der finanzielle und zeitliche Aufwand sei deshalb kaum spürbar.

"Kein anonymer Zahlschein"

Kinder auf ihrem Lebensweg zu begleiten mache eine große Freude und sei mit ein Grund, warum sich die Eheleute engagieren. „Wir wollten im direkten Umfeld helfen.“ Und von den Kindern bekomme man sehr viel zurück. „Das ist kein anonymer Zahlschein, sondern man holt sich einen Menschen in sein Leben“, sagt der Salzburger. Und es ist eine längerfristige Sache: „Das Ziel meiner Frau ist, auf der Hochzeit unseres Patenkindes zu tanzen.“

Patin und Pate kann jeder werden. „Man sollte gern in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen und selbst Kontinuität und Ruhe im Leben haben.“ Ihm ist noch wichtig hervorzuheben: „Als Pate wird man nie alleingelassen, es ist ein sehr vertrauensvoller, lustiger und familiärer Umgang mit dem Verein.“ Zudem lernt man auch die Eltern der Patenkinder kennen, es gäbe regelmäßig gemeinsame Treffen.

JoJo-Projekt "Gemeinsam wachsen"

Vor vier Jahren hat JoJo das Projekt „Gemeinsam wachsen“ initiiert. „Ziel ist es, den Kindern eine zusätzliche gesunde, stabile erwachsene Bezugs- und Vertrauensperson zur Seite zu stellen. Durchschnittlich einen Halbtag pro Woche verbringen die Kinder mit ihrem Paten”, sagt Heidemarie Eher, Geschäftsführerin des Vereins. Derzeit warten mehrere Kinder auf eine Patenschaft, insbesondere im Raum Salzburg Stadt und Flachgau werden dringend engagierte Menschen gesucht.

Am Montag, 17. Februar, lädt der Verein wieder zu einem Infoabend ein. Los geht es um 18.30 Uhr in der Lessingstraße 6 in der Stadt Salzburg. Um Anmeldung wird gebeten, per E-Mail an jojo@hpe.at oder telefonisch unter +43 664 16 33 497.

(Quelle: SALZBURG24)

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