Jetzt Live
Startseite Stadt
Stimmung optimistisch

So tickt Salzburgs Jugend

92 Prozent nehmen Corona-Maßnahmen ernst

Jugendliche Salzach Barbara Gindl/APA
Die Jugend in Salzburg leidet zunehmend unter den wenigen Sozialkontakten, bleibt aber optimistisch. (ARCHIVBILD)

1.006 Jugendliche aus Stadt und Land Salzburg haben in den letzten Wochen den Online-Fragebogen der Jugendstudie der Stadt Salzburg ausgefüllt. Heute wurden die Ergebnisse präsentiert, die das Bild einer gestressten, aber zugleich optimistischen Jugend zeichnen.

Nach dem Salzburger Jugendreport 2020 des Vereins Akzente veröffentlicht die Stadt Salzburg nun anlässlich der Corona-Pandemie erstmals ebenfalls eine Studie über das Wohlbefinden von Salzburgs Jugend. Unter dem Motto „Du bist uns ned wuascht!“ wurden dazu von Ende Februar bis Anfang April 1.006 Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren mittels Online-Umfrage zu ihrer derzeitigen Situation und ihren Wünschen befragt.

 

Jugendliche nehmen Corona ernst

Am Donnerstag präsentierte die Stadt Salzburg die Ergebnisse in einem Online-Pressegespräch. Insgesamt gebe es viel zu freuen, aber auch „den ein oder anderen Schlag in den Magen“, meint Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ), die die Jugendstudie in Auftrag gegeben hat.

Ernestine Berger vom Institut für Grundlagenforschung betont vor allem, wie verantwortungsbewusst sich die Jugend angesichts der Pandemie zeigt. Über 92 Prozent der Befragten gaben an, sich immer oder fast immer an die Maßnahmen zu halten. Beinahe jeder zweite Jugendliche habe aber Angst, dass ein Familienmitglied schwer am Coronavirus erkranken könnte.

Jugend will sich impfen lassen

Von der Impfbereitschaft der Jugend ist Berger überrascht: „Auch die Jungen, die es derzeit noch nicht betrifft, machen sich Gedanken.“ Über die Hälfte der Zwölf- und 13-Jährigen wollen sich auf alle Fälle oder eher impfen lassen. Mit steigendem Alter steigt auch die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen, in der Altersgruppe „21 plus“ zeigen sich drei Viertel dazu bereit.

 

Den Optimismus verloren habe Salzburgs Jugend in der Pandemie nicht, meint Hagenauer. 58 Prozent der Jugendlichen blicken zuversichtlich in die Zukunft. Schön sei außerdem, dass viele von innigeren Verhältnissen in den Familien berichten: „Die Beziehungen zu Eltern und Geschwistern haben sich verbessert.“

Kontakte vermehrt im digitalen Raum

Insgesamt wirke sich die Pandemie trotz Optimismus aber deutlich auf das Wohlbefinden der Jugendlichen aus, so Berger. In allen Altersgruppen gaben vier von fünf Umfrageteilnehmern an, dass sie sich vor Corona gut oder sehr gut gefühlt haben. Derzeit sind es nur noch 38 Prozent, zeigen die Ergebnisse. Jedes zweite Mädchen fühlt sich derzeit überfordert, jeder dritte Bursche ebenso. Auch Stress und Einsamkeit empfinden die Jugendlichen stärker als vor der Pandemie. Um dem entgegenzuwirken, greifen viele auf Social Medias zurück, fast ein Drittel der Befragten nutzt soziale Medien nun länger als fünf Stunden täglich.

Ältere mit Freizeitangeboten weniger zufrieden

Den in Salzburg gebotenen Freizeitangeboten stehen vor allem die jüngeren Altersgruppen positiv gegenüber. 58 Prozent der Befragten im Alter von zwölf bis 13 Jahren geben an, dass es in Salzburg genügend oder eher genügend Einrichtungen für Jugendliche gibt. Mit steigendem Alter sinkt dieser Anteil: In der Altersgruppe von 14 bis 15 Jahren empfinden nur noch 45 Prozent die Angebote als ausreichend. Bei den über 21-Jährigen sind weniger als ein Drittel mit den angebotenen Freizeiteinrichtungen zufrieden. Stark durchgeklungen sei der Wunsch nach mehr Frei- und Kreativräumen, berichtet Paul Laireiter, Jugendbeauftragter der Stadt Salzburg.

Mädchen unsicherer als Burschen

Erfreulich findet Hagenauer, dass mit insgesamt 78 Prozent der Großteil der befragten Jugendlichen angibt, gerne oder sehr gerne im Land Salzburg zu leben. Jene 598 Befragten, die in der Stadt Salzburg wohnen, zeigen sich außerdem recht zufrieden mit ihren Stadtteilen: Vier von fünf befragten Jugendlichen fühlen sich in ihrem Wohngebiet eher wohl oder sehr wohl, zeigen die Ergebnisse der Umfrage.

Sicher fühlen sich in der Stadt Salzburg 72 Prozent der befragten Jugendlichen. Berger betont hier aber den deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Knapp ein Drittel der weiblichen Umfrageteilnehmer gebe an, sich auf Wegen durch die Stadt nicht oder nur teilweise sicher zu fühlen. Bei den männlichen Befragten seien es zehn Prozent weniger, die Burschen fühlen sich also deutlich sicherer als die Mädchen. Insgesamt fühle sich die Jugend außerdem weniger sicher als erwachsene Salzburger, so Berger.

 

Laireiter, Jugendbeauftragter der Stadt Salzburg, freut sich über das positive Feedback, das von jungen Menschen nach der Umfrage kam. Es sei im letzten Jahr viel über Jugendliche gesprochen worden, aber zu wenig mit ihnen, meint er. Für die Möglichkeit, ihre Wünsche äußern zu können, hätten sich die Jugendlichen sehr dankbar gezeigt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 11.05.2021 um 08:14 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/jugend-stadt-salzburg-praesentiert-stimmungsbild-102473146

Kommentare

Mehr zum Thema