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Jugendschutz: Salzburger Solarien fallen durch

Nur in fünf von 29 Solarien im ganzen Bundesland wurde der Testperson der AK der Eintritt verwehrt Bilderbox
Nur in fünf von 29 Solarien im ganzen Bundesland wurde der Testperson der AK der Eintritt verwehrt

2010 wurde der Jugendschutz in Solarien verschärft. Salzburgs Solarienbetreiber dürften diese Regelung nach einem AK-Test nicht allzu ernst nehmen.

Der Solariumgebrauch unter Dreißig erhöht das Risiko zwei bis drei Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken schließlich ums 2,4fache. In Salzburg nehmen es die Solariumbetreiber locker: Nur in fünf von 29 Solarien im ganzen Bundesland wurde der Testperson der Salzburger Arbeiterkammer (AK) der Eintritt verwehrt. Einmal aber nur, weil der Proband nicht Mitglied wurde. In drei Studios kam ein funktionierendes E-Card-System zum Einsatz. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wieder einmal wird der Schutz der Jugend zu lax gehandhabt. Wir stellen den Sündern jetzt die Rute ins Fenster!“

Im Mai und Juni untersuchte die AK 33 Fitness- und Sonnenstudios. Es ging darum, ob die Jugendschutzbestimmungen für die Solariennutzung dort ernst genommen werden. Vier waren geschlossen. Sieben der insgesamt 33 Einrichtungen befinden sich im Pinzgau, neun im Pongau und Lungau sowie weitere neun im Tennen- und Flachgau. In der Stadt Salzburg wurden acht Studios geprüft.

16-Jähriger führte Studios vor

Die Testperson der AK war 16 Jahre alt, ein Schüler des Realgymnasiums Sankt Johann im Pongau. Der Bursche wurde in Begleitung seiner Mutter zu den Solarien gefahren, nahm die Erhebung dann aber alleine vor. Dabei fragte er zuerst, ob er überhaupt in einem Sonnenstudio sei. Dann nach dem Preis und eventuellen Sonderangeboten. „Natürlich wollte unser Proband auch wissen, ob er die Sonnenliegen sofort benutzen könne“, sagt AK-Konsumentenschützer Peter Niedermayr. „Wir haben außerdem besonders darauf geachtet, dass die Testperson auch wirklich aussieht wie 16 und nicht wie 18 oder 19. Streng genommen muss aber auch bei Personen, die bereits volljährig scheinen, das Alter kontrolliert werden“, so Niedermayr weiter.

Alter wurde nur fünfmal kontrolliert

Das Zeugnis des Experten für die Einrichtungen fällt jedenfalls schlecht aus: „Unsere Testperson wurde zwar überall nach dem Hauttyp gefragt, um die Dauer der Benützung des Solariums zu bestimmen. Aber nur fünf Mal verlangte das Personal eine Altersauskunft. In vier dieser Sonnenstudios erhielt der 16-Jährige dann mit Verweis auf die gesetzlichen Regeln letztendlich keinen Zutritt. Einmal wurde er nur nicht eingelassen, weil er kein Mitglied werden wollte“, so Niedermayr.

Hohe Strafen möglich

Vier weitere Solarien waren Selbstbedienungsanlagen mit einer Alterskontrolle durch die E-Card. Allerdings funktionierte diese Kontrolle bei einem Automaten nicht. Man konnte ihn einfach durch Münzeinwurf aktivieren. „Außerdem kann so ein System leicht überlistet werden, wenn man die Karte einer anderen Person benutzt“, warnt Peter Niedermayr.

Die Rechtslage ist jedenfalls klar. „Seit September 2010 ist die Nutzung gewerblicher Solarien für Personen unter 18 verboten“, so Niedermayr. „Auf dieses Verbot muss angemessen hingewiesen werden – und es ist vom Betreiber durchzusetzen!“ Verstöße können mit Verwaltungsstrafen bis zu 2.180 Euro geahndet werden.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 15.09.2019 um 11:05 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/jugendschutz-salzburger-solarien-fallen-durch-41588689

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