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Junge Linke Salzburg

Riesen-Banner zu Frauenmorden in der Mozartstadt

“Nehmt ihr uns EINE, antworten wir ALLE!”

JungeLinkeSalzburg_Frauenmorde.gif Junge Linke ©Sarah Pansy
Junge Linke Salzburg macht auf die steigende Anzahl an Frauenmorden in Österreich aufmerksam.

Anlässlich des letzten Mordes an einer Frau in Wien machen die Jungen Linke Salzburg auf das Problem mit einem riesigen Banner aufmerksam.

Salzburg

In Österreich wurden in diesem Jahr bereits neun Frauen ermordet. Zuletzt fiel eine junge Frau in Wien ihrem Ex-Partner zum Opfer. Zwei Wochen zuvor wurde ein Frauenmord in Niederösterreich verübt. Die zunehmende Zahl zeichnet sich bereits mehrere Jahre ab. In der EU ist Österreich Spitzenreiter bei Frauenmorden.

Das Zuhause als gefährlicher Ort

In Österreich erfährt jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt. 90 Prozent davon passiert im engen Familien- und Bekanntenkreis. Gleichzeitig bekommen aber Frauenhäuser immer weniger Unterstützung. „Das macht das eigene Zuhause zum gefährlichsten Ort für Frauen.”, so Sara Sturany, Aktivistin von Junge Linke Salzburg, und weiter „In der Corona-Krise steigt häusliche Gewalt noch mehr an, da viele mehr Zeit zuhause verbringen und Konflikten schlechter aus dem Weg gegangen werden kann. Die Gewalt wird damit aber auch unsichtbarer.” Auch dass Frauen meist ein geringeres Gehalt bekommen und nicht finanziell unabhängig sind, verstärke das Problem.

Frauenhäuser bieten Schutz

Wenn Frauen häusliche Gewalt erfahren, bieten Frauenhäuser Schutz. Die finanzielle Situation von Frauenhäusern in Österreich ist aber nach wie vor prekär. Der Ausschuss für die Rechte der Frau im Europäischen Parlament 1987 und die Istanbul Konvention empfehlen einen Platz pro 10.000 Einwohner:innen. Bundesweit gibt es in Österreich nicht einmal 800 Plätze. Welche Präventionsmaßnahmen es in Salzburg im Detail gibt, das hat sich Jana Pröller in ihrem heutigen Artikel angesehen.

"Frauen brauchen Schutz"

Wenn Frauen keinen Schutz finden, sind sie der Gewalt ausgesetzt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben Aktivist:innen von Junge Linke Salzburg vergangenen Samstag einen Banner an der Lehener Brücke präsentiert. Die Botschaft: „Nehmt ihr uns EINE, antworten wir ALLE!”. Sie wollen damit erreichen, dass das Problem nicht ungesehen bleibt. Sturany dazu: „Uns ist bewusst, dass dies nur ein kleiner Schritt ist. Um häusliche Gewalt zu verhindern braucht es größere Maßnahmen, wie mehr Förderungen für Frauenhäuser, Männerberatungsstellen und die Ausbildung und Sensibilisierung von Polizist:innen.” Um diese Maßnahmen zu erreichen müsse zuvor ein Bewusstsein darüber herrschen.

(Quelle: SALZBURG24)

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