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Kinderbetreuungsgeld NEU: Das ändert sich für Salzburgs Eltern ab 1. März

Das Kinderbetreuungsgeld wird auf neue Beine gestellt. Die bisherigen vier Pauschalmodelle werden in ein flexibles Kinderbetreuungsgeldkonto umgewandelt: Mit fixem Betrag und frei wählbarer Bezugsdauer. Neu ist ein Partnerschaftsbonus, wenn sich Vater und Mutter die Betreuung teilen. Was sich für Salzburgs Eltern sonst noch ändert, gibt's hier im Überblick für euch zusammengefasst.

Mit dem neuen Kinderbetreuungsgeldgesetz erhalten alle Eltern, deren Kinder ab 1. März geboren werden, die Möglichkeit, die erste Zeit mit ihren Kindern flexibler zu gestalten: Dafür werden vier der fünf bisherigen Bezugsvarianten in einem pauschalen Kinderbetreuungsgeld-Konto zusammengeführt. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bleibt als weitere Option bestehen. Gerda Klingenbrunner: „Das schafft mehr Gerechtigkeit, weil alle Eltern einen gleich hohen Gesamtbetrag erhalten und sie die Dauer des Kindergeldes selber bestimmen können.“

Auswahlung zwischen 365 und 1.063 Tagen frei wählbar

Die Bezugsdauer ist innerhalb eines Zeitrahmens von 365 Tagen bis 1.063 Tagen frei wählbar. Dabei steht den Eltern ein pauschaler Gesamtbetrag von 15.449 Euro zur Verfügung. Damit der Anspruch auf den vollen Betrag gegeben ist, müssen sich beide Elternteile an der Betreuung beteiligen. Ansonsten reduziert sich das Kindergeld auf 12.360 Euro sowie die maximale Gesamtbezugsdauer auf 851 Tage. Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung gleichmäßig auf (zumindest im Verhältnis 60:40), dann erhalten sie einen Partnerschaftsbonus in der Höhe von 1.000 Euro. „Mit diesen Maßnahmen soll die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung gefördert werden“, sagt die AK-Expertin. „Aus aktuellen Zahlen geht nämlich hervor, dass nur einer von fünf Männern im Vorjahr die Möglichkeit auf Kinderbetreuungsgeld in Anspruch nahm.“

Die Höhe des täglichen Kinderbetreuungsgeldes variiert je nach gewählter Bezugsdauer. „Bei der kürzesten Bezugsdauer, der sogenannten Grundvariante, erhält jeder Elternteil 33,88 Euro und bei der längsten Bezugsdauer 14,53 Euro täglich“, so Klingenbrunner.

Familienzeit für Väter kommt

Neu ist auch, dass Väter im Rahmen der "Familienzeit" (bzw. Papa-Monat) direkt nach der Geburt ihres Kindes zwischen 28 und 31 Tage lang durchgehend zu Hause bleiben können. Dafür gibt es 22,60 Euro pro Tag. Auf die gesamte Dauer gerechnet sind das bis zu 700 Euro. „Rechtsanspruch gibt es auf die Familienzeit keinen, der Arbeitgeber muss zustimmen“, so Gerda Klingenbrunner.

Beratungstage in der AK Salzburg für werdende Eltern

„Das neue System des Kinderbetreuungsgeldes bleibt weiterhin sehr komplex. Deshalb ist die Wahl der richtigen Bezugsvariante sehr wichtig. Es drohen sonst finanzielle Einbußen“, so Gerda Klingenbrunner. „Obwohl die Kindergeld-Reform erst am 1. März in Kraft tritt, ist schon jetzt das steigende Interesse bei Salzburgs Eltern zu spüren. Fast jede zweite telefonische Beratung im Sozialversicherungsreferat der AK dreht sich um dieses Thema – Tendenz steigend!“

Damit werdende Eltern nicht den Überblick verlieren, können sie sich in der Arbeiterkammer Salzburg beraten lassen. Zusätzlich finden in den Bezirksstellen Pinzgau und Pongau Spezialberatungstage zum neuen Kinderbetreuungsgeld statt –Terminvereinbarung unter 0662 8687-302.

Termine: Spezialberatungen in AK-Bezirksstelle

·         Do, 16.03.2017 ·         10 – 18 Uhr ·         AK Bischofshofen
·         Do, 20.04.2017 ·         10 – 18 Uhr ·         AK Zell am See
·         Do, 18.05.2017 ·         10 – 18 Uhr ·         AK Bischofshofen
·         Do, 22.06.2017 ·         10 – 18 Uhr ·         AK Zell am See

Die wesentlichen Neuerungen im Überblick

  • Anstelle der bisherigen starren pauschalen Bezugsvarianten gibt es künftig ein flexibles Kinderbetreuungsgeld-Konto, bei dem die Eltern selber entscheiden können, wie lange sie das Kinderbetreuungsgeld beziehen wollen.
  • Die Eltern können die Bezugsdauer innerhalb eines Zeitrahmens von 365 Tagen bis höchstens 1.063 Tagen frei wählen. Dabei steht den Eltern ein pauschaler Gesamtbetrag von 15.449 Euro zur Verfügung. Davon sind 20 Prozent unübertragbar für den zweiten Elternteil reserviert. Folglich reduziert sich dieser Betrag auf 12.360 Euro, wenn nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch nimmt. Gleichzeitig reduziert sich auch die maximale Bezugsdauer auf 851 Tage.
  • Die Höhe des täglichen Kinderbetreuungsgeldes variiert je nach gewählter Bezugsdauer. Bei der kürzesten Bezugsdauer (Grundvariante) erhält man 33,88 Euro und bei der längsten Bezugsdauer 14,53 Euro täglich.
  • Darüber hinaus wird den Vätern die Möglichkeit auf „Familienzeit“ eingeräumt. Innerhalb der ersten 91 Tage nach der Geburt des Kindes können sich Väter eine Auszeit von der Arbeit im Umfang von 28 bis 31 Tagen nehmen. In dieser Zeit sind die Väter kranken- und pensionsversichert und erhalten einen sog. Familienzeitbonus in Höhe von 22,60 Euro pro Tag.
  • Teilen sich die Eltern den Kinderbetreuungsgeldbezug zu etwa gleichen Teilen (zumindest 40:60), so erhalten sie – zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld – einen Partnerschaftsbonus in Höhe von 500 Euro pro Elternteil.

Kinderbetreuungsgeld NEU: Beispiel

Das Kind wird am 5. Mai 2017 geboren. Beide Elternteile wollen das Kinderbetreuungsgeld beziehen. Letzter Tag des Bezuges soll der 31. Oktober 2018 sein – das sind 545 Tage.

Berechnung der Höhe des individuellen Tagsatzes: 15449 / 545 = 28,35 Euro

Beide Elternteile erhalten ein Kinderbetreuungsgeld von täglich 28,35 Euro für insgesamt 545 Tage. Davon sind mindestens 20 Prozent (109 Tage) dem zweiten Elternteil vorbehalten. Werden jedoch weniger als 109 Tage Kinderbetreuungsgeld in Anspruch genommen, so gehen die restlichen Tage verloren. Die Mindestbezugsdauer für den zweiten Elternteil beträgt 61 Tage.

Nimmt nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, beträgt die Dauer der Unterstützung maximal 436 Tage (545 minus 109 Tage). Die restlichen Tage gehen verloren, da sie unübertragbar für den zweiten Elternteil reserviert sind. Teilen sich die Eltern den Kinderbetreuungsgeldbezug zu gleichen Teilen oder zumindest im Verhältnis 40:60, so erhalten sie zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld den Partnerschaftsbonus in der Höhe von 1.000 Euro (2 x 500 Euro).

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 10.05.2021 um 09:24 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/kinderbetreuungsgeld-neu-das-aendert-sich-fuer-salzburgs-eltern-ab-1-maerz-55223929

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