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Zukunftspläne

Kindertheater in der Corona-Krise

Das Salzburger Toihaus im Fokus

toihaus.jpg Studio Fjeld
"Die Kinder sind die Zukunft und die darf in der Krise nicht hintenangestellt werden", sagt Katharina Schrott, Co-Leiterin im Toihaus und künstlerische Leiterin des BimBam Festivals.

Am 20. März ist Welttag des Theaters für junges Publikum – doch wie geht es dem Kindertheater in Zeiten von Veranstaltungsverboten? Frederik Friesenegger sprach mit Katharina Schrott vom Salzburger Toihaus Theater, das für seine eigens für Kleinkinder entwickelten Stücke international bekannt ist, und fragte nach der aktuellen Situation und den Plänen für die Zukunft.

von Frederik Friesenegger

Ende Februar hätte es im Toihaus Theater stattgefunden – BimBam, das 8. Internationale Theaterfestival für Klein(st)kinder. Doch obwohl das Theater mittels Plexiglas und kleiner Logen eigens Sicherheitskonzepte entwickelte und Alternativen für Einreisebeschränkungen mit einplante, musste das Festival abgesagt werden. "Wir haben uns von Beginn an dafür ausgesprochen, das Theater wieder für Kinder zu öffnen", erklärt Katharina Schrott, Künstlerische Leitung und Organisatorin des BimBam, "Kinder sollten gerade jetzt wieder in Kontakt mit Kunst und Kultur kommen, es ist Teil der Bildung." Aktuell ist das Theater geschlossen, die Künstler stehen in den Startlöchern, aber es ist nicht sicher, wann der Theaterbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Türen zur Kommunikation mit dem Publikum finden

"Dass wir nicht öffnen konnten, war ein ziemlicher Dämpfer," berichtet Schrott, "Jetzt merkt man einfach, dass sich die Dinge in einem Schwebezustand befinden. Wir versuchen nun, Türen zu finden, um mit unserem Publikum in Kommunikation zu treten. Derzeit sammeln wir Beiträge von Kindern mit ihren Zukunftsvisionen und Verbesserungsideen für diese Welt und bauen daraus ein Konzert namens „Baustellenkatze“ für den Herbst." Vorstellungen online zu streamen hält die Theatermacherin hingegen nicht für sinnvoll: "Das wäre widersprüchlich zu dem, was ein Theaterbesuch für diese Altersgruppe mitbringt." Das Toihaus hat bereits Kontakt zu Politikern und Beamten aufgenommen, um neue Wege zu finden, den Theaterbetrieb weiterzuführen – darunter mobile Aufführungen direkt in Kindergartengruppen.

Kultur spricht Kinder auf anderen Ebenen an

"Die Kinder sind bei der Politik nicht im Fokus, sie werden vergessen –  da fehlt es daran, den Blick hinzuwerfen. Mit Kunst und Kultur eröffnen sich Türen, die Welt und sich selbst darin neu und anders zu erfassen. Dieser wertvolle Zugang wird von der Politik im Moment komplett unterschätzt" stellt Schrott fest. Das Spielzeitthema 2020/21, das von dem Salzburger Theater bereits vor der Corona-Krise festgelegt worden war, lautete zudem "Heilung" und habe nun an ungeahnter Aktualität gewonnen. Die Künstlerin apelliert an die Verantwortlichen: "Die Kinder sind die Zukunft und die darf in der Krise nicht hintenangestellt werden." Zum Internationalen Kinder- und Jugendtheatertag befragt, lacht Katharina Schrott: "Wir sind immer darauf fokussiert, künstlerisch anspruchsvolle Produktionen für die Allerjüngsten zu kreieren – bei uns ist jeder Tag Kindertheatertag."

Die nächste Premiere, "Die lachende Füchsin" für Kinder ab einem Jahr, findet am 24. April 2021 im Toihaus Theater statt. Beiträge für das Projekt „Baustellenkatze“ können auf der Homepage des Theaters eingereicht werden: www.toihaus.at

(Quelle: SALZBURG24)

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