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Körper, Geist & Seele

Tai Chi als ein Gegentrend zur Schnelllebigkeit

65-Jähriger verbreitet chinesische Heilmethode in Salzburg

Schneller, höher, besser und weiter – Adjektive, die unser Tun im Alltag prägen und uns manchmal schon fast zu Maschinen werden lassen. Diese Schnelllebigkeit bringt auch eine Reihe von Gegentrends mit sich. Der Gesundheit von Körper und Seele kommt immer mehr Aufmerksamkeit zu, Yoga, Meditation oder Akupunktur werden immer beliebter – auch in Salzburg. Gerhard Gumpinger lehrt seit 1993 Tai Chi. Wir haben den 65-Jährigen besucht und uns die jahrtausendealte Heilmethode genauer angesehen.

Salzburg

„Tai Chi ist wie eine Gebrauchsanweisung für den Körper“, sagt Gumpinger, der damit die im Kaiserreich China entstandene Kampfkunst kurz und knapp zusammenfasst. Und wie ist das genau zu verstehen? „Man lernt den Körper so zu gebrauchen, damit man mit möglichst wenig Anstrengung möglichst viel erreicht“, erklärt der 65-Jährige weiter.

Schattenboxen als Methode der Selbstverteidigung

Auch wenn Tai Chi – ursprünglich Taijiquan oder Schattenboxen genannt – als Methode der Selbstverteidigung entstanden ist, sei das Kämpfen nur ein Aspekt. Vor allem in jüngerer Zeit tritt der eigentliche Kampfkunstaspekt bei den weltweit mehreren Millionen Praktizierenden in den Hintergrund. Gesundheit, „Wohlfühlfaktor“ und Persönlichkeitsentwicklung stehen im Vordergrund. „Die Leute, die zu mir kommen, haben oft Probleme mit dem Rücken, den Knien oder anderen Gelenken. Wenn man regelmäßig übt, wird das alles besser“, so Gumpinger, der seit 1993 die chinesische Heilmethode in Salzburg lehrt und 2015 die seine eigene Tai-Chi-Schule „Lots of Chi“ in Salzburg gegründet hat.

Das Übungssystem besteht aus vier tragenden Säulen. So gehören zur Tai-Chi-Form – das ist eine genau festgelegte Bewegungsabfolge – auch Übungen zum Aufspüren und Auflösen von Blockaden, weiters Taoistische Gesundheitsübungen (landläufig bekannt unter Chi Gong) und Meditation dazu.

Wie wirkt Tai Chi?

Tai Chi stützt sich wie Akupunktur, Akupressur, Tuina, Shiatsu, etc. auf das Wissen der Chinesischen Medizin und auf den Kreislauf der Lebensenergie im Körper. Dieser folgt bestimmten Bahnen, die mit den Organen in Verbindung stehen. „Wir gehen davon aus, dass alle unsere Gefühle und Gemütszustände ein Ausdruck des Geschehens in den Organen ist. Tai Chi wirkt auf die Organe und die Energieströme harmonisierend“, so Gumpinger. Zudem habe die regelmäßige Praxis eine „stark verjüngende Wirkung“, man werde insgesamt ausgeglichener. Körperlich verbessern die Übungen die Haltung, vertiefen das Atemvolumen und die Konzentrationsfähigkeit, bauen Stress ab, stärken das Immunsystem und regenerieren überlastete Gelenke.

Tai Chi SALZBURG24/Wurzer
Zwischen Daumen und Zeigefinger ist der vierte Punkt der Energieleitbahn des Dickdarms. Bei Stimulation wirkt er unter anderem gegen Schmerzen im Allgemeinen, Kopfschmerzen, Erkältung, Fieber, Schwindel und Verdauungsbeschwerden.  

Übung, um die Laune zu verbessern

Schlechte Laune gilt in der Chinesischen Medizin als Anzeichen einer Disharmonie in der Leber und Gallenblase. Aber auch der österreichische Volksmund dürfte das erkannt haben, man denke etwa an die Redewendungen: „Jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen“ oder „Gift und Galle spucken“.

Die Übung mit dem Namen „Das Nashorn schaut in den Mond“ wirkt auf die Gallenblase. Beachtet die Anleitungen unter dem jeweiligen Bild.

Tai Chi sei grundsätzlich für jeden Menschen geeignet – unabhängig von Fitnessgrad, Statur oder Alter, so Gumpinger. „Was viele Menschen glauben, die mit Tai Chi anfangen, ist, dass es etwas Mühe- und Anstrengungsloses ist. Das stimmt aber nicht. Die Übungen können durchaus anstrengend sein, aber ausgepowert ist man dennoch nicht“, sagt Gumpinger zum Abschluss unseres Interviews.

Weitere Details über aktuelle Kurse und Möglichkeiten, Tai Chi in Salzburg zu praktizieren findet ihr HIER.

(Quelle: SALZBURG24)

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