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Kokain mittels Bodypacker geschmuggelt: Salzburger verurteilt

Ein mutmaßlicher Drahtzieher einer internationalen Drogenbande ist am Mittwoch, in einem fortgesetzten Prozess am Landesgericht Salzburg, zu fünf Jahren unbedingter Haft nicht rechtskräftig verurteilt worden.

Der 30-jährige Salzburger soll dem Schuldspruch eines Schöffensenates zufolge beim - teils versucht gebliebenen - Schmuggel von 1,7 Kilogramm Kokain aus Ecuador und Kolumbien über Spanien nach Österreich die Fäden gezogen und dafür auch "Bodypacker" angeworben haben. Die Staatsanwaltschaft war allerdings noch von 3,1 Kilo Kokain ausgegangen. Weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung gaben eine Erklärung ab. Ein 50-jähriger Mitangeklagter aus Salzburg wurde wegen Beitragstäterschaft zu einem Jahr unbedingte Haft bereits rechtskräftig verurteilt. Zudem ordnete das Gericht eine Einweisung des 50-Jährigen in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher an. Der Beschuldigte soll dem Drahtzieher Drogenkuriere vermittelt haben.

Kokain in Kondome verpackt und verschluckt

Für den Schmuggel haben offenbar mehrere Drogenkuriere ein halbes Kilo Kokain in Kondome verpackt und verschluckt. Zwei Bodypacker aus Salzburg wurden bereits im Jahr 2010 in Spanien festgenommen, als sie Kokain von Südamerika nach Salzburg schleusen wollten. Einer der beiden Pinzgauer hatte Kondome geschluckt, die mit flüssigem Kokain gefüllt waren. Dem 24-Jährigen platzte eines der Päckchen, er lag zwei Wochen lang in einem Spital im Koma. Der Schmuggel flog auf, der Pinzgauer und sein 38-jähriger Komplize sitzen in Spanien in Haft. In einer Videokonferenz haben die beiden heute den 30-jährigen Angeklagten, der zuletzt in Wels wohnte, schwer belastet: Er sei der Organisator und auch Finanzier des Schmuggels gewesen, schilderten sie. Der Tatzeitraum erstreckt sich von Frühjahr 2010 bis Mai 2011. Tatsächlich seien aber nur 500 Gramm nach Österreich eingeführt worden, 400 Gramm soll der 30-Jährige in Salzburg verdealt haben. Sein Verteidiger Franz Essl vermisste aber jegliche finanzielle Dimension, die ein organisierter Drogenring erfordere. Bei einer Überweisung von rund 1.000 Euro könne man nicht von großen Mengen ausgehen. "Mein Mandant ist selbst Kokain abhängig und hat Kokain gebraucht", sagte Essl am ersten Verhandlungstag am 9. November 2011. (APA)
(Quelle: S24)

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