Jetzt Live
Startseite Stadt
Salzburg

Kongress zur Zukunft der Medizin

PMU Salzburg Paracelsus Medizinische Privatuniversität Neumayr
An der PMU diskutieren Experten die Zukunft der medizinischen Ausbildung (Archivbild).

Ärztemangel, Telemedizin, Artificial Intelligience und zunehmende Spezialisierung: Das sind nur einige Herausforderungen, vor denen die medizinischen Universitäten und das Gesundheitssystem insgesamt stehen. An der Paracelsus Medizinischischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg beschäftigt sich ein zweitägiges internationales Symposium derzeit mit all diesen Fragen.

Salzburg

Im Zusammenhang mit der Entstehung privater Universitäten sei eine Diskussion über forschungsgestützte Lehre entbrannt, meinte Herbert Resch, Rektor der PMU, am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Dabei gehe es auch um die Frage, wie weit das Humboldtsche Bildungsideal, wonach Forschung und Lehre eine Einheit bilden, noch gültig sei. Die PMU veranstaltet das Symposium gemeinsam mit der Association of Academic Health Centers International (AAHCI).

Wie sollen Mediziner ausgebildet werden?

Die Integration von Forschung, Lehre und Krankenversorgung wäre kein nationales Thema, sondern beschäftige viele Länder, begründete Martin Paul, Regional Ambassador der AAHCI Europe und Präsident der Universität Maastricht. Dabei gehe es vor allem auch um das Spannungsfeld zwischen einer breiten medizinischen Ausbildung und der Spezialisierung.

"Wir brauchen hoch spezialisierte Mediziner in den Zentren und hohe Qualität in den kleinen Häusern", meinte der für Gesundheit und Spitäler zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP). Die Telemedizin helfe dabei, das spezialisierte Wissen in Sekundenschnelle in die Regionen zu bringen. Dieser Wissensaustausch wäre entscheidend für die gute medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Warnung vor früher Spezialisierung

Die Medizinischen Universitäten und Universitätskliniken würden den Boden für den medizinischen Fortschritt aufbereiten, sagte Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken. Er warnte vor einer zu frühen Spezialisierung der jungen Mediziner. "Es ist wichtig, dass es eine sehr breite Ausbildung gibt", verwies er auf den großen Bedarf, den es an gut ausgebildeten Allgemeinmedizinern gebe. "Allgemeinmedizin schließt Forschung nicht aus", stellte Sungler klar.

In den Niederlanden gebe es eine fundierte Ausbildung zum Allgemeinmediziner und erst später eine Spezialisierung auf einzelne Fächer, berichtete Paul. Darin sieht er einen Grund, warum es in den Niederlanden weniger Probleme bei der Suche nach Ärzten für die medizinische Versorgung am Land gibt.

Digitalisierung und Telemedizin

Verbesserungen im Gesundheitssystem erwarten die Experten durch Digitalisierung und Telemedizin. Diese Entwicklungen würden Kapazitäten frei machen für die eigentliche ärztliche Tätigkeit, glaubt Sungler. Ersetzen könnten die neuen Technologien die Ärzte aber nicht. Auch in der roboterassistierten Chirurgie brauche es einen Mediziner, der den Eingriff steuere, sagte Sungler. Roboterradiologie oder Roboterpathologie würden frühere und bessere Diagnosen ermöglichen.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 23.10.2019 um 04:05 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/kongress-zur-zukunft-der-medizin-67948900

Kommentare

Mehr zum Thema