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Kopftuch und Burka: Salzburger Bibelwelt will mit Ausstellung aufklären

Ein Model eines Niqap. APA/BARBARA GINDL
Ein Model eines Niqap.

Mit der Bedeutung und Geschichte von Bekleidung in der biblischen Zeit beschäftigt sich eine Ausstellung in der Stadt Salzburg. Auch wenn diese Epoche weit zurück liegt, trifft das Thema durchaus den Nabel der Zeit, wie sich an der heftig geführten Diskussion über Kopftuch oder Burka zeigt.

Anders als in Europa, wo Kleidung aufgrund der klimatischen Bedingungen von Anfang an Schutz vor Kälte und Hitze war, war sie im Nahen Osten in erster Linie Teil der Persönlichkeit und durchaus auch Statussymbol. Länge und Aussehen der Bekleidung und Beschaffenheit des Stoffes gaben Auskunft über die soziale Stellung in der Gesellschaft. "Wer arbeiten musste, trug kurze Schurze, wer so reich war, dass andere für ihn arbeiteten, trug lange Kleidung. Am Gewandsaum ließ sich auch der Herkunftsort ablesen, er war sozusagen der Personalausweis", sagte Pfarrer Heinrich Wagner, Obmann des Vereins Bibelwelt, am Donnerstag beim Presserundgang durch die Ausstellung.

Reiche Frauen trugen Kopftuch

Ein Teil der Schau ist speziell dem Thema Kopftücher und Verschleierung gewidmet. "Ursprünglich haben reiche Frauen damit ihren Status gezeigt. Sie durften sich verschleiern und zeigten damit: Ich bin wer", so Wagner. "Huren" hingegen sei die Verschleierung untersagt gewesen. Im Judentum, im Christentum und im Islam wurde die Frau angehalten, ihre "Reize" zu verhüllen. "So heißt es etwa im Korintherbrief, wenn Frauen prophetisch reden, entehren sie ihr Haupt, wenn es unbedeckt ist. Das heißt, wenn Frauen eine Leitungsaufgabe ausführen (das war damals das prophetische Reden), hatten sie das verhüllt zu tun", informierte der Pfarrer.

Der Obmann des Vereins Bibelwelt, Pfarrer Heinrich Wagner bei der Presseführung "Bible Wear - Mode in biblischer Zeit und Kopftücher aus verschiedenen Traditionen"./APA/BARBARA GINDL Salzburg24
Der Obmann des Vereins Bibelwelt, Pfarrer Heinrich Wagner bei der Presseführung "Bible Wear - Mode in biblischer Zeit und Kopftücher aus verschiedenen Traditionen"./APA/BARBARA GINDL

Kopftuch symbolisiert "Ich bin als Helferin da"

Kopftuch und Verschleierung hätten aber auch bei vielen Christlichen Orden eine bedeutende Rolle, wobei sich die Frauen damit ursprünglich als "Ich bin für Dich als Helferin da" erkennbar gemacht hätten. Die Karmelitinnen verschleiern bei bestimmten Anlässen das Gesicht. Bei Papstaudienzen hätten Frauen noch unter Benedikt einen Schleier tragen müssen. Und bei Hochzeiten seien Frauen aller Kulturen verschleiert, sagte Wagner. "Jetzt ist es bei uns nicht mehr erlaubt", sagte er in Anspielung auf das am Sonntag in Kraft getretene "Burka-Verbot" in Österreich.

(APA)

(Quelle: S24)

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