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Kriminalstatistik 2016: Neun Prozent mehr Delikte in Salzburg

Auch Vorfälle am Salzburger Hauptbahnhof nahmen deutlich zu. APA/NEUMAYR/MMV
Auch Vorfälle am Salzburger Hauptbahnhof nahmen deutlich zu.

Salzburgs Polizei hat am Montag die Kriminalstatistik für 2016 vorgelegt. Diese weist mit 33.168 Anzeigen ein markantes Plus von 9,2 Prozent oder 2.802 Delikten gegenüber 2015 aus. Damit liegt man aber noch deutlich unter dem Höchststand von 36.100 Anzeigen im Jahr 2007. Die Aufklärungsquote stieg im Vorjahr auf 48,4 Prozent, das ist der beste Wert seit zehn Jahren.

Die Zunahme ist aber nicht nur einem Anstieg der Kriminalität geschuldet. So wurden aufgrund des massiven Flüchtlingsdurchzugs in Salzburg im Herbst 2015 um über 1.000 Anzeigen mehr auf das Folgejahr 2016 verschleppt als normalerweise, informierte der stellvertretende Landespolizeidirektor Arno Kosmata bei einem Mediengespräch. Und auch die intensiven Kontrollen im Bereich des Salzburger Hauptbahnhofes haben naturgemäß zu mehr Anzeigen geführt. Hier habe es aber auch einen tatsächlichen Anstieg der Kriminalität gegeben, sagte Landespolizeidirektor Franz Ruf. Die massive Polizeipräsenz seit Februar 2016 hat seinen Angaben zufolge zu einer Verbesserung der Situation geführt: Ab August, September sei der Anstieg der Kriminalität eingedämmt worden.

Ruf sieht Zusammenhang mit Flüchtlingen

Der Zuwachs an Anzeigen beim Bahnhof ist laut Ruf vor allem auf niederschwellige Delikte zurückzuführen, etwa Taschendiebstahl, Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz (vor allem Marihuana und Kokain) oder Körperverletzung. Der Polizeidirektor sieht bei der Zunahme der Straftaten im Bahnhofsviertel einen Zusammenhang zur Migrationswelle. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger generell ist im Bundesland Salzburg laut Statistik seit 2012 von 33 auf knapp 43 Prozent gestiegen.

Präsentieren die Salzburger Kriminalstatistik: Landespolizeidirektor-Stv. Arno Kosmata, Landespolizeidirektor Franz Ruf und der stellvertretende Leiter des Kriminalamtes Karl-Heinz Prager./Neumayr/MMV Salzburg24
Präsentieren die Salzburger Kriminalstatistik: Landespolizeidirektor-Stv. Arno Kosmata, Landespolizeidirektor Franz Ruf und der stellvertretende Leiter des Kriminalamtes Karl-Heinz Prager./Neumayr/MMV

Zehn Prozent mehr Einbrüche als 2015 in Salzburg

Bei Einbrüchen in Unterkünften gab es im Vorjahr eine Zunahme von fast zehn Prozent auf 633 Anzeigen, wobei diese ausschließlich auf Einbrüche in Wohnungen zurückzuführen ist. Die Täter schlagen vor allem am Vormittag oder frühen Nachmittag zu, sagte Karl-Heinz Pracher, der stv. Leiter des Landeskriminalamtes. Die Einbrüche in Wohnhäuser seien hingegen zurückgegangen, nachdem die Polizei das Muster durchschaut habe, wie die Objekte ausgekundschaftet werden, und darauf reagiert habe.

Deutliche Steigerung auch bei Kfz-Diebstählen

Eine deutliche Steigerung von etwa 15 Prozent gab es bei den Kfz-Diebstählen (insgesamt 157 Anzeigen). In vielen Fällen würden die Fahrzeuge aber lediglich zur Ausübung von Einbrüchen verwendet, so Kosmata. Bei den angezeigten Gewaltdelikten gab es einen Zuwachs von zehn Prozent (insgesamt 2.513 Fälle), und im Bereich Cyberkriminalität betrug das Plus 21 Prozent auf nun 632 Anzeigen.

FPS: Sicherheitsbehörden haben Handlungsbedarf

„Die Sicherheitsbehörden haben höchsten Handlungsbedarf, brauchen aber von der Politik die notwendigen Werkzeuge (Gesetze und Verordnungen, sowie die erforderlichen Personalressourcen), um der steigenden Kriminalität entschlossen entgegenzuwirken zu können“, sagte FPS-LAbg. Friedrich Wiedermann. Dazu gehöre im Besonderen, dass straffällige Immigranten und nicht Asylberechtigte mit negativem Bescheid möglichst rasch abgeschoben werden können. Darauf zielt auch der von der FPS eingebrachte und am kommenden Mittwoch zur Verhandlung stehende Antrag ab. Das von der Bundesregierung angekündigte Rückführzentrum begrüßt Wiedermann ausdrücklich.

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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