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Kritik und Entschuldigung nach Musiker-Protest gegen Strache

Nach dem Musiker-Protest gegen HC Strache beim "Jedermann" in Salzburg kommt eine Entschuldigung der Festspiel-Leitung. APA/HELMUT FOHRINGER
ABD0147_20150616 - WIEN - ?STERREICH: FP?-Parteiobmann Heinz-Christian Strache am Dienstag, 16. Juni 2015, w?hrend einer PK nach einer Sitzung des FP?-Bundesparteivorstands im Parlament in Wien. - FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

Nach dem politischen Musiker-Protest gegen HC Strache während einer „Jedermann“-Vorstellung am Dienstag in Salzburg, distanziert sich die Festspiel-Leitung in einer schriftlichen Stellungnahme. Auch „Jedermann“ Cornelius Obonya hat reagiert. Die Musiker selbst stehen zu ihrer Protestaktion.

Die Musiker haben am Dienstag bei der Aufführung des „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen spontan gegen die FPÖ und dessen Partei-Obmann HC Strache, den sie im Publikum entdeckt hatten, protestiert. Das Ensemble stimmte die „Internationale“, ein Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung, an.

Jedermann in Salzburg :-)

Posted by HC Strache on Dienstag, 18. August 2015

Jedermann-Musiker stehen zu ihrem Protest

Trotz Kritik steht das Ensemble klar zu dem musikalischen Protest. Das machte Schlagzeuger und Perkussionist Robert Kainar, der die Formation "ensemble013" leitet, in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ (SN) deutlich: „Das war eine ungeplante, spontane Aktion, wir stehen dazu". Mit dem Anstimmen der "Internationalen" sollte ein klares Statement abgegeben werden, heißt es.

Festspiel-Leitung entschuldigt sich für „Störung“

Die Direktion der Salzburger Festspiele hingegen entschuldigte sich in eine Aussendung für die „Störung“: "Private oder politische Meinungskundgebungen der Künstler haben in keiner der Vorstellungen der Salzburger Festspiele die Billigung der Festspielleitung und wir haben das Ensemble ausdrücklich darauf hingewiesen, dergleichen in Zukunft zu unterlassen. Wir entschuldigen uns in aller Form für diese Störung der Inszenierung bei allen Zuschauern", verkündete Sven-Eric Bechtolf, Künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele.

Obonya als "Jedermann" in Salzburg./APA Salzburg24
Obonya als "Jedermann" in Salzburg./APA

"Jedermann" Obonya distanziert sich

Von dem Protest distanzieren will sich auch „Jedermann“ Cornelius Obonya. Für ihn sei diese Kundgebung „extrem unglücklich gewählt“.

Für diese Form des Protests gebe es genug andere Gelegenheiten. "Nur sind weder die Vorstellung des Jedermann, noch die Bühnen der Salzburger Festspiele in irgendeiner Weise der Ort, an dem dies zum Ausdruck kommen sollte", wird der Schauspieler von der „Krone“ zitiert. Gegenüber den SN äußerte er sich folgendermaßen: „Es tut mir in diesem Fall Leid, dass das so gelaufen ist, wiewohl ich betone, dass die Ansichten der FPÖ und ihres Chefs durchaus das sind, was ich für diese, unsere Demokratie für ungesund erachte und die ich persönlich ablehne. Nur sind weder die Vorstellung des Jedermann, noch die Bühnen der Salzburger Festspiele in irgendeiner Weise der Ort, an dem dies zum Ausdruck kommen sollte. Dafür gibt es genug andere Gelegenheiten, die angesichts der Stärke dieser Demokratie, von den Gegnern jedweden Extremismus, egal von welcher Seite, hoffentlich wahrgenommen werden."

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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