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Branche im Lockdown

So geht es Salzburgs Kulturbetrieben

Veranstalter setzten auf Online-Events

ARGEKultur,  Sebastian Linz, NEUMAYR
Sebastian Linz, künstlerischer Geschäftsführer der ARGEkultur, will auch nach der Pandemie die Online-Veranstaltungen weiter ausbauen. 

Die Corona-Krise setzt dieses Jahr besonders der Veranstaltungsbranche zu. Seit März steht der Konzertbetrieb still oder ist nur stark eingeschränkt möglich. Wir haben nachgefragt, wie die aktuelle Situation in den Veranstaltungshäusern ist und welche Learnings aus der Krise gezogen werden.

Salzburg

Das Jahr 2020 war für die Kulturbranche nicht einfach. Es war geprägt von Unsicherheit, Verschiebungen und Absagen. Sich stetig verändernde Hygiene-Vorschriften bedingt durch die Pandemie sorgten für zusätzliche Herausforderungen. Doch das Jahr konnte auch als Chance dienen und hat das Potential, die Veranstaltungsszene nachhaltig zu verändern.

Rockhouse: Live-Sessions im Lockdown

Das Salzburger Rockhouse hat früh auf die Krise reagiert, nutzte den ersten Lockdown zur Neuorientierung und zeigte ab Mitte Mai mit den "Club Sessions" lokale Bands im Livestream. Im Sommer und Herbst setzte das Veranstaltungshaus auf ein ausgeklügeltes Hygienekonzept und konnte so Konzerte mit Sitzplatzzuweisung stattfinden lassen.

Hoffen auf Öffnung im Jänner

Mit dem Lockdown im November kehrte das Rockhouse wieder zu seinen Club Sessions zurück. Nun liegt die Hoffnungen auf ein Aufsperren im neuen Jahr: "Wir sind bemüht und hoffen, dass wir ab 7. Jänner wieder zu der Veranstaltungssituation zurückkehren können, wie wir sie im Herbst hatten", teilt Susanna Kuschnig, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Rockhouse, im Gespräch mit SALZBURG24 mit. Derzeit werde bereits an einem "kleinen aber feinen" Jänner-Programm gearbeitet, außerdem wird der Xtra-Ordinary-Sampler für Mitte Jänner vorbereitet.

ARGE nutzt Krise als Chance

Das Team der ARGEkultur in Salzburg hat die Krise als Chance genutzt: Verschiebungen und neue Terminfindungen beschäftigten auch hier die Organisatoren, die Event-Auszeit wurden aber auch für langfristige Projekte genutzt. So wurde etwa ein neues Ticketing-System angegangen, außerdem setzte das Haus stark auf Online-Veranstaltungen, wie Geschäftsführer Sebastian Linz gegenüber S24 mitteilt.

Online-Events: "Das fängt gerade erst an"

"Wir haben im November das Open Mind Festival komplett online veranstaltet. Das war eine sehr positive Erfahrung, da wir dadurch auch eine sehr große Reichweite hatten", so Linz. Bei der ARGEkultur wollte man nicht einfach einen Livestream in den sozialen Medien ausspielen, sondern bot Tages- und Festivalpässe an. Dabei habe man "enorme Lerneffekte" erzielt. Für Linz ist klar, dass das Online-Angebot auch mit der Pandemie nicht verschwinden wird: "Das fängt gerade erst an."

Das war das OPEN MIND Festival 2020 - Wem gehört die Welt? Danke an alle Speaker*innen, Performer*innen, Autor*innen,...

Gepostet von ARGEkultur Salzburg am Mittwoch, 25. November 2020

Viele Absagen in der Szene Salzburg

Weniger euphorisch ist man bei der Szene Salzburg. Im heurigen Jahr konnten hier rund 85 Prozent der geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden. Als größte Herausforderung stellte sich für das Team die fehlende Planungssicherheit dar. Klemens Schuster von der Szene Salzburg ärgert sich zudem darüber, dass offenbar mit zweierlei Maß gemessen wurde: "Während in den Gastgärten und im öffentlichen Raum gefeiert wurde, haben die Kulturorganisationen nur unter strengen Auflagen veranstalten können bzw. an Hygienekonzepten getüftelt, denen aber dann keine Chance auf Durchführung eingeräumt wurde."

Für die Veranstaltungen in der Szene sei Streaming auch nur bedingt geeignet. "Für bestimmte Genres und Projekte ist Streaming sicher eine Möglichkeit, unser Haus mit großer Bühne für Tanz, Theater, Musik lebt vom Live-Erlebnis", gibt Schuster gegenüber SALZBURG24 an.

Kulturbetriebe kommen mit blauem Auge davon

Einig sind sich alle drei Veranstaltungshäuser darin, dass die staatlichen Unterstützungsleistungen großteils funktionieren, wenn auch sie mit großem bürokratischem Aufwand verbunden seien. So käme die ARGEkultur heuer beispielsweise mit einem "sehr hellblauen Auge" davon. Allerdings wird auch darauf verwiesen, dass die Situation für freischaffende Künstler noch weitaus schwieriger darstelle.

Bleibt zu hoffen, dass das Jahr 2021 für die Kulturbranche wieder einfacher wird.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.01.2021 um 08:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/kulturbetriebe-kaempfen-sich-durch-corona-krise-96813562

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