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Kunstobjekt "White Noise": Wohin mit dem Salzburger Kunstigel?

Das Salzburger Kunstobjekt „White Noise“, das letztes Jahr noch den Mozartplatz in der Stadt Salzburg zierte, wird ein Monat lang bei der Regionale12 in Murau stehen. Was danach mit dem Objekt geschieht, ist noch unklar.

Das Kunstobjekt  "White Noise" wird bei der Regionale12 in Murau, dem größten steirischen Regionalfestival für zeitgenössische Kunst und Kultur, in diesem Sommer eine gewichtige Rolle spielen und eines der drei Zentren dieses Festivals sein. Das betonte Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner am Dienstag bei einem Informationsgespräch in der ARGE Kultur in Salzburg.

Salzburg betrat mit 'White Noise' Neuland

"Mit dem multifunktionalen, mobilen Kunstpavillon White Noise betrat das Land Salzburg im vergangenen Jahr Neuland", so Brenner. "White Noise" ist gleichzeitig Gebäude, Skulptur, Kunst im öffentlichen Raum, Architektur, eine neue Schiene für regionale Kunstförderung und ein mobiler Raum für Kunst. "Die Resonanz bei Publikum und Kunstkritik bei der erstmaligen Aufstellung im Frühjahr 2011 war hervorragend, zahlreiche Architektur-Fachzeitschriften aus ganz Europa berichteten über dieses Projekt", erinnerte Brenner. Bereits kurz nach der Aufstellung war klar, dass Salzburg ein neues kulturelles Aushängeschild, das weit über die Landesgrenzen hinaus für Furore sorgt, zur Verfügung steht. Schon bald gab es zahlreiche Anfragen von interessierten Kulturinstitutionen, aus der Privatwirtschaft und von öffentlichen Einrichtungen, die diesen Pavillon - der im Volksmund den Titel "Kunst-Igel" trägt - ebenfalls mieten wollten.

„War schon immer Plan, 'White Noise' zu vermieten“

"Unser Plan war es immer, diesen mobilen Kunstpavillon selber einmal pro Jahr irgendwo im Bundesland Salzburg aufzustellen und ihn darüber hinaus an verschiedene Interessenten aus Kultur und Wirtschaft zu vermieten. Das ist uns nun in Kooperation mit der Regionale12 gelungen", so Kulturreferent Brenner weiter. "White Noise" sei in kurzer Zeit ein spannender Kulturbotschafter über die Landesgrenzen hinaus und ein Statement, dass Salzburg auch ein Ort der Moderne ist, geworden." Gemeinnützige Kulturinstitutionen erhalten "White Noise" grundsätzlich mietkostenlos, so auch die Regionale12. Transport-, Aufbau- und Betriebskosten sind allerdings selber zu bezahlen.

Gegenwind um Nachnutzung von 'White Noise' von ÖVP

Kritik um die Nachnutzung des „Kunstigels“ in Salzburg kommt indes am Dienstag von der ÖVP: "Auch wenn SPÖ-Kulturreferent Brenner am Dienstag die Verleihung des umstrittenen Kunstigels ´White Noise´ in die Steiermark als großen kulturpolitischen Erfolg verkaufen will, die versprochene nachhaltige Nachnutzung des 300.000 Euro Projekts in Salzburg steht nach wie vor in den Sternen", kritisiert ÖVP-Kultursprecherin LAbg. Brigitta Pallauf in einer Presseaussendung.

Wer mietet den Kunstigel nach den Steirern?

"Wie bereits mehrere Landtagsanfragen der ÖVP zu Tage gebracht haben, liegt bis auf die heute präsentierte, kostenlose Verleihung an die Steiermark kein weiteres Konzept für die Nutzung des ´Igels´ vor. Bei allem Verständnis für einen Blick über die Landesgrenzen hinaus und beim unmissverständlichen Bekenntnis zur modernen Kunst ist schon zu hinterfragen, wie Salzburgs Steuerzahler dazu kommen, ein teures Kunstprojekt zu finanzieren, das dann - entgegen den Versprechen - nicht im Bundesland und von lokalen Kulturinitiativen nachgenutzt wird", meint Pallauf. Von Anfang an war im Zusammenhang mit dem ´Igel´, davon die Rede, dass das Zelt nach dem Abbau auf dem Mozartplatz für Kulturprojekte und Initiativen in Salzburg und seinen Regionen zur Verfügung gestellt werden soll. Nach monatelangem ´Dornröschenschlaf´ im Depot wird es nun in die Steiermark geliefert. "Keine für Salzburg besonders sinnvolle Nachnutzung", meint die ÖVP-Kultursprecherin abschließend.
(Quelle: S24)

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