Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Landflucht - was kann Salzburg tun?

Landflucht ist ein Thema, das auch Salzburg immer wieder beschäftigt – etwa mit Blick in den Oberpinzgau oder in den Lungau. Welche Herausforderungen künftig auf das Land zukommen können, wie man der Abwanderungen in die Städte entgegenwirken kann und was die EU damit zu tun hat, das hat uns der ehemalige Landeshauptmann Franz Schausberger und Vorsitzende des Instituts der Regionen Europas (IRE) im Interview verraten.

Landflucht kann man aufhalten, sind sich die Experten aus ganz Europa einig. Wie, darüber wurde am Dienstag im Rahmen der Konferenz Europäischer Regionen und Städte im Salzburger Kongresshaus diskutiert.

Pressebriefing zum Thema Landflucht im Rahmen der Konferenz der europäischen Regionen und Städte in Salzburg./SALZBURG24/Schuchter Salzburg24
Pressebriefing zum Thema Landflucht im Rahmen der Konferenz der europäischen Regionen und Städte in Salzburg./SALZBURG24/Schuchter

Salzburg auf gutem Weg

„Was wir haben ist, dass viele Leute studieren gehen, sich fortbilden. Und da wissen wir schon, dass die auch wegbleiben“, so Schausberger im Gespräch mit SAZLBURG24. Um der Abwanderung entgegenzuwirken müsse man vor allem im Oberpinzgau aber auch im Lungau noch viel tun, ist der Experte überzeugt. So gehe es etwa darum, dass man den Leuten entsprechende Reize schafft, nach der Ausbildung wieder in die Region zurückzukommen und dort zu arbeiten.

Heute weiß man auch, dass die Entscheidung für eine Abwanderung immer mehr die Frauen fällen. Daher benötige es entsprechende Betreuungseinrichtungen für die Kinder – von Krabbelgruppen bis zu Horten – und die Möglichkeit für junge Frauen nebenbei beruflich tätig zu sein. „Salzburg ist aber insgesamt gesehen auf einem guten Weg, zumal wir starke Gemeinden und Bürgermeister  haben, die sich dem Problem stellen“, sagt Schausberger.

Auch EU in der Pflicht

Ein Patentrezept, um der Landflucht entgegenzuwirken, gibt es laut den Experten jedoch nicht. Für jede Gemeinde müsse individuell ein Bündel von Maßnahmen entwickelt werden, heißt es. Und dabei sei die Stärkung der Regionen besonders wichtig. Denn: „Wenn das alles nur einem Ministerium in Wien überlassen werden würde, dann würden die Probleme draußen bei weitem nicht so gut gelöst werden“, so Schausberger. Auch die EU könne dabei helfen, der Landflucht entgegenzuwirken. Nämlich in dem die Förderungen einfacher gemacht werden. „Das ist so kompliziert, dass viele schon aufgeben, bevor sie anfangen."

Das ist das IRE

Der ehemalige Politiker und Historiker hat das Instituts der Regionen Europas im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Das IRE versteht sich als parteiunabhängiges und gemeinnütziges Netzwerk und umfasst mittlerweile über 130 Mitglieder aus 23 europäischen Staaten. Dabei geht es um die Dezentralisierung und Regionalisierung Europas. „Ich habe dieses Institut gegründet, weil ich kein zentralistisches Europa möchte und weil ich überzeugt bin, dass dieses Europa nur überleben wird, wenn es starke Regionen hat“, so Schausberger, der für eine ausgeglichene Aufteilung des Einflusses und der Kompetenzen zwischen der europäischen Ebene, der Nationalstaaten und der Regionen plädiert.

Franz Schausberger, Vorsitzender der IRE und Organisator des Euorpa-Kongresses. /SALZBURG24/Schuchter Salzburg24
Franz Schausberger, Vorsitzender der IRE und Organisator des Euorpa-Kongresses. /SALZBURG24/Schuchter

Aufgerufen am 21.04.2019 um 12:11 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/landflucht-was-kann-salzburg-tun-60327202

Kommentare

Mehr zum Thema