Jetzt Live
Startseite Stadt
Projekt "stop"

Nachbarn sollen häusliche Gewalt in Lehen eindämmen

Mehr Schutz für Frauen und Kinder

Frau, Gewalt, SB, APA/HANS KLAUS TECHT
Nachbarn sollen ermutigt werden einzuschreiten, wenn sie Fälle von häuslicher Gewalt mitbekommen. (SYMBOLBILD)

Die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Kinder wird im Salzburger Stadtteil Lehen durch ein neues Projekt gefördert. „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ setzt dabei auf die Mithilfe der Nachbarschaft.

Salzburg

Nicht erst seit dem mittlerweile 30. Frauenmord heuer in Österreich weiß man, dass Gewalt gegen Frauen meistens vom Partner ausgeht und in den eigenen vier Wänden stattfindet. Vieles bekommen die unmittelbaren Nachbarn oft unfreiwillig mit. Das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ setzt genau dort an. Es soll Nachbarn ermutigen, hinzusehen, wenn sie Gewalt wahrnehmen und dementsprechend zu handeln. Denn Gewalt ist keine Privatsache, informiert die Stadt Salzburg in einer Aussendung.

Schloss Mirabell Orange Stefan Tschandl
Das Schloss Mirabell leuchtet in den kommenden Tagen in oranger Farbe.

Schloss Mirabell leuchtet Orange

In ungewohnter, oranger Farbe präsentiert sich das Schloss Mirabell in der Stadt Salzburg in den kommenden Tagen. Der Hintergrund ist ein ernster: Die UN-Kampagne "Orange The World" findet jährlich …

Erste „StoP-Kommune“ in Salzburg-Lehen

Nach Wien-Margareten werde die Stadt Salzburg mit dem Stadtteil Lehen das Konzept federführend als eine der ersten Kommunen in Österreich zur Umsetzung bringen. Voraussetzung dafür war eine Sozialraumanalyse im Stadtteil, welche von BWS Lehen-Mitarbeiterin Andrea Hohenwarter durchgeführt wurde. Durch ihre langjährige Arbeit als Sozialarbeiterin ist sie den Menschen im Stadtteil als Vertrauensperson bekannt. Ein großer Vorteil, denn Ziel von „StoP“ ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner zu motivieren, selbst aktiv tätig zu werden.

„Gewalt ist keine Privatsache“

„Gewalt in der Partnerschaft kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor. Betroffen sind vor allem Frauen und Kinder. Viele sprechen nicht über ihre Erfahrungen, sei es aus Angst, Scham oder Unsicherheit. Oder viele glauben, es sei reine Privatsache. Wir wollen dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen oder zu geben. Das Projekt zeigt, wie eine gute Nachbarschaft Schutz vor Gewalt bieten kann. So können wir ganz konkret tätig werden und Gewalt aktiv verhindern“, ist Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) überzeugt.

Netzwerke und Aktionsgruppen

Das StoP-Projekt schließe die Lücke zwischen professionellen Hilfsangeboten, wie beispielsweise den Gewaltschutzzentren, und den Betroffenen, durch die direkte Arbeit vor Ort, in der Nachbarschaft, im Gemeinwesen. Bei nachbarschaftlichen Aktionsgruppen finden sich Menschen zusammen und sprechen über das Thema Partnergewalt. Bei Frauen- und Männertischen können die Menschen über ihre eigenen oder beobachteten Gewalt-Erfahrungen sprechen und sich einbringen. Ziel ist es, dass diese Aktionsgruppen mit Unterstützung am Ende selbst Handlungsschritte erarbeiten. Eine weiterer Haupt-Aspekt: Durch das Sprechen über das Tabu-Thema Gewalt wissen die Menschen im Stadtteil, wo sie sich hinwenden können, wenn sie Opfer oder Zeuge von Gewalt werden. Gestartet wird ab sofort mit einer Gruppe von acht Frauen.

Was Nachbarn tun können

  • Grundsätzlich: Nicht erst in Akut-Situationen eingreifen, sondern schon früher
  •  
  • In einer akuten Situation die Polizei unter 133 anrufen
  • Bei Verdacht auf Gewalt, betroffene Frauen und Kinder im Haus, auf dem Gang, oder im Garten direkt ansprechen
  •  
  • Bei Lärm aus der Nachbarwohnung einfach anläuten und nach Zucker oder Milch fragen
  •  
  • Bei der Frauenhelpline 0800 222 555 anrufen und sich bei Verdacht auf Gewalt beraten lassen
  •  
  • Sich über StoP informieren und mitarbeiten
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 19.05.2022 um 03:25 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/lehen-projekt-gegen-partnergewalt-gestartet-113467060

Kommentare

Mehr zum Thema