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Lkw-Verkehr stieg auf Salzburgs Autobahnen stark an

Die Zahl der Lastwagen steigt auf den Straßen. (Themenbild) Bilderbox/Archiv
Die Zahl der Lastwagen steigt auf den Straßen. (Themenbild)

Teilweise mehr als zwei Millionen Lkw im Jahr: Die Schwergewichte werden immer mehr auf den Autobahnen, wie eine VCÖ-Analyse jetzt bestätigt. Von der Verlagerung auf die Schiene ist man noch weit weg, heißt es von Experten.

Was Autofahrer subjektiv empfinden, wird nun auch objektiv durch die Daten bestätigt: Der Lkw-Verkehr hat heuer erneut deutlich zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse von Daten der Asfinag zeigt. Der  VCÖ hat die Daten von österreichweit 105 Zählstellen der Asfinag analysiert. Bei 95 Zählstellen hat der Lkw-Verkehr zugenommen, bei 42 sogar um mehr als vier Prozent, heißt es in einer Aussendung.

2,2 Millionen Lkw auf A1 bei Wals

Auch in Salzburg war die Zunahme des Lkw-Verkehrs deutlich stärker als das Wirtschaftswachstum. Auf der A10 nahm der Lkw-Verkehr je nach Abschnitt zwischen fünf und sieben Prozent zu, auf der A1 je nach Abschnitt zwischen drei und fünf Prozent, berichtet der VCÖ. Auf der A1 bei Wals (Flachgau) wurden in den ersten elf Monaten bereits rund 2,2 Millionen Schwerfahrzeuge gezählt, um rund 110.000 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Und auf der A10 bei Hallein (Tennengau) nahm der Lkw-Verkehr um rund 90.000 auf mehr als 1,8 Millionen zu.

"Viele Autofahrer erleben die rechte Spur auf Autobahnen als rollende Lagerhalle. Das ist schlecht für die Straßen, erhöht das Unfallrisiko und belastet die Anrainerinnen und Anrainer. Umso wichtiger ist es, dass die Regierung ihr Ziel der Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene rasch in Angriff nimmt", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. Die beiden Ziele - ausreichend Transportkapazitäten für die Wirtschaft und gleichzeitig Verringerung der Belastung für Anrainer und Autofahrer - sind mit einem umfassenden Maßnahmenpaket miteinander in Einklang zu bringen, betont der VCÖ.

Vor allem betriebliche Gleisanschlüsse sind stärker als bisher zu forcieren.  Es soll Anreize geben, neue Betriebe  bei Gleisanschlüssen anzusiedeln. Gleichzeitig sind Maßnahmen beim Lkw-Transport nötig. Die Einhaltung von Arbeits- und sozialrechtlichen Standards sind ebenso stärker zu kontrollieren, wie die Sicherheitsstandards bei Lkw.

"Lkw mit abgefahrenen Reifen oder anderen technischen Mängel sowie die Überschreitung der Ruhezeiten sind auf Autobahnen ein großes Sicherheitsrisiko für Autofahrer. Zudem sorgen verstärkte Kontrollen auch für faire Wettbewerbsbedingungen für jene Spediteure, die sich an die Regeln halten", betont VCÖ-Experte Gansterer. Anfang des Jahres wurden zudem in Deutschland bei vielen Transit-Lkw aus Osteuropa Abgasmanipulationen aufgedeckt. Ein nachträglich eingebautes Gerät verhindert die AdBlue Einspritzung und damit die Abgasreinigung. Neben dadurch erhöhter Schadstoff-Emissionen wird zudem der Staat betrogen, da diese vermeintlich schadstoffarmen Lkw eine niedrigere Maut bezahlen.

VCÖ kritisiert lange Tiertransporte

Österreich sollte den EU-Vorsitz im kommenden Jahr auch nutzen, um Maßnahmen gegen absurde Auswüchse des Transports zu setzen. So wird Schweinefleisch aus Ostdeutschland über Österreich nach Italien transportiert, dort zu Parmaschinken weiterverarbeitet und dann - wieder über Österreich - nach Deutschland zurücktransportiert. Zusätzlich werden viele Millionen Tiere lebend transportiert. Tiere tausende Kilometer quer durch Europa zu transportieren verursacht viel Tierleid und viel Transit-Verkehr, macht der VCÖ auf die Folgen aufmerksam.

Diese Auswüchse sind auch die Folge vom fehlenden Verursacherprinzip. "Die derzeitige Regelung schadet allen regionalen Anbietern in Österreich. Der Billigtransport von Waren aus Billiglohnländern kostet viele Arbeitsplätze in Österreich", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Auf EU-Ebene ist daher eine Mindestmaut für Lkw einzuführen.

Übersicht: Zahl der Lkw auf den Autobahnen

VCÖ: Lkw-Verkehr hat auf Salzburgs Autobahnen heuer stark zugenommen (Anzahl Lkw / Tag von 1.1. bis 30.11.2017, in Klammer Änderung zu 1.1. - 30.11. 2016)

A1 Wals: 6.630 Lkw / Tag (plus 5,3 Prozent)

A1 Hallwang: 5.660 Lkw / Tag (plus 3,3 Prozent)

A10 Hallein: 5.450 Lkw / Tag (plus 5,1 Prozent)

A1 Oberndorf: 5.270 Lkw / Tag (plus 3,3 Prozent)

A10 Tenneck: 4.990 Lkw / Tag (plus 5,1 Prozent)

A10 Reitsam: 4.950 Lkw / Tag (plus 5,1 Prozent)

A10 Werfen: 4.850 Lkw / Tag (plus 5,2 Prozent)

A10 Niedernfritz: 4.540 Lkw / Tag (plus 6 Prozent)

A10 Zederhaus: 3.560 Lkw / Tag (plus 7,6 Prozent)

(Quelle: Asfinag, VCÖ 2017)

(Quelle: S24)

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