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Magistrat Salzburg

Neuer Frauen-Förderplan hat Männer im Blick

Schloss Mirabell APA/BARBARA GINDL
Nur zwei von insgesamt acht Abteilungen im Magistrat Salzburg werden von Frauen geführt.

Mit einem neuen Frauenförderplan will der Magistrat Salzburg in Sachen genderbewusster Personalpolitik einen Schritt nach vorne kommen. Von dem anvisierten Frauenanteil von 50 Prozent ist man noch sehr weit entfernt. Warum jetzt bei der Frauenförderung die Männer mehr einbezogen werden sollen, verrät uns die Gleichbehandlungsbeauftragte der Stadt Salzburg.

Der Frauenanteil in Führungspositionen im Magistrat Salzburg ist mehr als überschaubar. So werden derzeit lediglich zwei der insgesamt acht Abteilungen von Frauen geführt. Noch markanter ist der Gap auf der Ebene der Ämter. Von den 32 Amtsleiter-Posten sind 25 mit Männern besetzt, was einen Frauenanteil von weniger als einem Viertel bedeutet. Das Ziel für die Gleichbehandlungsbeauftragte der Stadt Salzburg, Alexandra Schmidt, ist klar: „Wir wollen eine ausgeglichene Geschlechterverteilung in den Führungspositionen im Magistrat. Und von den 50 Prozent Männer wollen wir 50 Prozent genderbewusste Männer“, sagt Schmidt am Freitag im Interview mit SALZBURG24.

Frauenförderung ein Männerthema

Um den erklärten Wunsch auch in die Realität umzusetzen, soll der Frauenförderplan noch heuer neu aufgelegt werden, kündigt Schmidt an. Und dabei gehe es nicht mehr „nur“ um Frauenförderung per se, sondern um eine gendergerechte Personalpolitik im Sinne der Gleichbehandlung. So soll der neue Förderplan gleichermaßen ein Frauen- wie ein Männerthema werden. „Es ist für mich absolut in Ordnung, wenn ein Mann eine Führungsposition hat, solange dieser die Frauen in seiner Abteilung gleichermaßen zu Wort kommen lässt und nicht das Gesicht verzieht, wenn ein Mann in Karenz gehen will“, sagt Schmidt, die derzeit eine Analyse ausarbeitet, die als Grundlage für den neuen Förderplan dem Gemeinderat vorgelegt werden soll.

Die NEOS der Stadt Salzburg, die anlässlich des Weltfrauentages auf die geringe Zahl an Chefinnen im Magistrat aufmerksam machen, befürworten den Frauenförderplan zwar, zeigen sich aber skeptisch: „Und wenn noch so oft ein frommes Placebo vom Frauenförderungsplan unter den Stellenausschreibungen steht, werden am Ende dann doch immer nur die – zumeist älteren, männlichen - Stellvertreter befördert, weil die Beförderungskriterien noch aus der Schreibmaschinenzeit stammen. Das müssen wir dringend ändern“, sagt Bürgermeisterkandidat Lukas Rösslhuber.

 „Fördermaßnahmen der letzten Jahre zeigen Wirkung“

Die Fördermaßnahmen der letzten Jahre, wie etwa Fort- und Weiterbildungen, Mentoring-Programme, die Etablierung einer gendergerechten Sprache oder die Aufklärungsarbeit rund um das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, zeigen dennoch ihre Früchte, ist Schmidt überzeugt. „Vor allem in den Dienststellenleitungen holen die Frauen rasant auf und auch die absolute Zahl der Amtsleiterinnen steigt stetig.“

Sichtbarkeit der Frauen in Magistrats-Chefetagen braucht Zeit

Für mehr Sichtbarkeit der Frauen mit Führungsverantwortung brauche es wegen der erfolgten strukturellen Umstellung im Magistrat – also der Zusammenlegung von Abteilungen und der damit verbundenen Verringerung der Zahl an Chefpositionen – einfach noch etwas mehr Zeit. Auch die bisher geringe Anzahl an Bewerbungen für Führungspositionen habe die Sache nicht wirklich einfacher gemacht. Die anstehende Pensionierungswelle im Magistrat bringt also nicht nur neue Chancen für Männer, sondern auch für Frauen.

Aufgerufen am 23.03.2019 um 04:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/magistrat-salzburg-neuer-frauen-foerderplan-hat-maenner-im-blick-66935170

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