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NS-Widerstandskämpferinnen

Mahnmal für ermordete Frauen enthüllt

18 Frauen teilweise ohne Verfahren hingerichtet

Mahnmal für im Widerstand ermordete Frauen in Salzburg APA/STEFANIE RUEP
In der Stadt Salzburg ist am Montagabend, 27. Mai 2019, das Denkmal für Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus enthüllt worden. 

In der Stadt Salzburg ist am Montagabend das Denkmal für Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus enthüllt worden. Für das Mahnmal wurde der Gedenkstein für die 1943 hingerichtete Widerstandkämpferin Rosa Hofmann um eine gewölbte Steintafel erweitert. In den Stein wurden die Namen und Lebensdaten von Hofmann und 17 weiteren Salzburgerinnen eingraviert, die von den Nazis ermordet wurden.

Salzburg

Die Frauen hatten als Sozialistinnen, Kommunistinnen oder aufgrund persönlicher Überzeugungen Widerstand gegen das Hitler-Regime geleistet, Kritik daran geübt oder zur Beendigung des Vernichtungskriegs aufgerufen. Viele wurden von den NS-Schergen einfach abgeholt und ohne Verfahren hingerichtet. Bis auf die FPÖ hatten im Herbst 2017 alle Gemeinderatsfraktionen für das Denkmal im Stölzlpark gestimmt, das auf Initiative des KZ-Verbands Salzburg zurückgeht.

"Auch Frauen haben sich gegen Widerstand entschieden"

"Beim Erinnern standen Männer lange im Zentrum. Frauen schienen als Gefährtinnen auf, als Unterstützerinnen und Helferinnen", sagte Karin Hofer vom KZ-Verband Salzburg bei der Enthüllung des Denkmals. "Wir wissen aber, dass es nicht so war. Frauen haben sich genauso wie Männer aktiv zum Widerstand entschieden - dabei hatten nicht wenige von ihnen Kinder, für die sie entsprechend der Rollenverteilung hauptzuständig waren." Anerkennungen für ihre Handlungen hätten die Frauen in Österreich aber über Jahrzehnte öffentlich kaum bekommen.

"Braunes Denken" in Gesellschaft angekommen

Es gehe auch nicht um Erinnerung um der Erinnerung willen. "Erinnern heißt Widerstand leisten gegen braunes Denken und gegen gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen, die dieses Denken tragen", betonte Hofer. "Dieses Denken ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wenn wir Menschen nur mehr unter dem Aspekt ihrer Herkunft und ihrer Kultur wahrnehmen." Wenn Konzepte zur Sicherungshaft für Asylwerber ernsthaft vorgeschlagen werden, führe dies heute zu keinem breiten Aufschrei mehr.

Rose Hofmann ist Namensgeberin

Die Namensgeberin für den bestehenden Gedenkstein, die am 27. Mai 1919 geborene Rosa Hofmann, hätte gestern ihren 100. Geburtstag gefeiert. Sie war Leiterin im kommunistischen Jugendverband und wurde 1942 wegen der Verteilung von illegalen Flugblättern verhaftet, in denen die Sinnlosigkeit des Krieges angeprangert wurde. Vor dem Volksgerichtshof in Berlin wurde sie wegen "Wehrkraftzersetzung", Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 9. März 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

(Quelle: APA)

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