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Malteser Sommercamp in Salzburg: Ausbruch aus dem Alltag

Malteser-Kommandant Richard Wittek-Saltzberg, Vizebgm. Anja Hagenauer, Generalsekretär Manuel Weinberger und Einsatzleiter Stephan Mühlmann. Stadt Salzburg/Killer
Malteser-Kommandant Richard Wittek-Saltzberg, Vizebgm. Anja Hagenauer, Generalsekretär Manuel Weinberger und Einsatzleiter Stephan Mühlmann.

Von 22. bis 29. Juli findet in der Stadt Salzburg das Malteser Sommercamp statt - ein großes Treffen von rund 530 jungen Menschen mit Behinderung aus fast 30 Ländern. Organisiert wird die Veranstaltung vom Malteserorden in Österreich. "Wir wollen den Gästen Erlebnisse bieten, die ihnen im Alltag sonst nur schwer zugänglich sind - vor allem wegen ihrer Behinderung", so Camp-Leiter Stephan Mühlmann.

Am Programm stehen etwa Besichtigungen in der Stadt, Ausflüge in die Umgebung, Workshops und sportliche Aktivitäten. Die Anreise erfolgt am Samstag, am Sonntag findet um 14.00 Uhr die offizielle Begrüßung der Teilnehmer mit einer Messe im Salzburger Dom statt. "Für die Gäste ist das Camp eine Möglichkeit hinauszukommen, Kontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben", betonte Mühlmann. Und die Teilnehmer, meist junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren, sollen nach der Woche gestärkt zurück in den Alltag gehen.

Treffen der Malteser als logistische Herausforderung

Für die Initiatoren ist die Veranstaltung auch eine logistische Herausforderung. Untergebracht werden die Gäste mit ihren Betreuern in Salzburger Schulen, die wegen der Sommerferien leer stehen. Nicht nur eine allfällige medizinische Betreuung muss gewährleistet werden, rund 150 der Teilnehmer sitzen im Rollstuhl. "Es ist dabei nicht so einfach, diese Menge an Menschen in kurzer Zeit an ihr Ziel zu bringen. In einen Lift geht im Normalfall eben nur ein Rollstuhl hinein", sagte Malteser-Sprecher Sebastian Ernest im APA-Gespräch.

Sommercamp soll Bewusstsein für Barrierefreiheit schaffen

Die Malteser wollen mit dem Sommercamp auch das Bewusstsein für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum fördern. "Wir werden in Salzburg Erfahrungen und Eindrücke sammeln und diese auch filmisch und fotografisch dokumentieren", kündigte Ernest an. Die zuständige Salzburger Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) hat die Malteser bereits eingeladen, in den nächsten beiden Sitzungen des Behindertenbeirats im Herbst 2017 ihre Erfahrungen einzubringen und so Impulse für die Barrierefrei-Strategie der Stadt zu liefern.

Der Malteser-Ritterorden wurde um das Jahr 1048 in Jerusalem gegründet. Heute sitzt der Orden in Rom und zählt weltweit 13.500 Mitglieder, rund 40.000 hauptamtliche Mitarbeiter und über 100.000 ehrenamtliche Helfer. Sie leisten humanitäre Hilfe für über 15 Millionen behinderte, kranke oder notleidende Menschen auf der ganzen Welt. In Österreich ist der Orden seit dem 12. Jahrhundert aktiv.

(APA)

(Quelle: S24)

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