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Markartsteg wird zur Wissensbrücke

Der Markartsteg in der Mozartstadt wird ab Ende Mai nicht mehr nur ein Brücke sein. APA/BARBARA GINDL (Archiv)
Der Markartsteg in der Mozartstadt wird ab Ende Mai nicht mehr nur ein Brücke sein.

Der Makartsteg im Herzen der Landeshauptstadt wird vom 26. Mai bis zum 31. August zur Wissensbrücke. Unter dem Motto "Kommen – Gehen – Bleiben" wird dort über das 1966 zwischen Österreich und Jugoslawien abgeschlossene Anwerbeabkommen informiert. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Universität Salzburg und dem Stadtarchiv Salzburg reiht sich ein in die mehr als 30 Sonderausstellungen zum Jubiläumsjahr 20.16.

Vor genau 50 Jahren schloss Österreich ein Anwerbeabkommen mit Jugoslawien. Auf diese Weise kamen zahlreiche Arbeitsmigranten nach Salzburg. Viele von ihnen blieben hier und gründeten Familien, weitere Frauen und Männer folgten. Durch die Migrationen entstanden enge Verbindungen zwischen den beiden Staaten und grenzüberschreitende Netzwerke. Die Ausstellung der Wissensbrücke auf dem Makartsteg widmet sich der Geschichte dieser Migranten von 1960 bis 1980. Neben offiziellen Dokumenten illustrieren private Fotos das Erwerbs- und Alltagsleben dieser Menschen und ihrer Kinder, deren Freizeitaktivitäten und berufliche Erfolge. Dies teilte das Land Salzburg in einer Aussendung mit.

1960er-Jahre: Bevölkerungsrückgang durch Kries und Auswanderung

Die Bevölkerungsverluste bedingt durch Krieg und Auswanderung und der Wirtschaftsboom führten ab den 1960er-Jahren zu einem Arbeitskräftemangel. Mit dem Anwerbeabkommen sollten Erwerbstätige ins Land geholt werden. Die Arbeitsbewilligungen waren zeitlich befristet, um sicherzustellen, dass die als "Gastarbeiter" bezeichneten Arbeitskräfte wieder zurückkehren würden.

Ausstellung auf Makartsteg

Dass die Menschen bleiben könnten, daran dachte niemand. Bis 1973 stieg die Anzahl der Arbeitskräfte aus Jugoslawien auf rund 20.000 an. Sie arbeiteten in Baufirmen, im Gewerbe und im Tourismus. Schwere Tätigkeiten, geringes Einkommen und zahlreiche Überstunden prägten den Arbeitsalltag der Migranten. An den Wochenenden fuhren viele zu ihren Familien. Mit dem verdienten Geld unterstützten sie ihre Angehörigen und bauten Häuser in Jugoslawien. Ihre Freizeit verbrachten sie in jugoslawischen Kultur- und Sportvereinen; diese waren neben religiösen Institutionen eine wichtige Anlaufstelle. Viele Migranten wagten über die Jahre den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie eröffneten Geschäfte, Restaurants und Imbissstuben und trugen damit wesentlich zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung von Land und Stadt Salzburg bei.

(Quelle: S24)

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