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Mehr Frauennamen für Salzburgs Straßen und Plätze

Nur drei Prozent von Salzburgs Straßen und Plätze sind nach Frauen benannt. Bilderbox
Nur drei Prozent von Salzburgs Straßen und Plätze sind nach Frauen benannt.

Ausgiebig diskutiert und einstimmig beschlossen wurde am Donnerstag von der Kulturabteilung vorgelegte Amtsbericht zur „Benennung von Verkehrsflächen der Stadt Salzburg“.

Der Bericht von Sabine Veits-Falk, Historikerin im Stadtarchiv, legt zunächst die historisch wechselnden Modalitäten der Straßenbenennungen ab dem Mittelalter dar; seit den 1980er Jahren wurden vermehrt Namen zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus und Menschen aus dem Widerstand gewählt, in den letzten Jahren außerdem Namen von Frauen, um ihre Bedeutung und ihre Leistungen für die Gesellschaft besser im öffentlichen Raum zu verankern.

Nur drei Prozent der Straßen nach Frauen benannt

Die aktuelle Situation sieht folgendermaßen aus: Von insgesamt 1.143 Straßen- und Platznamen sind 515 (45,1 Prozent) derzeit nicht personenbezogen (vorwiegend Orts- und Flurnamen, Tiere, Blumen etc.), 65 Namen (5,7 Prozent) beziehen sich auf bedeutende Familien und Geschlechter sowie Personen- und Berufsgruppen. Insgesamt 529 Straßen (das sind 46,3 Prozent) sind aktuell nach Männern, nur 34 Straßen (3 Prozent) nach Frauen benannt.

Im Amtsbericht werden zehn Richtlinien zur zukünftigen Benennung von Straßen vorgeschlagen – neben formalen Kriterien u.a. weiterhin die Bevorzugung von Frauen, NS-Opfern und Personen aus dem Widerstand, direkte Beziehung zur Stadt Salzburg, möglichst auch topographischen Bezug im Viertel, keinen Benennungen nach lebenden Personen.

Zahlreiche Vorschläge

Unter diesen Gesichtspunkten ist eine Liste von Vorschlägen für zukünftige Benennungen nach Personen erstellt worden, deren Biographien bereits umfassend wissenschaftlich aufgearbeitet wurden (in alphabethischer Reihenfolge):

Marie Andeßner, Reiseschriftstellerin; Erzbischof Karl Berg, Bildhauerin Hilde Heger, Leopold Kohr, Portraitmalerin Barbara Krafft, Harfenvirtuosin Marie Mösner, Schriftstellerin Alja Rachmanowa, Ehepaar Anna und Anton Reindl – im Widerstand gegen das NS-Regime, Josef Reischenböck – Direktor der HS Haydnstraße, von den Nazis hingerichtet, Schriftstellerin und Lehrerin Maria Johanna Sedlmaier, Malerin und NS-Opfer Helene von Taussig, Malerin Irma Rafalea Toledo und Martha Weiser – erste Stadträtin in Salzburg.

Gründe für Umbenennung von Straßen

Der Richtlinienkatalog behandelt auch die Frage der Umbenennung von Straßen, die aus schwerwiegenden Gründen – politisch (wenn z.B. Forschungsergebnisse zu große NS-Verstrickung einer Person neu aufzeigen) - oder städtebaulich, u.a. im öffentlichen Interesse der Stadt Salzburg vom Gemeinderat beschlossen werden können. Speziell zu diesem Punkt brachte die Bürgerliste einen Zusatzantrag ein (einstimmig beschlossen), in dem die Kulturabteilung mit einem weiteren Amtsbericht beauftragt wird, ob und gegebenenfalls welche Straßen- und Platzbenennungen nach den Richtlinien des vorliegenden Amtsberichtes für eine Umbenennung vorgeschlagen werden; dies könne auch im Rahmen des laufenden NS-Projekts geschehen, heißt es in der Aussendung des Landes Salzburg.

Aufgerufen am 26.04.2019 um 09:39 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/mehr-frauennamen-fuer-salzburgs-strassen-und-plaetze-42593287

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