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Mehr Radfahrhaushalte als Autohaushalte in Salzburg

In Salzburg soll künftig noch mehr aufs Fahrrad gesetzt werden. Wildbild
In Salzburg soll künftig noch mehr aufs Fahrrad gesetzt werden.

Im Bundesland Salzburg wird regelmäßig kräftig in die Pedale getreten. Täglich wird das Fahrrad für rund 150.000 Fahrten als Verkehrsmittel genutzt, wie der VCÖ am Dienstag berichtet. Dennoch ist das Potential für mehr Radverkehr in Salzburg hoch. 

Insgesamt sind Salzburgs Haushalte sehr gut mit Fahrrädern ausgestattet: 86 Prozent haben laut Statistik Austria zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad. Damit gibt es im Land Salzburg mehr Fahrrad-Haushalte als Auto-Haushalte, informiert der VCÖ. Rund 344.000 Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahren nehmen zumindest manchmal das Fahrrad für Alltagswege, davon treten rund 205.000 häufig in die Pedale. Nicht mitgezählt sind Kinder unter 15 Jahren.

Kann Salzburg ein Radfahr-Land werden?

Rund 450.000 tägliche Alltagswege sind kürzer als zweieinhalb Kilometer, mehr  als 700.000 sind kürzer als fünf Kilometer. Der VCÖ fordert einen verstärkten Ausbau der Rad-Infrastruktur, eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten sowie die stärkere Förderung von betrieblichem Mobilitätsmanagement.

Kann Salzburg ein Radfahr-Land wie Dänemark oder die Niederlande werden? "Ja, mit einer radfahrfreundlichen Verkehrsplanung ist das möglich, denn die Voraussetzungen für einen landesweit hohen Radverkehrsanteil sind gut", ist VCÖ-Experte Markus Gansterer überzeugt. Rund 450.000 tägliche Alltagswege der Salzburgerinnen und Salzburger sind kürzer als zweieinhalb Kilometer, mehr als 700.000 sind kürzer als fünf Kilometer, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zeigt. Nicht alle, aber sehr viele dieser Wege lassen sich mit dem Fahrrad zurücklegen.

Ausbau der Radwege soll vorangetrieben werden

Derzeit werden im Land Salzburg im Schnitt pro Tag rund 150.000 Alltagswege mit dem Fahrrad gefahren, macht der VCÖ aufmerksam. Das sind Fahrten zur Arbeit, zur Schule oder Universität, zum Einkaufen, ins Kino, Kaffeehaus oder zum Sportplatz.  Nicht inkludiert ist darin Radfahren als Sport.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln. "Um dieses Ziel zu erreichen braucht es mehr Tempo beim Ausbau der Rad-Infrastruktur. Die Gemeinden und Bundesländer sind beim Ausbau der Rad-Infrastruktur auch finanziell stärker zu unterstützen", betont VCÖ-Experte Gansterer. Für Ballungsräume sind Rad-Highways als Verbindung vom Umland in die Stadt wichtig, in den Regionen sind sichere Verbindungen zwischen den Gemeinden sowie von den Siedlungen in das nächste Ortsgebiet nötig. Durch die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder ist das Fahrrad auch dort, wo es Steigungen gibt, ein gut geeignetes Verkehrsmittel.

EU-Radgipfel in Salzburg

Die finanziellen Ressourcen für den angedachten Ausbau der Radwege könnten indes knapp werden. Wie im Rahmen des seit Montag stattfindenden EU-Radgipfels in Salzburg bekannt wurde, soll das Radbudget Salzburgs gekürzt werden. Bei einer für Dienstagabend ab 18.15 Uhr angesetzten Radparade wollen Teilnehmer gegen die Maßnahme protestieren. Der Radgipfel geht noch bis Mittwoch, mehr als 400 Delegierte aus 20 Ländern nehmen daran teil.

Aufgerufen am 14.12.2018 um 01:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/mehr-radfahrhaushalte-als-autohaushalte-in-salzburg-60282145

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