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„Meinzuhaus“: 55 Wohnungen für Menschen in Not eröffnet

Die feierliche Eröffnung fand am Dienstag statt. SALZBURG24/Wurzer
Die feierliche Eröffnung fand am Dienstag statt.

Salzburg gilt als teuerstes Immobilienpflaster Österreichs. Ein Gegenentwurf zu den teils horrenden Wohnungspreisen stellt das Projekt „Meinzuhaus“ dar: Die Wohnanlage im Salzburger Stadtteil Riedenburg soll bei einer Bruttomiete von 335 Euro pro Monat wohnungslosen Salzburgern ein Dach über dem Kopf bieten. Am Dienstag wurde das Projekt eröffnet. 

In der Stadt Salzburg dürften derzeit 1.400 Menschen ohne eigenem Dach über dem Kopf leben - das ist jeder Hundertste Bewohner. Die häufigsten Gründe dafür, dass Menschen plötzlich ohne Wohnung darstehen, sind Schicksalsschläge, eine Scheidung, schwere Krankheit oder lange Arbeitslosigkeit. Betroffene sind meist bei Freunden, Verwandten und Bekannten oder in teuren Pensionszimmern mit oft schlechtem Standard untergebracht - oder leben im schlimmsten Fall auf der Straße.

Haus in Salzburg für Wohnungslose

Österreichweit einzigartig ist, dass "meinzuhaus.at" mit Mitteln aus der Wohnbauförderung errichtet wurde. Dafür wurde im Salzburger Landtag im Vorjahr extra das Wohnbauförderungsgesetz novelliert. Die Einheiten sind mit Bett, Kasten, Einbauküche, Dusche und WC ausgestattet. Das Haus steht nur Stadtbürgern offen, die als wohnungslos gelten. Asylwerber oder notreisende EU-Bürger werden von anderen Einrichtungen betreut, nicht jedoch in der Hübnergasse.

Ersparnis von 30.000 Euro

Die öffentliche Hand in Stadt und Land spart sich nun rund 50 Euro pro Klienten und Monat an sozialen Leistungen wie beispielsweise der Wohnbedarfshilfe, weil die Menschen in der Hübnergasse nun günstiger und qualitativ deutlich besser als in den einschlägig bekannten und teuren Pensionszimmern wohnen. Hochgerechnet auf ein Jahr mache das eine Ersparnis von rund 30.000 Euro aus, teilten die Initiatoren mit.

"Meinzuhaus" kostet 2,5 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Projekt betrugen rund 2,5 Millionen Euro. Etwas mehr als die Hälfte entfielen dabei auf Mittel aus der Wohnbauförderung. Die Sozialressorts von Stadt und Land unterstützten das Projekt mit jeweils 50.000 Euro. Über Salzburger Lions- und Rotary-Clubs kamen zusätzlich rund 260.000 Euro an Spenden. Den Baugrund stellte die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul zur Verfügung. Man habe sich bewusst für eine nicht-kommerzielle und soziale Nutzung des ehemaligen Klostergartens entschieden.

Zwei Drittel der Wohnungen vergeben

Die Vergabe der Wohneinheiten erfolgt durch die Caritas Salzburg und das Salzburger Studentenwerk - in Abstimmung mit dem Magistrat der Stadt Salzburg. Betroffene bekommen eine Wohnung für maximal drei Jahre. Derzeit sind schon zwei Drittel der Wohnungen belegt.

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