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Millionenbeute: Einbrecher-Duo aus Bosnien vor Gericht

Das Einbrecher-Duo musste sich am Montag vor Gericht verantworten. Neumayr/MMV
Das Einbrecher-Duo musste sich am Montag vor Gericht verantworten.

Zwei Brüder aus Bosnien sollen Mitglieder einer professionellen Einbruchsbande gewesen sein, die in Salzburg, Oberösterreich und Bayern einen Schaden von mehr als 1,3 Millionen Euro verursacht hat. Die beiden Männer im Alter von 35 und 30 Jahren bekannten sich am Montag bei einem Prozess in Salzburg nicht schuldig. Der ältere sprach von Zufällen, dass seine DNA-Spur sichergestellt wurde.

Staatsanwältin Sandra Wimmer warf den Brüdern gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vor. Mehr als die Hälfte der 15 vorgeworfenen Fakten im Zeitraum 2015 und 2016 wurde dem 35-jährigen Lkw-Fahrer angelastet. Sein jüngerer Bruder, ein Gelegenheitsarbeiter, hat laut Anklage eine untergeordnete Rolle gespielt. Zudem wird noch gegen drei Unbekannte ermittelt, ein weitere Verdächtiger wird gesondert verfolgt.

Millionenbeute bei Einbruch in Antiquitätenladen

Die Bande hat bei ihren Einbrüchen vor allem Geschäfte, Firmen und Autos ins Visier genommen. So wurden im März 2016 aus einem Antiquitätengeschäft in der Stadt Salzburg Schmuck und Preziosen im Wert von 1,26 Millionen Euro und aus einem Salzburger Juweliergeschäft Ringe im Wert von rund 66.000 Euro gestohlen. Den Einbruch in das Antiquitätengeschäft soll der 35-jährige mit einem unbekannten Mittäter verübt haben.

Die Täter waren auch auf Bargeld und Kleidung aus. Aus einem Drogeriemarkt im Salzburger Stadtteil Aigen wurde ein Tresor mit rund 20.000 Euro Bargeld aus der Verankerung gerissen. Bei einem Einbruch in das Geschäft von Intersport Bründl im Salzburger Outletcenter bestand die Beute aus 23.000 Euro Bargeld und Textilien. Die Bande brach auch Autos auf und schaltete mit einem Spezialgerät die elektronische Wegfahrsperre aus. Die gestohlenen Pkw wurden auch als Fluchtfahrzeuge verwendet. Diebesgut und professionelles Einbruchswerkzeug seien bei dem 35-Jährigen im Rahmen einer Hausdurchsuchung sichergestellt worden, erklärte die Staatsanwältin.

Abenteuerliche Erklärungen für DNA-Spuren

Der ältere Angeklagte, der vor seiner Inhaftierung am 1. Juni 2016 in Salzburg wohnte, beteuerte seine Unschuld. "Ich habe damit nichts zu tun", sagte er zur Vorsitzenden des Schöffensenates am Landesgericht Salzburg, Richterin Bettina Maxones-Kurkowski. Wie er sich denn erklären könne, dass seine DNA-Spuren an Einbruchswerkzeugen, an einem Abschleppseil in der Nähe eines aufgebrochen Fensters des Intersport-Geschäftes, aber auch auf einem Socken gefunden wurde, der über dem Bewegungsmelder eines Autohauses in Bad Reichenhall gestülpt war. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des 35-Jährigen stellten die Beamten unter anderem Kleidungsstücke sicher, die dem Bründl-Shop zugeordnet wurden.

Die Erklärungen des Angeklagten klangen teils etwas abenteuerlich. Vielleicht habe er das Abschleppseil beim Einkaufen in einem Bauhaus berührt, meinte er. Werkzeuge habe er viele in Bosnien verkauft, deshalb könne auf dem Akku-Schrauber seine DNA-Spur gefunden worden sein. Und den Socken könne ihm ja jemand weggenommen haben, möglicherweise habe ihm jemand Probleme machen wollen, mutmaßte der 35-Jährige. Den DNA-Treffer in einem in Oberösterreich gestohlenen Auto bezeichnete der Mann als Zufall, er habe ja viele Autos "schwarz" verkauft, deshalb könne eine biologische Spur von ihm an den Armaturen gehaftet sein.

Prozess in Salzburg vertagt: Weitere Zeugen geladen

Dass sich ein Zeuge nach einem Einbruch in das Juweliergeschäft einige Buchstaben des Kennzeichen eines Audis merken konnte, die mit der Nummer am Audi des 35-Jährigen übereinstimmen, tat der Angeklagte ebenfalls als Zufall ab. Rechtsanwalt Kurt Jelinek, der beide Beschuldigten verteidigte, forderte einen Freispruch im Zweifel. "Es wurden 94 Fakten angezeigt. Geblieben ist nicht viel." Ein Urteil wird heute noch nicht gesprochen. Der Prozess wird zur Einvernahme von Zeugen vertagt.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 24.09.2022 um 09:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/millionenbeute-einbrecher-duo-aus-bosnien-vor-gericht-55057348

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