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Molekularbiologe bekämpft Uni-Kündigung

Der am 22. März von der Universität Salzburg wegen angeblicher Fälschung von Forschungsergebnissen gekündigte Molekularbiologe bekämpft die Beendigung seines Dienstverhältnisses.

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) unterstützt den Wissenschaftler und hat beim Arbeits- und Sozialgericht die Kündigung angefochten, bestätigte GÖD-Landesvorsitzender Johann Siller am Donnerstag der APA entsprechende Medienberichte. Erster Verhandlungstermin ist am 24. Mai.

„Kündigung nicht gerechtfertigt“

"Wir sind der Meinung, dass die Kündigung, so wie sie die Universität vertritt, nicht gerecht gefertigt ist", so Siller. Der Biologe will mit der Klage die Feststellung eines aufrechten Dienstverhältnisses erreichen, "da die von der Universität Salzburg trotz des Widerspruches des Betriebsrates für das wissenschaftliche Personal ausgesprochene Kündigung wegen einer tatsächlich erfolgten und von mir auch selbst gemeldeten fehlerhaften Angabe in einer wissenschaftlichen Publikation im Hinblick auf meine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen nach dem Arbeitsverfassungsgesetz unberechtigt erfolgt ist", wie er über seinen Anwalt mitteilte.

US-Wissenschaftler waren Auslöser für Kündigung

Auslöser der Kündigung waren US-Wissenschaftler, die in einer Fachzeitschrift den Vorwurf der Datenmanipulation erhoben und auch die Universität Salzburg brieflich informiert hatten. Sie warfen dem Molekularbiologen vor, wissenschaftliche Berichte über die Struktur von Birkenpollenallergenen in Publikationen manipuliert zu haben. Rektor Heinrich Schmidinger wandte sich daraufhin an die Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien, die das wissenschaftliche Fehlverhalten bestätigte. Zugleich erstattete der Biologe laut Schmidinger Selbstanzeige und räumte die Fälschungsvorwürfe ein.

Übrigen Arbeiten des Biologen werden überprüft

Mit 22. März kündigte daraufhin der Rektor den Wissenschaftler. Es gehe um den Ruf der gesamten Universität und der Wissenschaft, sagte Schmidinger, und da dürfe es keinen Zweifel geben. Nun sollen auch die übrigen Arbeiten des Wissenschaftlers überprüft werden. Zuständig ist auch hier die österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien. Der Biologe ist für seine Forschungsarbeiten an der Struktur von Molekülen allergener Substanzen bekanntgeworden. Dafür hat er auch ein mit 1,7 Millionen Euro dotiertes Marie-Curie-Stipendium erhalten. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.05.2021 um 05:38 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/molekularbiologe-bekaempft-uni-kuendigung-59331175

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