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Mieter haben den Schaden

Mülltourismus beschäftigt Magistrat Salzburg

Abfall wird im Vorbeifahren einfach abgeladen

Volle Mülltonnen Bilderbox
Sind die Mülltonnen regelmäßig überfüllt, wird eine größere Mülltonne geordert. (SYMBOLBILD)

Man spricht von Mülltourismus, wenn Menschen ihren Abfall jeglicher Art in den Mülltonnen anderer Haushalte entsorgen. Klingt nach einem Kavaliersdelikt, doch die Mieter müssen dafür die zusätzlichen Kosten tragen.

Illegaler Mülltourismus ist besonders in der Stadt Salzburg ein Thema. Im Vergleich zum klassischen Tourismus, bricht er während des Corona-Lockdowns allerdings nicht ein. Wie ein Kuckuck seine Eier in fremde Nester legt, so laden Leute ihren Müll in fremden Mülltonnen ab.

Müll wird im Vorbeifahren abgeladen

„Wir kennen das Problem schon lange“, seufzt Alexander Gajda, Geschäftsführer der General-Keyes-Straßen GmbH. In der Wohnsiedlung mit hunderten Parteien sei das Thema Müll ohnehin regelmäßig Thema. Wenn dann noch Fremde im Vorbeifahren heimlich ihren Müll abladen, belaste das die Infrastruktur. Besonders Rest- und Sperrmüllcontainer würden regelmäßig davon betroffen sein, erzählt Gajda im Gespräch mit SALZBURG24.

 

Mieter haben den Schaden

„Wir haben daran gedacht, die Plätze einzuzäunen, aber das ist auch nicht zielführend“, erzählt Gajda, der ebenfalls Vermieter ist. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es den Leuten egal ist. Sie werfen den Müll dann oben drüber“. Das Problem an der Sache ist, dass der zusätzlich abgeladene Müll vom Magistrat Salzburg abgeholt wird und die Mehrkosten verrechnet werden. Und die schlagen sich dann auf die Betriebskosten der Mieter oder Hausbewohner nieder, die wie die Jungfrau zum Kind kommen.

"Allgemeinheit trägt nicht die Kosten"

Das Thema Mülltourismus ist auch Amtsleiter Jürgen Wulff-Gegenbauer vom Magistrat Salzburg sehr wohl bekannt. „Die Allgemeinheit (die Stadt Salzburg, Anm.) trägt nicht die Kosten der Siedlung“, so der Amtsleiter, der klar stellt: „Wenn etwas rumliegt, wird es auch weggeräumt und verrechnet.“ Die Verrechnung stellt sich in Form einer größeren Tonne dar, die dann natürlich mehr kostet. Allerdings nicht umgehend, sondern nur, wenn die Situation nicht besser wird. „Meine Mitarbeiter fahren ihre Touren schon lange und kennen die Gegenden“, versichert Wulff-Gegenbauer.

Mülltourismus ist Faulheit

„Wir haben auch heftige Siedlungen, wo die Leute überall auf der Straße ihren Sperrmüll abladen“, erzählt der Amtsleiter und wundert sich: „Obwohl das Sammelsystem mit dem Recyclinghof in Salzburg sehr gut ist. Viele sind nur zu faul, um es dort zu entsorgen.“ Besonders in der Altstadt, wo private Mülltonnen oft auf öffentlichen Plätzen stehen, würde gerne jeglicher Müll illegal abgestellt.

Lösung steht aus

Eine Lösung des Problems Mülltourismus konnte noch nicht gefunden werden. „Wir müssen die Leute inflagranti erwischen, sonst können wir nichts tun“, weiß Wulff-Gegenbauer. Man könne nur an die Vernunft appellieren. Dem Amtsleiter ist dabei natürlich wichtig, dass die Stadt Salzburg so sauber wie möglich bleibt. „Die Alternative wäre, alles liegen zu lassen, aber wir wollen in Salzburg keine italienischen Verhältnisse“.

(Quelle: SALZBURG24)

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