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Museum der Moderne: Neue Direktorin Breitwieser auf Erfolg gepolt

Dienstagvormittag hat sich die 50-Jährige als neue Direktorin des Museum der Moderne (MdM) in Salzburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Wildbild
Dienstagvormittag hat sich die 50-Jährige als neue Direktorin des Museum der Moderne (MdM) in Salzburg der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die designierte Direktorin des Salzburger Museums der Moderne heißt Sabine Breitwieser und wurde am Dienstag vorgestellt.

Dienstagvormittag hat sich die 50-Jährige in Salzburg der Öffentlichkeit vorgestellt. "Ich werde in Salzburg wahrscheinlich Erfolg haben", so Breitwieser in ihrem Antrittsstatement. Zuletzt hat die ausgebildete Juristin im Museum of Modern Art in New York die Abteilung für Medien- und Performance-Kunst geleitet. Die Entscheidung, nach Salzburg zu gehen, sei ihr schwer gefallen, erläuterte der für Museen zuständige LHStv. Wilfried Haslauer (V), der Breitwieser für Salzburg "überredet" hat.

Breitwieser bis 2018 MdM-Direktorin

"Freunde haben gesagt, du bist ja wahnsinnig, in Salzburg ist in den zwei Sommermonaten etwas los, den Rest kannst du vergessen", sagte Breitwieser und betonte, sich auch selbst lange gefragt zu haben, ob Salzburg nach New York einen Aufstieg oder einen Abstieg bedeute. Aber die Chance, ein eigenes Haus zu leiten, hat die bei Gmunden in Oberösterreich geborene Breitwieser offensichtlich dann doch überzeugt. Die künftige Direktorin des MdM wird ihr Amt im September 2013 antreten, sie ist für fünf Jahre bestellt, also bis 2018.

"Bisher hat eine inhaltlich klare Positionierung des MdM nicht stattgefunden", sagte Breitwieser, "vielleicht nicht stattfinden können. Die Fragen, wofür dieses Haus steht, an wen genau es sich mit seinem Angebot wendet und welche Rolle es spielen soll in der immer größeren Vielzahl von 'Museen für die Moderne', diese Fragen werden mich beschäftigen".

Genaues Programm lässt Breitwieser noch offen

Wie genau ihr Programm aussehen wird, mit welchen Sammlungen und Ausstellungen sie das MdM profilieren will, ließ Breitwieser offen, dafür sei es zu früh. "Aber wichtig ist mir, auch einen Blick auf die 'dunkle Seite der Moderne' zu werfen." Damit sei nicht nur die NS-Zeit gemeint, in der so viel an Kunst für Österreich verloren gegangen sei, sondern auch der Kolonialismus, der Österreich genauso betreffe wie andere Länder. Außerdem werde zu überprüfen sein, ob Frauen in der Kunst die gleichen Chancen haben und ob die verschiedenen Regionen künstlerisch vertreten seien. Tatsächlich wird die neue Kunstmanagerin bis Sommer 2014 die vom derzeitigen Direktor Toni Stooss geplanten Ausstellungen übernehmen und erst dann mit eigenen Ideen selbst sichtbar werden.

Museen als Raum für lebendige Interaktion

"Ein Museum ist ein Ort des Gedächtnisses, in dem wir aufbewahren, was wir für wichtig halten. Aber in Salzburg gibt es keine hochkarätige Sammlung, auch in Wien ist moderne Kunst, also Kunst seit 1945, nur privat gesammelt worden", so die in Linz und Wien zur Juristin ausgebildete Kunstmanagerin, die "vermögende Leute" nach amerikanischem Vorbild auch in Salzburg ans Museum binden will. "International gehen die Entwicklungen dahin, dass Museen immer weniger Orte sind, an denen statische Objekte präsentiert werden. Immer mehr geht es um lebendige Interaktion auch mit anderen künstlerischen Sparten wie dem Tanz oder dem Theatralischen", sagte Breitwieser, die vor ihrem Job im MoMA in New York fast 20 Jahre lang die Sammlung der Generali Foundation betreut und sich davor für Experimentaltheater engagiert hatte. (APA)

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