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Museum der Moderne Salzburg zeigt nun Kokoschka-Schau

Oskar Kokoschka hat auch einen starken Salzburg-Bezug. APA / Archiv
Oskar Kokoschka hat auch einen starken Salzburg-Bezug.

Im Bestand des Museums der Moderne Salzburg befindet sich fast das gesamte druckgrafische Werk von Oskar Kokoschka. Aus diesem Schatz hat Kuratorin Barbara Herzog eine Schau gestaltet, die die Arbeiten in den Kontext ihrer jeweiligen Entstehungszeit setzt. "Kokoschka war auch ein politischer Künstler", sagte Museumsleiter Thorsten Sadowsky am Freitag bei der Präsentation der Ausstellung.

Schon während seines Kunststudiums in Wien hat Kokoschka sich mit Druckgrafiken beschäftigt. In der Spätphase seines künstlerischen Schaffens nahmen Lithografien und Radierungen einen erheblichen Stellenwert ein. Die Ausstellung spannt unter dem Titel "Oskar Kokoschka - Das druckgrafische Werk im Kontext seiner Zeit" in acht Kapiteln einen Bogen über die gesamte Schaffenszeit des 1886 in Pöchlarn geborenen Künstlers. Rund 200 Blätter werden präsentiert. "Wir zeigen in dieser Ausstellung die künstlerische und persönliche Entwicklung von Kokoschka. Er ist ein Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts", meinte Herzog.

Im ersten Kapitel stehen Arbeiten im Mittelpunkt, die Kokoschka für die Wiener Werkstätten gemacht hat. "Die träumenden Knaben" sind acht Farblithografien, die 1908 publiziert wurden. Die Bilder seien noch dem Jugendstil verpflichtet, der dazu gehörige Text - ein Liebesgedicht - weise schon auf den Expressionismus hin, sagte Herzog. Die männliche Verunsicherung angesichts der Emanzipation der Frau thematisierte Kokoschka nicht nur in seinem Roman "Mörder, Hoffnung der Frauen", der für einen Skandal sorgte, sondern auch in vielen seiner Bilder.

Prägende Zeit im Ersten Weltkrieg

Seine schwierige Beziehung zu Alma Mahler spiegelt sich ebenfalls in seinen Arbeiten wider. Nach der Trennung von Alma Mahler meldet sich Kokoschka für den Kriegsdienst. Er habe sich vom begeisterten Kriegsfreiwilligen nach Verwundungen und seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg zu einem überzeugten Pazifisten gewandelt, sagte Herzog. Später seien Kokoschkas Werke von der Nationalsozialisten als entartet diffamiert worden. Mit seiner Frau Olda geht er nach England. Nach Ende des Krieges lässt sich der Künstler in der Schweiz nieder. Sein Spätwerk ist von der Auseinandersetzung mit antiken Mythologien geprägt.

Kokoschka hat starken Salzburg-Bezug

Der Künstler hat auch einen starken Salzburg-Bezug. Er gründete gemeinsam mit Friedrich Welz 1953 die Salzburger Sommerakademie als "Schule des Sehens". Sechs Fotografien von Erich Lessing zeigen Kokoschka als Lehrenden an der Sommerakademie. Auch eine Skulptur von Alfred Hrdlicka, der 1963 den Künstler porträtierte, ergänzt die große Kokoschka-Ausstellung des Museums der Moderne.

Für Sadowsky ist die Schau auch eine Gelegenheit, um einen Vorgeschmack auf seine Ausstellungspläne zu geben. "Ich möchte unsere Sammlung der Klassischen Moderne in einen Dialog mit zeitgenössischer Kunst bringen", kündigte der Museumsdirektor an.

(APA)

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