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Mysteriöser Todesfall in Gnigl: Verfahren eingestellt

Das Verfahren wurde eingestellt. Neumayr
Landegericht Salzburg Aussenaufnahme Foto: Neumayr/MMV 25.01.2011

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Witwer einer 26-jährigen Frau aus dem Salzburger Stadtteil Gnigl, die im Jahr 1991 tot aufgefunden wurde, nach drei Jahre langen Ermittlungen eingestellt.

Die Erhebungen haben den 57-jährigen Mann entlastet, hieß es am Dienstag seitens der Behörde. Zwei verdächtige DNA-Profile, die sichergestellt wurden, konnten bisher keiner Person zugeordnet werden.

1991 in Gnigl tot aufgefunden

Die Mutter einer damals eineinhalbjährigen Tochter war am 2. November 1991 unter mysteriösen Umständen in ihrer Wohnung im Salzburger Stadtteil Gnigl ums Leben gekommen. Bei der damaligen Obduktion wurde ein gebrochener Ringknorpel festgestellt, vermutlich als Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung. Auf der Stiege zur Wohnung standen "Molotowcocktails": Zwei mit Benzin gefüllte Bierflaschen, die mit Geschirrtuchstreifen verstopft waren. Daneben lag eine Zigarette, die offensichtlich ausgegangen war. Fünf ärztliche Gutachten konnten damals nicht klären, woran die junge Mutter zu Allerseelen tatsächlich gestorben war. Die Staatsanwaltschaft geht noch heute davon aus, dass die Frau erdrosselt worden ist.

Witwer verurteilt

Der Witwer beteuerte seine Unschuld. "Er war zur Tatzeit nicht am Tatort", hatte sein Verteidiger Leopold Hirsch stets erklärt. Der Verdächtige war am 23. Juli 1993 vom Landesgericht Salzburg in der Causa wegen schwerer Körperverletzung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden, doch das Oberlandesgericht Linz sprach ihn mit Urteil vom 20. Dezember 1994 frei. Die Eltern des Opfers strengten seit Ende 2007 eine Wiederaufnahme des Verfahrens an, die aufgrund eines Gutachtens der Salzburger Gerichtsmedizin vom OLG Linz im Herbst 2010 auch bewilligt wurde.

DNA-Gutachten im Juni 2012

Im Juni des Vorjahres hatte die Gerichtsmedizin Salzburg ein DNA-Gutachten über gesicherte Beweisstücke vorgelegt. Bei der Untersuchung von Gegenständen wie Kleidungsstücke der Toten, ein Geschirrtuch, Flaschen, ein Türschloss, eine Haarspange und Zahnbürsten wurden biologische Spuren von Ermittlern, Rot-Kreuz-Helfern, der Verstorbenen selbst und auch ihrem Ehemann festgestellt. Dass vereinzelt Spuren seines Mandanten gefunden wurden, sei nicht außergewöhnlich, da er ja der Ehemann gewesen sei, hatte Rechtsanwalt Hirsch erklärt.

Zwei männliche DNA-Spuren auf Kleidung der Toten

"Das Verfahren ist jetzt eingestellt worden, weil die ergänzenden Untersuchungen keinen konkreten Tatverdacht gegen den Verdächtigen erbracht haben", sagte die Leiterin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Christina Chalupsky, am Dienstag auf Anfrage der APA. "Die Auswertung von zwei DNA-Spuren haben ihn entlastet. Momentan gibt es keine bestimmte verdächtige Person." Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass die Frau durch Gewalteinwirkung gestorben ist. Der Fall bleibt nach wie vor ungeklärt.

Einstellung des Verfahrens abgesegnet

Im wieder aufgenommenen Ermittlungsverfahren wurden alle sichergestellten DNA-Profile überprüft. Einige konnten den Sanitätern, und Polizisten und dem Witwer zugeordnet werden. Jene DNA, die auf einer Bierflasche gefunden wurde, stammt von einem ermittelnden Beamten. Allerdings konnten zwei männliche DNA-Spuren, die auf der Oberkleidung der Verstorbenen hafteten, nicht identifiziert werden. Sie wurden in eine polizeiliche Datenbank eingespeichert. Doch bis heute erfolgte kein Treffer. Gerade in jenen Bereichen, wo ein Täter während des Gewaltaktes Spuren hinterlassen hätte müssen, wurden keine DNA des Witwers sichergestellt. Der Vorschlag der Staatsanwaltschaft auf Einstellung des Verfahrens ist sowohl von der Oberstaatsanwaltschaft Linz als auch vom Justizministerium abgesegnet worden. Am vergangenen Freitag ist der Akt nach Salzburg zurückgekommen. (APA)

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