Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Nach Schießerei in Schallmoos: Anrainer zeigen sich besorgt

Tagsüber zeigt sich der Dr.-Hans-Lechner-Park von seiner idyllischen Seite. SALZBURG24/Berger
Tagsüber zeigt sich der Dr.-Hans-Lechner-Park von seiner idyllischen Seite.

Rund eine Woche ist seit der Schießerei im Dr.-Hans-Lechner-Park im Salzburger Stadtteil Schallmoos vergangen. Ein Verdächtiger wurde verhaftet. Es soll um Drogengeschäfte gegangen sein, heißt es bei der Polizei. Die Verunsicherung der Anwohner ist groß. Doch die Suchtgiftszene ist nicht das einzige Milieu, das sie besorgt.

Der Lechner-Park zeigt sich am frühen Mittwochabend von seiner idyllischen Seite. Kinder spielen Ball und toben auf den Spielgeräten, auf der Wiese sitzen kleine Grüppchen zusammen, andere praktizieren konzentriert Yoga. Am Parkeingang entlang der Bayerhamerstraße ist die Stimmung durchaus angespannter. Rund 60 Anwohner sind zu einer Anrainerdiskussion gekommen. Insgesamt zählt die Gegend rund 10.000 Bewohner. Die Veranstaltung wurde nach den jüngsten Ereignissen von Tarik Mete (Kandidat für die Gemeinderatswahl) und Gemeinderätin Hannelore Schmidt (beide SPÖ) initiiert. Auch sie leben im Stadtteil Schallmoos. Man wolle Probleme und Lösungen sammeln und diese an die Stadtregierung herantragen.

"Seltsame Gestalten" im Hans-Lechner-Park

Einige der Anrainer schildern einschlägige Beobachtungen, die sie in der Vergangenheit in den Abend- und Nachtstunden im Park gemacht hätten. Vor allem in den nicht ausgeleuchteten Bereichen des etwa 10.000 Quadratmeter großen Areals würden sich "seltsame Gestalten" herumtreiben, die "große schwarze Taschen" bei sich trügen. "Ich habe beobachtet, wie Drogendeals laufen. Es war wohl nichts Legales, wenn einer einen Rucksack abstellt und ein anderer holt ihn und es fließt Geld", weiß auch Mete zu berichten. Eine direkte Anwohnerin erzählt von Drogensüchtigen, die sich im Gebüsch Spritzen setzen würden.

 

Viele der am Mittwoch gekommenen Anwohner haben nach eigenen Angaben zwar selbst noch nichts Derartiges beobachtet, das Gefühl nachts durch den Park zu gehen sei dennoch "ungut", wie eine langjährige Schallmooserin gegenüber SALZBURG24 zugibt. Das bekräftigt auch eine junge Anrainerin: "Ich traue mich, wenn es dunkel ist, nicht mehr in den Park", sagt sie im Zuge der Diskussion.

Die Schallmooser sprechen über ihre Ängste und Anliegen./SALZBURG24/Berger Salzburg24
Die Schallmooser sprechen über ihre Ängste und Anliegen./SALZBURG24/Berger

Schallmoos zählt zu Salzburgs Drogen-Hotspots

Aktuelle Zahlen der Polizei Salzburg bekräftigen die Empfindungen der Anwohner. Neben dem Bahnhofsviertel und dem Stadtteil Lehen zählen inzwischen auch Liefering und Schallmoos zu den Hauptumschlagsplätzen der Drogenkriminalität in Salzburg, wie Polizeisprecherin Verena Rainer am Mittwoch im S24-Gespräch angibt.

Ein weiteres Problem ist immer noch der angrenzende Straßenstrich. "Ich werde oft belästigt, wenn ich Gassi gehe", sagt eine Hundebesitzerin. Die Freier würden zudem nachts "die Straßen auf und abfahren". Zwar gibt es bereits ein Nachtfahrverbot in der Bayerhamerstraße ab der Breitenfelderstraße, doch das reiche nicht aus. Die Anrainer fordern eine Ausweitung. Auch Franz Seidl, Obmann des Stadtteilvereins, sieht Handlungsbedarf: "Man hat den Straßenstrich in der Bayerhamerstraße kurzzeitig in Griff bekommen", aber inzwischen seien wieder vermehrt Freier, Prostituierte und Zuhälter in Schallmoos unterwegs.

Anrainer fordern mehr Polizeipräsenz ein

Der Grundtenor der Anwohner lautet: Mehr Polizeipräsenz. Ob gegen Drogenkriminalität, Straßenstrich oder campierende Bettler. Derzeit fühlen sie sich allein gelassen, beklagen sie. Nach einem Anruf bei der Polizei dauere es knapp eine Stunde, bis eine Streife eintreffe. Auch das Ordnungsamt sei nicht hilfreich. Man würde zwischen den Stellen hin und her geschoben. Niemand zeige sich verantwortlich. Ebenjene verstärkte Polizeiarbeit hat Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP) in der Vorwoche angekündigt. Aber ebenso werden mehr Beleuchtung, Mülleimer und auch Sozialarbeit gewünscht – der Park solle mehr belebt werden, um ihn für die nächtlichen Besucher unattraktiv zu machen. Schließlich sei er bei der Eröffnung im Jahr 1997 als Erholungsgebiet angepriesen worden, erinnert einer der Anrainer.

Aufgerufen am 18.02.2019 um 05:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/nach-schiesserei-in-schallmoos-anrainer-zeigen-sich-besorgt-60082255

Kommentare

Mehr zum Thema