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nachTgedacht: Paula Brandtner mit "Fuge et lacrima!"

"Fuge et lacrima!" von der 18-jährigen Paula. Brandtner
"Fuge et lacrima!" von der 18-jährigen Paula.

In einer Ausstellung zum Thema „nachTgedacht" stellen die Maturaklassen des Musischen Gymnasiums Salzburg (Schwerpunktgruppe Bildende Kunst) ihre Abschlussarbeiten der Öffentlichkeit vor. Das achte und letzte Projekt, das wir veröffentlichen, ist von Johanna Lehmert (18 Jahre): „Schlaflied". Die Abschlussausstellung aller Werke ist am 31. März in der Galerie 2C for Art, im 2ndfloor und in der academy zu sehen.

„Wir wachen
über unsere Träume.
In der Nacht selbst lenken wir sie nicht,
wenn blinde Augen suchten nach Licht
in schwarzen Räumen.
 
Wir erwachen
aus unseren Träumen
spüren unser Innerstes in blutigen Fängen,
der Körper hilflos unter inneren Zwängen,
salzige Wasser unsere Augen säumen."

 

Die größte Angst empfindet der Mensch vor dem Alleinsein. Selten sind wir einsamer als nachts und in der mit der Nacht einhergehenden Dunkelheit. Ohne Licht sehen wir die Menschen um uns herum nicht, mögen sie uns auch noch so nahe sein.

Ich habe mich anlässlich meines letzten Projektes zum Thema Nacht mit dem Gefühl des Albtraums beschäftigt, da Albträume für mich die einsamsten Momente meines Lebens sind.

Sobald wir einschlafen, sind wir getrennt von einem Großteil unserer Körperfunktionen, sind alleine mit unserem Hirn und der stärkste Sinn, der uns bleibt, ist der Sehsinn. Daher liegt mein Hauptaugenmerk auf den Augen, die auch eine zentrale Rolle in meinem Bild einnehmen. Ebenso ist die scharfe Trennung von Wirklichkeit und Traum für mich von Bedeutung. Obwohl wir geborgen und sicher in unseren Betten liegen, können wir in unseren Köpfen schlimmste Qualen erleben.

So war es für mich von großer Wichtigkeit, einerseits die Wirklichkeit und andererseits den Traum zu symbolisieren. So habe ich mich für eine Tonplastik, die für die Realität steht, und für ein Bild auf Leinwand entschieden. Das Bild ist bewusst auf die Rückseite gemalt, um den Abstand zur Realität zu betonen. Träume können etwas Wunderschönes sein. Sie können behaglich sein, sanft und dir die schönsten Szenarien zeigen, die du dir wünscht, ehe sie im nächsten Moment wieder verschwunden sind.

Albträume hingegen erzeugen ein ganz spezielles Gefühl. Eine Mischung aus Angst und Getriebenheit, Kraft und Machtlosigkeit zusammengefügt zu einer eigenen Art von Panik. Eben diese Panik versuche ich durch meine Werke zu visualisieren.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 04.03.2021 um 09:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/nachtgedacht-paula-brandtner-mit-fuge-et-lacrima-45015481

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