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Geplant ab Mai

Neutor in der Innenstadt wird gesperrt

Drei Wochen vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl in Salzburg werden in der Stadt Salzburg Allianzen geschmiedet. Bürgerliste/Grüne, SPÖ und NEOS haben sich verbündet und ein neues Verkehrskonzept für die Salzburger Altstadt vorgestellt. Das Neutor wird für den Individualverkehr gesperrt. Mehr Verkehr soll dadurch planmäßig nicht entstehen. Die Details.

Johann Padutsch (Bürgerliste/Grüne) freut sich, dass er diesen Moment noch in seiner aktiven Zeit erleben darf. Die Rede ist von einer Verkehrsberuhigung der linken Altstadt-Seite, zumindest dem nördlichen Teil. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Baustadtrat Lukas Rößlhuber (NEOS) hat er am Montag bei einem Pressegespräch die neuen Pläne vorgestellt.

Verkehrsführung Neutor Stadt Salzburg
So soll die neue Verkehrsführung aussehen.

Neutor für Autos gesperrt

Das Interesse daran war groß – der kleine Raum im Stadtcafé dementsprechend voll. Eine Lösung für das Verkehrs- und vor allem Stauproblem rund um Neutor und Bürgerspitalplatz wird schon seit Jahren diskutiert. Im Sommer 2012 versuchte man es mit der Mittagsregelung, bei der Baustelle im Jahr 2015 mit einem Kreisverkehr. Der jetzige Vorstoß sei "härter", formuliert es Bernhard Auinger: Der Individualverkehr wird nicht mehr durch das Neutor durchfahren dürfen. Ausgenommen sind Zulieferer, Öffis, Taxis, Fiaker und Bewohner.

Sperre Neutor Wildbild
Die Sperre des Neutors soll den Verkehr in der Stadt generell verringern, hoffen die drei Politiker.

Verkehrs-Pläne für die nördliche Altstadt

Die Zone zwischen Getreidegasse und Herbert-von Karajan-Platz soll damit ruhiger werden. Neu geregelt wird ebenso die Zufahrt von der Müllner Seite. Vom Franz-Josef-Kai kommend dürfen Autos künftig wieder geradeaus fahren. Am Hildmannplatz will man erneut einen Kreisverkehr errichten – diesmal permanent. Außerdem braucht es am Franz-Josef-Kai in Richtung Museumsplatz einen Fußgängerübergang. Hier ist entweder eine Druck-Knopf-Ampel oder eine Teilung der Fahrbahn plus Zebrastreifen geplant.

Was auf der einen Seite zu einer Verringerung des Verkehrs um bis zu 66 Prozent bzw. 7.000 Autofahrten pro Tag führen soll, wird die Belastung an anderer Stelle erhöhen. In der Lindhofstraße um 22 Prozent, in der Sinnhubstraße um acht Prozent. Für den Müllner-Hügel bedeutet das mehr Verkehr.

Sperre auch ohne Ja der ÖVP

Bisher ist das neue Konzept ein Amtsbericht mit den Unterschriften von Padutsch und Rößlhuber. Schon am Donnerstag, 21. Februar, soll er im Planungsausschuss diskutiert und beschlossen werden. Gemeinsam haben die drei Parteien eine Mehrheit, mit Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und dem Altstadtverband habe man noch nicht gesprochen, heißt es bei der Pressekonferenz (eine erste Reaktion des Bürgermeisters lest ihr HIER). Man möchte das Konzept also auch ohne die Zustimmung der ÖVP durchbringen.

Sperre Neutor Wildbild
Die ersten Vorschläge für eine Neugestaltung mit weniger Verkehr gibt es bereits.

Umsetzung noch im Mai

Läuft alles nach Plan, könne bereits im Mai mit den Bauarbeiten begonnen werden. Poller oder Schranken soll es laut Padutsch keine geben: Man setze darauf, dass durch strenge Kontrollen am Anfang und entsprechende Beschilderung keine weiteren Sperren notwendig seien. Begleitend dazu sollen auch die Plätze neu gestaltet werden. Je nachdem, wie viel Verkehr noch übrig bleibe, könnte man die Fußgänger-Zone verlängern und eine Flaniermeile einrichten.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher der Altstadt soll der diskutierte Teil sicherer, die Öffis schneller und die Luftqualität besser werden. Wird das Konzept genehmigt, sollen die notwendigen Arbeiten 2020 abgeschlossen sein.

Hier könnt ihr den LIVETICKER nachlesen:

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