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Neutor-Sperre: Padutsch reagiert auf Kritik

Die geplante Sperre des Neutors in der Landeshauptstadt sorgt weiterhin für erhitzte Gemüter und Diskussionen. Gegenüber SALZBURG24 weist Johann Padutsch (Bürgerliste) am Mittwoch die Kritik zurück, dass es kein Gesamtkonzept für die Verkehrsberuhigung gebe. Den Vorwurf einer Wahltaktik will der 63-Jährige nicht gelten lassen.

Salzburg

Weniger als drei Wochen vor den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen in Salzburg ließen Padutsch, Bernhard Auinger (SPÖ) und Lukas Rößlhuber (NEOS) am Montag die Bombe platzen. Parteiübergreifend habe man sich darauf geeinigt, den Verkehr im nördlichen Teil der linken Altstadt-Seite zu beruhigen. Künftig sollen nur noch Öffis, Taxis, Fiaker, Fahrräder, Zulieferer und Anrainer das Neutor passieren dürfen.

Beschlossen wird das Ganze bereits am Donnerstag dank einer Mehrheit im städtischen Planungsausschuss, die nach den Wahlen am 10. März jedoch wieder kippen könnte.

Padutsch: "Keine Wahltaktik"

Den Vorwurf der Wahltaktik will Verkehrsstadtrat Padutsch nicht gelten lassen: "Ich glaube, dass es an der Zeit war, es vor einer Wahl zu machen." So würde die Bevölkerung wissen, wie sich die Parteien positionieren. "Wenn man es nicht so machen würde, käme nach der Wahl der Vorwurf, warum wir es nicht vorher gemacht haben." Für Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) kommt eine Neutor-Sperre generell nicht in Frage.

Baustellen-Regelung als Vorbild

Um das Neutor für den Individualverkehr zu sperren, soll am Hildmannplatz ein dauerhafter Kreisverkehr gebaut werden. Außerdem soll der Verkehr am Franz-Josef-Kai geradeaus in Richtung Hanuschplatz freigegeben, statt wie bislang über den Anton-Neumayr-Platz und das Gstättentor umgeleitet werden. "Dass es funktioniert, wissen wir seit den Baustellen-Regelungen", so Padutsch.

Der 63 Jahre alte Stadtrat verweist auf ein Gesamtkonzept für die Salzburger Innenstadt aus dem Jahr 2013, das damals politisch scheiterte. Es sollten Schleifen erstellt werden, damit man von jeder Seite aus in die Altstadt zufahren, aber nicht durchfahren kann. Eine Verkehrsberuhigung am Franz-Josef-Kai sei zudem nicht mehrheitsfähig gewesen.

Verbesserungen im Regionalverkehr

Die Sperre des Neutors sei nur die Initialzündung für weitere Schritte, den Verkehr in Salzburgs Innenstadt zu beruhigen. Laut Padutsch muss man mehr Anreize für den öffentlichen Nahverkehr und "Park&Ride"-Systeme für Pendler schaffen. 3.600 Parkplätze gibt es derzeit am Messezentrum für Touristen, Direkt-Shuttles in die Altstadt seien in Planung.

 

Salzburgs Regionalverkehr brauche entscheidende Verbesserungen, um Pendler zu entlasten – da sei man sich mit Bürgermeister Harry Preuner und Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (beide ÖVP) einig, so Padutsch, der sich nach den bevorstehenden Wahlen in die Politiker-Pension verabschieden wird.

Obus-Linien gehören auf Prüfstand

In der Landeshauptstadt müsse man zuerst das bestehende Obus-System überprüfen: "Welche Linien sind sinnvoll und logisch organisiert bzw. braucht es andere Führungen?" Künftig sollen alle Obusse im Zehn-Minuten-Takt fahren. "Das kostet anständig Geld. Es sind keine einmaligen, sondern dauerhafte Kosten", weiß Padutsch, der die bisherige Grundeinstellung bei Stadt und Land kritisiert. Hier sei lange zugeschaut worden, doch die Erhöhung des Landes-Verkehrsbudget sei der Schritt in die richtige Richtung. Finanziell sei es möglich, "wenn man es denn will."

Bekommt Schallmoos eine Kurzparkzone?

Neben der Neutor-Sperre soll am Donnerstag im Planungsausschuss auch die Einführung einer "zeitlich beschränkten Parkraumbewirtschaftung" im Stadtteil Schallmoos diskutiert werden. Ziel ist es, eine Kurzparkzone in der gesamten Mozartstadt einzuführen. "Dann gibt es mehr Parkraum für die Bevölkerung und Pendler werden zum Umstieg auf den Nahverkehr oder das Fahrrad motiviert", erklärt Padutsch.

Aufgerufen am 19.03.2019 um 03:35 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/neutor-sperre-stadtrat-padutsch-reagiert-auf-kritik-66032689

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