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O-Busfahrer Kopfstoß verpasst: Acht Monate bedingt

Ein Mopedfahrer musste sich am Dienstag am Landesgericht Salzburg verantworten. APA/Barbara Gindl
Ein Mopedfahrer musste sich am Dienstag am Landesgericht Salzburg verantworten.

Ein 40-jähriger Mopedfahrer hatte am 1. Juni nach einem Streit einen Obus-Fahrer im Salzburger Stadtteil Lehen mit einem Kopfstoß verletzt. Am Dienstag musste sich der Mann wegen versuchter schwerer Körperverletzung verantworten. Der Beschuldigte sagte, er habe den Busfahrer nur "wegschubsen", ihn aber nicht verletzen wollen. Er wurde zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zu dem emotionsgeladenen Streit zwischen Opfer und Angeklagten ist es bei der Haltestelle "Neue Mitte Lehen" gekommen. Das öffentliche Verkehrsmittel war bereits stehen geblieben, Fahrgäste stiegen aus. In diesem Moment überholte ein Österreicher auf seinem Zweirad den Bus von rechts. "Bei der zweiten Türe erwischte er eine junge Dame, die ist aber weitergegangen. Ich war ein bisschen aufgebracht und habe den Mopedfahrer zur Rede gestellt", schilderte der 44-jährige Busfahrer dem Vorsitzenden des Schöffensenates, Richter Günther Nocker, am Landesgericht Salzburg.

"Es hätte mehr passieren können"

Nachdem er per Handy die Polizei verständigt hatte, habe der Mopedlenker mit dem Kopf ausgeholt und ihm mit der Stirn gegen seinen Kopf geschlagen, sagte der Busfahrer. "Ich habe Sterne gesehen und bin zu Boden gegangen." Im Spital wurde eine Kopfprellung diagnostiziert. "Ich hatte oberhalb der linken Augenbraue eine Beule, bin vier Tage daheim gewesen und habe Schmerzmittel genommen." Dass ein Teilschmerzensgeld von 300 Euro anerkannt werde, sei ihm egal. "Mir geht es um meine Fahrgäste und die Sicherheit. Es hätte mehr passieren können", empörte sich der Chauffeur.

Zeugin schildert Vorfall bei Haltestelle in Salzburg-Lehen

Drastisch schilderte den Vorfall auch eine 60-jährige Zeugin, die damals gerade aus dem Bus gestiegen war und von dem Moped offenbar beinahe erfasst worden wäre. "Der Angeklagte hat mit dem Kopf ausgeholt und hat so etwas von hingeprescht. Der Stoß war sehr stark. Der Busfahrer ist in Zeitlupe weggekippt, er war wirklich weg. Ich bin danebengestanden und habe gezittert." Ob der Beschuldigte den Busfahrer vielleicht doch nur mit dem Kopf wegschieben wollte, konfrontierte der Richter die Zeugin mit der Aussage des Angeklagten. "Wegschieben? So ein Schmarrn", antwortete die 60-Jährige.

Urteil nicht rechtskräftig

Das Gericht glaubte der Version des Opfers und der Zeugin, wonach der Kopfstoß heftig war. Allerdings ging es im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass der bisher unbescholtene Angeklagte den Mopedfahrer in der damals "aufgeladenen Situation" absichtlich schwer verletzen wollte. Der Beschuldigte, der meinte, es tue ihm leid, nahm das Urteil "schweren Herzens" an. Staatsanwältin Lisa Riedl gab keine Erklärung ab. Deshalb ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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