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Öffi-Plan für Salzburg - Verkehrsexperte: "Messen den Plan an der Umsetzung"

Das Maßnahmen-Paket soll den Stau in Salzburg auflösen. (Archivbild) FMT-Pictures/MW
Das Maßnahmen-Paket soll den Stau in Salzburg auflösen. (Archivbild)

Die Salzburger Landesregierung hat am Freitag ihren Budgetplan präsentiert. Einen großen Teil nahmen dabei auch die geplanten Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr ein. So kündigt die Politik an, 62 Millionen Euro für den öffentlichen Verkehr ausgeben zu wollen. Wir haben bei Verkehrsexperte Peter Haibach vom Forum Mobil nachgefragt, was er von den Plänen hält.

Mit billigeren Tickets, einem einfachen Tarifsystem, der Verdichtung des Takts bei Bahn und Bus und Investitionen in die Infrastruktur soll im Land die Mobilitätswende gelingen. Vor allem ein günstigeres Ticket für ganz Salzburg um 595 Euro soll den Umstieg auf die Öffis attraktiver machen.

Haibach: "Kleine Maßnahmen, große Wirkung"

Das sieht auch Peter Haibach vom Forum Mobil optimistisch. Er beschäftigt sich mittlerweile seit über 30 Jahren mit dem Verkehr in Salzburg. "Das Gesamtpaket ist positiv zu sehen, weil man an mehrere Maßnahmen gleichzeitig denkt", erklärt er. Haibach sieht die Lösung darin, mit "kleinen Maßnahmen eine große Wirkung" zu erzielen. Dazu zählt für ihn etwa die Erneuerung von Bussen und Bahngarnituren, aber auch eine Vereinheitlichung der Tarife oder eine gemeinsame App für alle Fahrpläne. Als zielführend schätzt er ebenso die geplanten Taktverdichtungen bei der Lokalbahn ein.

Peter Haibach ist Vekehrsaktivist in Salzburg. Foto: Neumayr/Archivbild Salzburg24
Peter Haibach ist Vekehrsaktivist in Salzburg. Foto: Neumayr/Archivbild

Auch Bund beteiligt sich an Öffi-Paket

Das angekündigte Budget von 62 Millionen ist für Haibach für die geplanten Maßnahmen durchaus ausreichend. Er merkt an, dass auch der Bund bei bestimmten Vorhaben 50 oder gar 100 Prozent der Kosten übernimmt. Beim Gleisausbau der Lokalbahn etwa beteilige sich der Bund mit der Hälfte der Kosten, baut die ÖBB im Flachgau zwischen Neumarkt und Steindorf bei Straßwalchen ein drittes Gleis, so entstünden dem Land laut Haibach überhaupt keine Kosten.

Begrüßenswert ist für den Verkehrsexperten die Absage des Gitzentunnels, da "dieses Geld nun in den öffentlichen Verkehr fließt." Die Umsetzung traut er Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) zu, denn "es geht immer ums Geld und Schnöll hat ausgezeichnete Kontakte nach Wien." Allerdings müssen die Maßnahmen auch direkt spürbar sein.

Bürgermeister ins Boot holen

Dazu zählt er die Verbesserung der Fahrzeuge, die im Einsatz stehen. Bei Obus und Bahn passiere das bereits, doch auch die Lokalbahn brauche neue Fahrzeuge. Einige Dinge, wie etwa die Taktverdichtung, könnten schnell umgesetzt werden. "Das muss auch gemacht werden", betont Haibach. Letztendlich werde man den Plan an seiner Umsetzung messen. Eine Herausforderung für Schnöll sieht Haibach nun vor allem in der Überzeugung der Ortschefs. "Ich habe den Eindruck, dass es hier verschiedene Stimmungen gibt, ohne die Unterstützung der Gemeinden geht es aber nicht", erläutert er abschließend.

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