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Österreichischer Tierschutzverein macht gegen Haustierabschuss mobil

Anlässlich der Messe „Hohe Jagd und Fischerei" im Messezentrum Salzburg macht der Österreichische Tierschutzverein in dieser Woche in der Stadt Salzburg auf einen großen Missstand in der Jagd aufmerksam.

Alljährlich werden geschätzte dreißigtausend* Hunde und Katzen von Jägern erschossen. Dies ist unter bestimmten Voraussetzungen legal und fällt in den Jagdgesetzen unter den Begriff „Jagdschutz". Die Jägerschaft wird in diesem Kontext nicht müde, Hunde als Bestien hinzustellen, die das wehrlose Wild grausam töten würden, heißt es in einer Aussendung des Österreichischen Tierschutzvereins.

Haustiere werden wegen „Wilderns" erschossen

Die Motivation der Jäger sei laut Tierschutzverein jedoch keineswegs der Wildtierschutz, sondern die Wahrung eigener Interessen. Freilaufende Hunde könnten das durch Fütterungen im Revier gehaltene Wild aufscheuchen und vertreiben. Ein kapitaler Hirsch könnte in ein anderes Revier abwandern und stünde dann nicht mehr für den eigenen Abschuss zur Verfügung.

Auch wenn sich die Jagdgesetze der einzelnen Bundesländer unterscheiden, ist der Abschuss von Hunden und Katzen in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen legal. „So sind etwa im niederösterreichischen Jagdgesetz Jagdschutzorgane sogar verpflichtet, wildernde Hunde zu erschießen. Hunde außerhalb ihrer Rufweite, die sich der Einwirkung ihres Halters entzogen haben und im Jagdgebiet umherstreunen, dürfen getötet werden. Auch Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter von Wohngebäuden umherstreifen, dürfen getötet werden", sagt Christian Hölzl, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.

Verbot des Haustierabschusses gefordert

Im Jahr 2011 kamen rund 80.000 Wildtiere im Straßenverkehr zu Tode, durch landwirtschaftliches Gerät werden jährlich Tausende Rehkitze und junge Feldhasen getötet und alle 35 Sekunden stirbt ein Wildtier durch Jägerhand. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der tatsächlich durch Hunde gewilderten Tiere verschwindend gering.

Obwohl der Österreichische Tierschutzverein Hundehalter keineswegs aus der Verantwortung für ihr Tier (Leinen- bzw. Aufsichtspflicht) entlassen will, sei der Abschuss des geliebten Vierbeiners demnach ein tiefer Einschnitt und für Kinder oftmals eine traumatische Erfahrung. Daher fordert der Österreichische Tierschutzverein ein Verbot des Haustierabschusses.

Aktion in Salzburg

Um die Öffentlichkeit auf dieses Thema hinzuweisen, startet der Österreichische Tierschutzverein diese Woche eine Aufklärungsaktion. Wie schon anlässlich des Jägerballs in Wien, werden sogenannte Promo-Bikes durch die Salzburger Altstadt fahren. Die Aktion ist am Freitag in der Salzburger Altstadt zwischen Linzergasse und Kaigasse. Am Samstag in der Salzburger Altstadt, im Europark und beim Messezentrum.

vermisst Salzburg24
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Österreichischer Tierschutzverein

 

„Die großen Fahrradanhänger mit dem aktuellen Sujet 'Stoppt den Haustierabschuss' werden auf diese Weise von vielen Menschen gesehen. Die darauf gezeigten Fotos vermisster Hunde und Katzen machen deutlich, dass der Verbleib unzähliger vierbeiniger Familienmitglieder wegen des legalen Haustierabschusses ungeklärt ist. Auch Flyer werden an interessierte Passanten verteilt, um viele Unterstützer für das Abschussverbot zu gewinnen", so Hölzl. Unterzeichnen der Petition ist unter www.stopptdenhaustierabschuss.at möglich.

*Die Anzahl der hierzulande abgeschossenen Haustiere lässt sich laut des Österreichischen Tierschutzvereins trotz Fehlens einer Meldepflicht in Österreich mit einem Blick über die Grenze gut abschätzen. In einigen deutschen Bundesländern wurde in der Vergangenheit eine Streckenstatistik über erschossene Hunde und Katzen geführt. So kamen etwa in Nordrheinwestfalen (NRW) im Jagdjahr 2008/09 laut Streckenliste über 17.000 Katzen und 176 Hunde durch Jägerhand zu Tode. Rechnet man diese (offiziellen) Zahlen auf Österreich um (die Alpenrepublik ist 2,5 mal größer und hat um 60 Prozent mehr Jagdkartenbesitzer im Vergleich zu NRW), dann kann man davon ausgehen, dass heimische Jäger jedes Jahr mindestens 30.000 Haustiere töten.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.11.2019 um 09:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/oesterreichischer-tierschutzverein-macht-gegen-haustierabschuss-mobil-44821615

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