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Osterfestspielaffäre: Rabl-Stadler sagte erneut aus

Zum zweiten Mal ist Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, in der Osterfestspieleaffäre am Donnerstag als Zeugin vor Gericht gestanden.

Erst am 10. Februar hatte sie im Kreditschädigungsprozess, den die ehemalige Buchhalterin der Osterfestspiele, Brigitte K., gegen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) angestrengt hat, als Zeugin ausgesagt. Heute, Donnerstag, wurde Rabl-Stadler am fünften Verhandlungstag im Schadensersatzprozess um 1,5 Mio. Euro, den die Osterfestspiele GmbH gegen vier Beklagte führen, über Personalaufwand und Gehaltszahlungen bei den Osterfestspielen befragt.

Rabl-Stadler: "Wusste von nichts"

Über die Gehaltsbezüge des ehemaligen Geschäftsführers der Osterfestspiele, Michael Dewitte, sei sie gänzlich uninformiert gewesen, erklärte die prominente Zeugin. Gegen Dewitte ermittelt die Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Untreue. Anfang 2010 sind finanzielle Ungereimtheiten bei den Osterfestspielen aufgetaucht. Sie sei ja nicht Präsidentin der Osterfestspiele gewesen, sondern habe als Kuratoriumsmitglied der Karajan-Stiftung bei den Osterfestspielen die Geschäftsinteressen der Sommerfestspiele vertreten, erläuterte Rabl-Stadler. Über den Aufgabenbereich, den die zwei beklagten Rechtsanwälte bei den Osterfestspielen eingenommen hatten, über Abwicklungen von Zahlungen, Spesen und Reisekosten, auch Dewitte betreffend, und über offenbar ungerechtfertigte Provisionszahlungen aus der Vidyaev-Stiftung habe sie keine Kenntnis gehabt, so die Zeugin.

Osterfestspielaffäre: Verhandlungen im Mai

Der Zivilprozess wird im Mai fortgesetzt. Als Verhandlungstage wurden der 16. Mai, der 24. Mai und der 25. Mai anberaumt. Bei den vier beklagten Parteien handelt es sich um zwei Rechtsanwälte (einer der beiden war ehemaliger Zwei-Prozent-Eigentümer der Osterfestspiele, Anm.), die für die Osterfestspiele von 2002 bis 2009 Provisionen, Reisekosten, Extrapauschalen und Überstundenabgeltungen in der Höhe von rund 1,1 Mio. Euro an Dewitte durchgeführt hätten, "obwohl es keine vertragliche Grundlage gab", argumentierte die Klägerin. Die Osterfestspiele fordern auch Schadensersatz vom ehemaligen Technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus K., und von einer Wiener Steuerberatungskanzlei. Dabei geht es um eine 300.000 Euro hohe Provisionszahlung aus einer Privatstiftung des russischen Kunstmäzens Igor Vidyaev. Diese Summe soll sich bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge Dewitte mit Hilfe von Klaus K. unrechtmäßig abgezweigt haben. Die Anklagebehörde geht von einem mutmaßlichen Gesamtschaden von rund 3,1 Mio. Euro aus.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.09.2019 um 04:23 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/osterfestspielaffaere-rabl-stadler-sagte-erneut-aus-59324893

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