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Massive Missstände

Pflege-Skandal in Salzburg: Notfall-Plan gefordert

Personal-Situation "bis zum Zerreißen gespannt“

Senecura APA/BARBARA GINDL
Das Sozialzentrums "Senecura" steht in der Kritik (SYMBOLBILD).

Nach dem Skandal um das SeneCura-Pflegeheim in der Stadt Salzburg sind sich Seniorenwohnhaus-Betreiber und mobile Dienste einig, dass es einen „Notfall-Pflege-Plan“ für den Herbst und Winter braucht. Morgen sollen dem Land Lösungswege vorgeschlagen werden.

Salzburg

Um den 13 Menschen aus dem Skandal-Pflegeheims der SeneCura im Salzburger Stadtteil zu helfen, kamen heute die Seniorenwohnhaus-Betreiber und mobilen Dienste zu einem Gespräch zusammen, teilt die Stadt in einer Aussendung mit. Für alle sei klar, dass die personelle Situation in der Pflege und Betreuung besorgniserregend sei. Der Ausweg aus der „Misere“ könne nur gemeinsam gelingen.

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Dem Land gegenüber werde morgen ein gemeinsamer Lösungsweg für den „Fall SeneCura“ vorgeschlagen. Bekanntlich sollen 13 Bewohner:innen in anderen Einrichtungen untergebracht werden. Gemeinsam können fünf weitere Plätze in den Einrichtungen, aber auch Betreuung durch die mobilen Dienste, angeboten werden.

Symb_Senecura APA/BARBARA GINDL
Das Sozialzentrums "Senecura" steht in der Kritik (SYMBOLBILD).

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Alle seien sich einig, dass neben der akuten Hilfe für die betroffenen Bewohner:innen auch einen „Notfall-Plan Pflege“ für den Herbst und den Winter nötig sei. „Die Personal-Situation in der Pflege und Betreuung ist bis zum Zerreißen gespannt“, heißt es in der Aussendung.

Forderungen von Seniorenheim-Betreibern

Hier verweisen die Träger:innen auf ihr Forderungs-Papier, das seit Februar vorliegt. Dieses Papier enthält rund 50 konkrete Vorschläge, um die Abwärtsspirale in der Langzeitpflege zu stoppen. Sonst würden die Betreiber über weitere Leistungseinschränkungen nachdenken müssen, „denn ohne Personal gibt es dazu wenig Alternativen“.

Symb_Senecura APA/BARBARA GINDL
Das Sozialzentrums "Senecura" steht in der Kritik (SYMBOLBILD).

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Forderungen der Betreiber-Organisationen:

  • „Pflegeentlastungsausgleich“: Damit ist ein Qualitätssicherungsbeitrag für Betten in Seniorenwohnhäusern gemeint, die wegen unverschuldeten Personalmangels nicht belegt werden können. So sollen der Weiterbetrieb und die Qualität der Pflege gewährleistet werden.
  • Mobile Dienste: Klärung der Finanzen bei kurzfristigen/kurzen Krankenhausaufenthalten, rasche Inflationsabgeltung
  • Zusammenarbeit mit den SALK: Bessere Koordinierung mit der Pflege in den Krankenhäusern
  • Entbürokratisierung der Pflegedokumentation
  • Entflechtung der Finanzierungsströme: Da die personell angespannte Situation alle hart trifft und es zu leeren Betten in den Einrichtungen kommt, soll ein neues, "der Kostenwahrheit Rechnung tragendes Tarifmodell" vom Land erarbeitet werden.

Mitglieder des Netzwerks Pflege und Betreuung Stadt:Salzburg

  • Für die Seniorenwohnhäuser: Stadt:Salzburg, SeneCura, Rotes Kreuz, Diakonie, Hilfswerk, SHS, Caritas, Herz-Jesu Heim, ÖJAB-Haus Aigen, Seniorenpension am Schlossberg, Seniorenwohnhaus Grödig
  • Für die mobilen Dienste: Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Volkshilfe; SHS und Hauskrankenpflege Salzburg.
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 04.10.2022 um 09:44 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/pflege-skandal-in-salzburg-notfall-plan-gefordert-127391614

Kommentare

Al2222

Sorry, aber ich weiß jetzt schon, dass es da zu keiner Lösung kommen wird, bei den inkompetente Menschen, die hier zurzeit auf beiden Seiten die Verantwortung tragen. Es wird leider bald einen großen Crash geben. Mir tun die alten Menschen wirklich Leid! Das ist meine persönliche Meinung.

Al2222

Wichtig wäre auch, mehr auf die Qualifikation der Heimleitungen zu schauen. Zum Teil haben diese überhaupt keine Qualifikationen. Nicht mal qualifizierte Ausbildungen in diesem Bereich. Hier sollte es auch durch das Land zu einer Qualitätsverbesserung kommen!

Siegfried1968

Seit Jahrzehnten wusste man, was auf uns zukommt und die Lage wird sich die nächsten Monate und Jahre noch dramatisch verschärfen. Man hat die ambulante und stationäre Pflege einem erlauchten Kreis vorbehalten und private Dienste ferngehalten. Man erlaubt bis heute qualifizierten Pflegekräften, die aus gemeinnützigen Organisationen - aus welchen Gründen auch immer - ausgestiegen sind und jetzt als Einzelpersonen oder private Pflegedienste pflegen, nicht, mit dem Bundesland abzurechnen. Man möchte mit diesen Maßnahmen sogar versuchen, diese Personen wieder in die gemeinnützigen Pflegedienste zurückzudrängen. Damit bleibt aber professionelle Pflege künftig nur noch Selbstzahlern vorbehalten.

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