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"Salzburg hat Platz"

Plakat-Aktion am Salzburger Dom

Bündnis will Flüchtlingen von Moria helfen

"Salzburg hat Platz" Solidarisches Salzburg
Mit einer Video- und Plakataktion in der Altstadt fordern Salzburger die Rettung von Menschen aus den Elendslagern in Griechenland.

Mit großen Plakaten und riesigen Video-Projektionen auf den Dom und andere prominente Gebäude forderten Salzburger und Salzburgerinnen am Freitag die Landes- und Bundespolitik auf, notleidende Kinder und Jugendliche aus den griechischen Elendslagern aufzunehmen.

Salzburg

Unter dem Titel „Salzburg hat Platz“ gingen Salzburger zwischen Gründonnerstag und Ostersamstag mit großformatigen Plakaten durch die Innenstadt. Sie zeigen die Gesichter von hilfesuchenden Menschen: Kinder in Zelten und in Schlafsäcke gehüllt, Menschen mit Badeschlapfen in Schnee und Schlamm. „Vor einem halben Jahr ist das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria abgebrannt. Noch immer müssen 19.000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen in Lagern dahinvegetieren, in denen nur Platz 5.400 Menschen ist“, sagt Christine Dürnfeld, Sprecherin der Plattform für Menschenrechte.

Unterkünfte stehen frei

Viele EU-Mitgliedsstaaten haben in den letzten Monaten Geflüchtete aus den griechischen Elendslagern aufgenommen, darunter die Niederlande, Belgien, Irland, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Bulgarien. „Die österreichische Bundesregierung ist ein Schlusslicht und zeigt Menschen in Not die kalte Schulte“, kritisiert Dürnfeld.

„In ganz Österreich stehen Flüchtlingsunterkünfte leer, die für teures Steuergeld von der Regierung auf Jahre angemietet wurden. Wir haben Platz – auch in Salzburg. Das Hotel Kobenzl am Gaisberg wird seit 2015 und noch bis 2026 für monatlich 27.326 Euro an Steuregeldern angemietet, aber alle 100 Plätze sind frei.“ Gleichzeitig haben sich viele Österreicherinnen und Österreicher bereit erklärt, die Geretteten ehrenamtlich zu unterstützen, etwa beim Spracherwerb und Behördengängen.

Immer mehr Gemeinden für Hilfe

Bereits vier Salzburger Gemeinden – Oberndorf, Seekirchen (beide Flachgau), Saalfelden (Pinzgau) und Hallein (Tennengau) – haben sich per Gemeinderats-Beschluss bereit erklärt, Geflüchtete aufnehmen und zu versorgen.  „Immer mehr Städte und Gemeinden zeigen: Sie wollen den Menschen aus den Elendslagern helfen. Bisher legt sich nur die Bundesregierung quer. Anstatt auf Kosten notleidender Menschen politisches Kleingeld zu machen, muss die Regierung von Kurz & Co. sich endlich bewegen“, sagt Dürnfeld. „Anstand, Solidarität und Mitmenschlichkeit wünschen wir uns von Politikerinnen und Politikern immer, aber gerade auch zu Ostern.“

Bündnis „Salzburg hat Platz"

Im Herbst 2020 hat sich in Salzburg ein breites Bündnis gebildet, das unter dem Motto „Salzburg hat Platz“ für die Aufnahme von Geflüchteten und eine ihrer Menschenwürde entsprechenden Unterbringung und Versorgung eintritt. Dazu gehören u.a. die Plattform für Menschenrechte, das Solidarische Salzburg, die ÖH, die Arbeiterkammer, sowie viele Privatpersonen. Bisher hat das Salzburger Bündnis ein Unterschriftenpaket an Landeshauptmann Wilfried Haslauer übergeben und bei klirrender Kälte Solidaritäts-Protestcamps am Mozartplatz abgehalten.

Nun erinnern sie die Salzburger Politikerinnen kurz vor dem höchsten christlichen Feiertag an das Elend nur wenige hundert Kilometer von Salzburg entfernt – und pochen auf eine menschliche Politik statt Abschottung und Kaltherzigkeit.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 06.08.2021 um 01:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/plakat-aktion-am-salzburger-dom-101958928

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