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Helden-Duo

"Man hat keine Zeit zu überlegen"

Salzburger Polizist beschreibt gefährlichen Brand-Einsatz

schanzlbraunstein.jpg Rainer Schanzl
Carmen Braunstein und Rainer Schanzl waren die Ersten am Brandherd in Gnigl.

Bei einem Brand im Salzburger Stadtteil Gnigl wurden ein Polizist und eine Polizistin in der Nacht auf Mittwoch zu Helden: Sie drangen in ein Wohnhaus ein, in dem es gebrannt hat und konnten so einer jungen Familie in einer brenzligen Situation helfen. Uns hat Rainer Schanzl vom eingesetzten Polizisten-Duo seine Eindrücke geschildert.

Salzburg

Rainer Schanzl und seine Kollegin Carmen Braunstein trafen noch vor der Feuerwehr beim Brandherd in Gnigl ein. Durch ihr beherztes Eingreifen konnten die beiden einer jungen Familie im Wohnhaus helfen, bis die Feuerwehr eintraf und sie unter Atemschutz befreite.

20210526fmt_brandschallmoos_ta_011.JPG FMT-Pictures/TA
Nächtlicher Einsatz für die Salzburger Feuerwehren.

Feuer vor Wohnung in Gnigl: Familie eingeschlossen

Zu einem Brand in einem Stiegenhaus eines Mehrparteienhauses ist es heute Nacht im Salzburger Stadtteil Gnigl gekommen. Bei der Rettungsaktion spielten sich dramatische Szenen ab.

SALZBURG24: Herr Schanzl, wie hat sich der Einsatz für Sie abgespielt?

Rainer Schanzl: Nun, es war gerade gegen 2.35 Uhr und wir waren in Dienststellennähe. Dann kam der Funkspruch, dass wir nach Gnigl fahren sollen. Kurze Zeit später erfuhren wir, dass es sich um einen Brand handelt. Vor Ort angekommen sahen wir bereits Rauch auf der Rückseite des Hauses aufsteigen. Die Bewohner haben aber nicht auf ein Klopfen oder Läuten reagiert, erst durch Zurufen haben wir Kontakt mit ihnen herstellen können. Sie warfen uns dann über die Dachluke die Wohnungsschlüssel zu. So gelangten wir in das Haus. Ich hatte den Feuerlöscher aus dem Auto mit dabei, meine Kollegin nahm einen weiteren aus dem Stiegenhaus. Damit konnten wir die Flammen im dritten Stock dann auch rasch löschen.

Was geht einem bei einem solchen Einsatz durch den Kopf?

Da hat man keine Zeit zu überlegen. Alles spielt sich wie in Zeitlupe ab. Man weiß eben nicht, wie stark der Brand ist oder ob man eventuell Rauchgase eingeatmet hat.

Während des Einsatzes funktioniert man also nur. Wie denkt man darüber, wenn man danach Zeit findet, das Erlebte einzuordnen?

Dass alles super funktioniert hat, auch mit meiner Kollegin. Wir sind seit vier Jahren gemeinsam unterwegs, das passt immer bestens. Und so ein Erlebnis schweißt natürlich auch zusammen.

Sind solche Einsätze der Grund, warum Sie zu Polizei gegangen sind?

Ja, auf jeden Fall. Man hat anfangs eine gewisse Vorstellung von der Polizei. Die verblasst dann vielleicht ein bisschen, aber solche Einsätze, vor allem wenn sie dann gut ausgehen, die motivieren. Es ist einfach schön zu sehen, wenn man sieht, dass die Rettungskette funktioniert.

Gab es Rückmeldungen von Kollegen und Bekannten?

Nach der Nachtschicht habe ich mich erst einmal schlafen gelegt. Als ich wieder aufgestanden bin, ist mein Handy regelrecht übergegangen. Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet, das hat mich natürlich sehr gefreut.

Danke für den Einblick. Gibt es irgendetwas, das Sie zum Schluss noch loswerden wollen?

Ja. Der Feuerlöscher, den wir im Fahrzeug haben, der erscheint manchmal etwas sinnlos. Aber der ist tatsächlich Gold wert!

Vielen Dank für das Gespräch.

Sehr gerne.

(Quelle: SALZBURG24)

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