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Trotz Lockdown

Warum in Salzburg Präsenzunterricht stattfindet

Covid-Schulverordnung unterschiedlich ausgelegt

SB: Schule, Unterricht, Maske APA/dpa/Guido Kirchner
Die Maske ist auch in der Schulklasse ständiger Begleiter.

Der verlängerte Lockdown in Österreich hat auch für die Schulen Konsequenzen. So startet der reguläre Präsenzunterricht erst ab 8. Februar. Die Covid-Verordnung räumt aber in gewissen Fällen ein, auch aktuell Präsenzunterricht abzuhalten. Wie es in Salzburgs Schulen aussieht – wir haben nachgefragt.

Salzburg

„Ganz Europa verlängert und verschärft den Lockdown! Ganz Europa? Nein! Eine kleine Schule im Herzen Europas öffnet jetzt.“ So lautet eine Asterix-Hommage, die das BORG Nonntal in der Stadt Salzburg in den Fokus stellt und derzeit durch die Sozialen Netze geistert. Darf man dem Beitrag Glauben schenken, gibt es in dem Gymnasium Präsenzunterricht für die 5. Klassen.

Instagram BORG Nonntal Screenshot/Instagram
Dieses Bild findet sich derzeit auf Instagram. (Screenshot vom Mittwoch, 20. Jänner, 12 Uhr)

Bildungsdirektor Mair über Präsenzunterricht

Doch wie geht das überhaupt? Bildungsdirektor Rudolf Mair klärt im Gespräch mit SALZBURG24 auf: „Temporär ist Präsenzunterricht erlaubt, das ist von der Covid-Schulverordnung abgedeckt. Fallweise – beispielsweise für Schularbeiten oder an einzelnen Tagen – kann der Schulleiter Präsenzunterricht anordnen.“

In der Covid-Schulverordnung heißt es: „Die Schulleitung oder die Schulbehörde kann in AHS-Oberstufen, berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und Berufsschulen für einzelne Schulstufen, Klassen oder Gruppen Ausnahmen vom ortsungebundenen Unterricht anordnen.“ Das bedeutet, dass an Gymnasien beispielsweise in der Oberstufe fallweise Präsenzunterricht stattfinden kann. Wichtig sei, dass nicht mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe gleichzeitig an der Schule sind, betont Mair. Nachsatz: „Wir müssen schon schauen, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss bekommen.“

 

Wie das BORG Nonntal die Verordnung derzeit tatsächlich umsetzt, ist unklar. Die Schule wollte sich am Mittwoch zu einer SALZBURG24-Anfrage nicht äußern.

Akademisches Gymnasium setzt auf Präsenzunterricht

Mehr Einblick gewährt der Direktor des Akademischen Gymnasiums in Salzburg, Klaus Schneider, im S24-Gespräch: „Nachdem wir eine modulare Oberstufe haben, in der es um Semesternoten und nicht nur Schulnachrichten geht, haben wir hier verstärkten Präsenzunterricht.“ So werden Vorbereitungen zu den Schularbeiten, sowie Schularbeiten selbst vor Ort abgehalten. „In den Maturaklassen haben wir zudem relativ viel Präsenzunterricht“, erklärt Schneider. Denn: „Nach meiner Erfahrung ist der Präsenzunterricht immer noch effektiver im Vergleich zum Distance Learning.“

Im Akademischen Gymnasium gibt es derzeit rund 200 Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe, „das Maximum an anwesenden Schülerinnen und Schülern an einem Tag waren 90“, rechnet der Direktor vor – und damit unter den rechtlich geforderten 50 Prozent. Möglich sei das an der Schule aufgrund der 400 Quadratmeter großen Aula, in der nun Schularbeiten geschrieben werden. „Wir haben den Vorteil, eine sehr geräumige Schule zu sein. Eine kleine, enge Schule tut sich hier sicherlich schwerer“, gibt Schneider zu bedenken. Der Direktor war es selbst, der sich für einen teilweisen Präsenzunterricht an seiner Schule ausgesprochen hat.

Schulen legen Covid-Verordnung verschieden aus

Ebenfalls Präsenzunterricht findet derzeit im WRG Salzburg statt – wenn auch in kleinerer Form, erklärt Direktor Gerhard Klampfer: „Die Schülerinnen und Schüler sind nicht tageweise da, sondern für einzelne Fächer, einzelne Notenabschlüsse oder notwendige Besprechungen.“ Wer vor Ort ist, werde von Fall zu Fall entschieden: „Manchmal sind es Gruppen, manchmal einzelne Schüler und manchmal auch eine ganze Klasse.“ Im Bundesgymnasium Nonntal – wie das WRG und das BORG in der Josef-Preis-Allee situiert –gibt es für die Schülerinnen und Schüler für die Vorbereitung auf Schularbeiten sowie für Schularbeiten Präsenzunterricht, heißt es dort auf S24-Anfrage.

Fokus auf bestimme Schüler

Einen etwas anderen Fokus hat das Gymnasium Zaunergasse in der Stadt Salzburg, erklärt Direktor Erich Schön im S24-Gespräch: „Präsenzunterricht gibt es bei uns nach Bedarf, vor allem für Gruppen von Schülerinnen und Schülern, die ansonsten Gefahr laufen, wegzudriften.“ Daher sei es wichtig, eben jenen dieses Angebot zu machen. Auch hier finden Schularbeiten und Vorbereitungsstunden auf Schularbeiten in der Oberstufe vor Ort statt, „allerdings in sehr eingeschränktem Ausmaß. Für die Maturanten gab es bislang ein einmaliges Angebot. Wir müssen natürlich sehr darauf achten, dass unser Angebot der Gefährdungssituation entspricht“, betont Schön, der grundsätzlich mit dem Distance Learning zufrieden ist.

Ein "kleiner, positiver Effekt" der Corona-Pandemie

Das Distance Learning sieht auch Bildungsdirektor Mair durchwegs positiv: „Es gibt immer Raum für Verbesserungen, aber es ist natürlich Wesentliches geschehen seit dem ersten Lockdown.“ So hätten Gemeinden als Schulerhalter ihr WLAN und ihre Infrastruktur aufgerüstet, bedürfte Schülerinnen und Schüler Computer erhalten und das Land Salzburg einheitliche Software-Pakete angeschafft. „Jetzt geht es um die Absicherung der langfristigen Finanzierung, denn ich glaube, dass die Lehrkräfte auch nach der Corona-Pandemie wesentlich auf die IT setzen werden. Und das ist gut so. Wenn man so will, ist das ein kleiner, positiver Effekt der Corona-Pandemie“, so Mair.

(Quelle: SALZBURG24)

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