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Verkehrsberuhigung?

Preuner gegen Neutorsperre

"Demokratiepolitisch äußerst bedenklich"

Die geplante Sperre des Neutores in der Stadt Salzburg für den Individualverkehr trifft bei Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) auf wenig Gegenliebe. Diese würde ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in anderen Stadtteilen mit sich bringen, warnt Preuner im Gespräch mit S24. Zeitpunkt und Vorgang der Verkündung durch Johann Padutsch (Bürgerliste/Grüne), Bernhard Auinger (SPÖ) und Lukas Rößlhuber (NEOS) sei außerdem „zu hinterfragen“.

Am Montagvormittag ist die Bombe geplatzt : Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz mitten im Wahlkampf verkündeten die drei Politiker ihren Plan, das Neutor in der Stadt Salzburg sperren zu wollen, um eine „Verkehrsberuhigung in der Innenstadt“ zu erreichen.

Preuner: Neutorsperre löst Verkehrsproblem nicht

Das Gespräch mit Bürgermeister Preuner und dem Altstadtverband suchte das Trio nicht, da man Preuners Meinung zu der Causa kenne. Der Bürgermeister ist bekennender Gegner einer kompletten Sperre des Neutores – und verrät auch warum: „Unser Verkehrsproblem besteht nicht deshalb, weil die Einwohner der Stadt Salzburg so viel mit dem Auto fahren, sondern weil wir im Vergleich zu anderen Städten in Österreich den höchsten Anteil an Pendlern haben. Durch die Sperre des Neutores wird aber kein einziger Pendler in Zukunft das Auto stehen lassen.“

Mehr Verkehr für andere Stadtteile?

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 würde eine Sperre des Neutores zudem eine erhöhte Verkehrsbelastung für andere Statteile – Maxglan, Lehen und Nonntal – eine zwischen sieben und zehn Prozent erhöhte Verkehrsbelastung mit sich bringen. „Das erklärt sich dadurch, weil der Verkehr im Fall einer Sperre in andere Stadtteile ausweichen würde“, betont der Bürgermeister. Auinger und Co. sprachen bei der Pressekonferenz am Montag indes von einer Verkehrsentlastung für Maxglan.

Kritik am Zeitpunkt der Verkündung

In der Politik habe man jedoch eine Verantwortung der gesamten Stadt gegenüber. „Man kanngerne über weitere Maßnahmen zu einer moderaten Reduzierung des Verkehrs diskutieren – aber gemeinsam. Eine Variante war bereits 2013 in Gespräch: Und zwar, dass der Individualverkehr, der derzeit von der Lindhofstraße über den Müllner Hügel Richtung Staatsbrücke fährt, künftig nicht mehr durch die Innenstadt muss. Das wurde heute auch vorgeschlagen – wenigstens das hat man berücksichtigt“, meint der Bürgermeister.

Dass Auinger, Padutsch und Rößlhuber die geplante Sperre kurz vor denBürgermeister- und Gemeinderatswahlen am 10. März publik gemacht haben, stößt Preuner sauer auf: „Die Aktion ist natürlich durch den Wahlkampf motiviert“, so der Bürgermeister, der von einem „eigenwilligen und sehr zu hinterfragenden Vorgang“ seiner Mitbewerber spricht.

Neutorsperre: Neuer Gemeinderat soll mitentscheiden

Schließlich gehe es um eine Entscheidung, „die über die nächsten Jahrzehnte hinausreichen wird“, betont Preuner: „Ich finde es daher demokratiepolitisch äußert bedenklich zum jetzigen Zeitpunkt diese Entscheidung zu treffen, ohne den später neu gewählten Gemeinderat mitentscheiden zu lassen.“ Er werde daher darauf drängen, dass der neue Gemeinderat eingebunden wird. „Sollte es dann eine Mehrheit für die Sperre geben, dann soll es so sein“, erklärt der Bürgermeister.

Sperre würde Altstadtbesucher verunsichern

Kritik an der geplanten Sperre des Neutors kommt auch vom Altstadtverband: Wie Obmann Andreas Gfrerer am Montag gegenüber der APA mitteilte, würden Sperren und Durchfahrverbote Altstadtbesucher von auswärts, denen nur das Auto als Verkehrsmittel zur Verfügung stehe, verunsichern.

Gfrerer für "Shared Space"-Zone

Die Folge sei, dass Besucherschichten nicht mehr ins historische Zentrum kommen. Dadurch werde die Altstadt gegenüber den Handelsgroßflächen auf der grünen Wiese weiter benachteiligt, erklärte Gfrerer. Er kritisierte, dass die Verkehrsprobleme der Stadt nicht in der Altstadt entstehen und deshalb auch nicht hier gelöst werden können. Vielmehr schlug Gfrerer vor, zur Verkehrsberuhigung zwischen Neutor und der Griesgasse eine "Shared Space"-Zone mit einer Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h einzuführen und dort aller Verkehrsteilnehmer gleichrangig zu behandeln.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 16.09.2019 um 04:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/preuner-gegen-neutorsperre-65929018

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