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Preuner ist Salzburgs neuer Bürgermeister: Die Reaktionen

Bernhard Auinger und Harald Preuner am Sonntag im Schloss Mirabell. APA/BARBARA GINDL
Bernhard Auinger und Harald Preuner am Sonntag im Schloss Mirabell.

Der künftige Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) sprach gegenüber der APA von einem "historischen Ergebnis". Sein Team habe in den zwei Wochen seit dem ersten Wahlgang noch den Turbo gezündet und sei gerannt, was nur möglich war. "Da sieht man, was eine Partei erreichen kann, wenn sie geschlossen ist und auch den notwendigen Siegeswillen hat."

Er habe immer gehofft, dass noch ein Fenster für ihn aufgehe, und dabei mit der Pensionierung von Ex-Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) spekuliert. "Dass es jetzt anders ausgegangen ist, tut mir für ihn persönlich sehr leid. Aber wenn eine Person stimmig ist, gibt es Möglichkeiten." Er habe auch nie verstanden, dass eine Handelsstadt wie Salzburg immer rot sei. "Das heute war ein klares Signal für das bürgerliche Lager." Er wolle nun noch wichtige Dinge abarbeiten und dann das Ergebnis bei der nächsten regulären Wahl für die ÖVP noch entsprechend ausbauen.

Auinger will Ergebnis bei der nächsten Wahl aufholen

"Ich bin sehr enttäuscht, wir haben so viel investiert", sagte der gescheiterte SPÖ-Kandidat Bernhard Auinger. Leider habe am Ende die Zeit nicht gereicht. Aber die SPÖ sei weiterhin die stärkste Partei im Gemeinderat, stelle beide Vizebürgermeister und verfüge mit der Bürgerliste (Grüne) über eine Mehrheit. "Ohne uns wird es nicht gehen." Ab nun gelte es, bis zur nächsten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl den knappen Rückstand von heute noch aufzuholen und das Ergebnis zu drehen.

Haslauer über Preuners Sieg erfreut

Dem Ergebnis entsprechend fielen auch die Reaktionen in der Landespolitik aus. "Ich freue mich über das historische Ergebnis. Es hat in der Stadt Salzburg noch nie einen direkt gewählten ÖVP-Bürgermeister gegeben", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in einer ersten Reaktion. "Harald Preuner hat schon als amtsführender Bürgermeister gezeigt, dass er es kann. Er besticht durch Ruhe und Erfahrung und er schiebt sich nicht in den Vordergrund - das haben die Leute geschätzt." Das Ergebnis sei damit primär ein Erfolg der Person Preuner, aber natürlich auch der ÖVP. Haslauer gratulierte Bernhard Auinger für die gute Performance und bedankte sich bei den beiden Kandidaten für den fairen Wahlkampf.

ÖVP-Chef Kurz mit lobenden Worten

"Ich gratuliere dem neuen Bürgermeister von Salzburg, Harry Preuner, sehr herzlich zu seinem Wahlerfolg. Die Salzburgerinnen und Salzburger haben mit ihrem Votum klar zum Ausdruck gebracht, welcher Politik sie ihr Vertrauen schenken", so Bundesparteiobmann Sebastian Kurz zur heutigen Bürgermeisterwahl in Salzburg. In einer nicht einfachen Zeit, nach dem Rücktritt Heinz Schadens, habe Preuner besonnen und mit ruhiger Hand die Amtsgeschäfte fortgeführt. Mit dem heutigen Tag wurde Preuner in seiner Tätigkeit bestätigt. "Ich wünsche Harry Preuner viel Kraft und Erfolg für die nächsten Herausforderungen und ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit."

Gleichzeitig spricht Kurz dem gesamten Team vor Ort, ohne das dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre, seinen Dank aus: "Eine Wahl kann nur erfolgreich sein, wenn Menschen mit Begeisterung für dasselbe Ziel kämpfen."

Steidl will SPÖ-Erfolg nicht kleinreden

SPÖ-Landesparteivorsitzender Walter Steidl sagte, man solle den heutigen Erfolg nicht kleinreden. Die Vorzeichen seien mit der immer noch nicht rechtskräftigen Verurteilung Heinz Schadens einfach nicht die besten gewesen. "Uns hat heute das Quäntchen Glück gefehlt." Das Ergebnis sei ein klarer Auftrag, so weiterzuarbeiten wie bisher. "Wir werden weiterhin die brennendsten Themen aufgreifen, dann können wir optimistisch in die nächste Wahl gehen. "Der Auftrag gilt auch für die bevorstehende Landtagswahl, damit nicht das ganze Land schwarz oder türkis eingefärbt wird." Denn aus Wien sei bereits Ungemach im Anzug.

Schaden gratuliert Preuner und Auinger

Salzburg zurückgetretener Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) gratulierte in einer ersten Reaktion dem Wahlsieger Preuner. "Und ich gratuliere auch Bernhard Auinger, der es aus dem Stand heraus fast geschafft hätte. Der Unterschied in Prozenten ist nur geringstfügig." Auinger sei einfach zu wenig Zeit geblieben. In den nächsten eineinhalb Jahren bis zur Wahl habe er als Vizebürgermeister mit Ressorts bessere Möglichkeiten sich zu profilieren."

Stadt-Parteien gratulieren neuem Bürgermeister

Knapp sei der Vorsprung des heutigen Gewinners, so der FPÖ-Stadtobmann Andreas Reindl, der dem neuen ÖVP-Bürgermeister seine Glückwünsche übermittelt: „Ich gratuliere Harry Preuner zur Verantwortung, die er in den nächsten 16 Monaten innehaben wird.“ Doch nicht nur der Abstand zum Kontrahenten ist gering, auch die Wahlbeteiligung der heutigen Stichwahl. Damit steht die Legitimation des neuen Bürgermeisters keineswegs solide: „Preuner wird in den kommenden Monaten vor allem im Bereich Verkehr und Sicherheit auf Worte Taten folgen lassen und Konzepte umsetzen müssen.“, so Reindl. Die Rathausfraktionen sollen dabei fordernd, aber auch kooperativ mit dem neuen Bürgermeister zusammenarbeiten: „Ich hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen“, schließt Reindl.

In einer ersten Reaktion sagt NEOS-Baustadträtin Barbara Unterkofler: „Im Namen von NEOS gratuliere ich Harry Preuner herzlich zur Wahl des Bürgermeisters. Er hatte in diesem engen Rennen, das von beiden Seiten fair und intensiv geführt wurde, am Ende die Nase vorne. Es freut mich besonders, dass die Salzburgerinnen und Salzburger mit diesem Votum das bürgerliche Lager in der Stadt Salzburg gestärkt haben.“ Unterkofler sehe der Amtszeit von Bürgermeister DI Preuner positiv entgegen, sagt aber auch: „Harry Preuner tritt nun natürlich in große Fußstapfen. Er hat jedoch genug Erfahrung, um sie auszufüllen. Es wird nun vor allem darauf ankommen, dass er nun den Mut hat, das ‘System Schaden‘ zu durchbrechen und gemeinsam mit den anderen Fraktionen Klarheit in die politisch noch immer nicht aufgearbeitete SWAP-Causa zu bringen.“

Im Hinblick auf den unterlegenen Kandidaten Auinger sagt Unterkofler: „Mit Bernhard Auinger als Bürgermeister-Stellvertreter bekommt die Stadtregierung nun ein neues Gesicht. Ich bin zuversichtlich, dass er sich schnell in die neuen Agenden einarbeiten wird, die er nach der neuerlichen Ressortaufteilung erhält, und hoffe auf eine gute Zusammenarbeit.“

(APA)

(Quelle: S24)

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