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Verfasser bekennt sich

Preuners Büroleiter äußert sich nach E-Mail-Eklat

Schreiben aus Bürgermeister-Büro sorgt für Wirbel

E-Mail, Mail Bilderbox
Eine Antwort aus dem Büro des Bürgermeisters schlägt hohe Wellen (SYMBOLBILD).

„Und (…) darf ich Sie ersuchen, den Herrn Bürgermeister mit derartigen Schreiben (…) hinkünftig nicht mehr zu behelligen.“ Mit diesen Zeilen schließt ein E-Mail aus dem Büro von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). Ein Mitarbeiter eines Seniorenheimes in der Stadt Salzburg hatte zuvor bezüglich einer Corona-Prämie angefragt. Am Mittwoch folgte eine offizielle Stellungnahme von Büroleiter Bernd Huber.

Salzburg

Huber, der sich in dem Schreiben dazu bekennt, das E-Mail verfasst zu haben, wolle "ausdrücklich festhalten, dass ich mich für die Tonalität des Schreibens entschuldige. Auch wenn diese dem Druck der Umstände im Zuge der umzusetzenden Maßnahmen zur Eindämmung der Covid 19-Pandemie geschuldet sein mochte, bedaure ich dies ausdrücklich und werde dem betroffenen Kollegen ein klärendes Gespräch anbieten. In künftigen dienstlichen Schreiben werde ich jedenfalls auf Tonlität und gebührenden Respekt achten."

Nach der Veröffentlichung seines E-Mails habe er "Aufforderungen zum Suizid" erhalten. Huber appelliere dazu, "zu einem respektvolleren Umgang zurückzukehren, den – wenn schon nicht ich – wenigstens meine Familie verdient hätte."

"Wir haben die Sache intern besprochen. Es war in einer Zeit, wo er als Büroleiter sehr vieles hat abfangen müssen, daher bitte ich um Verständnis", sagt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) im S24-Gespräch zu dem Vorfall.

"So viel Zeit muss sein" - Anrede "Herr Bürgermeister" gewünscht

Das E-Mail mitsamt Antwort wurde von Falter-Chefredakteur Florian Klenk am Dienstag via Facebook geteilt. In diesem sprach der Seniorenheim-Mitarbeiter den Bürgermeister der Stadt Salzburg mit „Herrn Preuner“ an. In der Replik heißt es daher: „So viel Zeit, dass Sie vor 'Herr Preuner' ein 'Bürgermeister' vorstellen könnten, wäre wohl allemal gegeben. Nicht, dass ich besonders pingelig bin, aber Unhöflichkeiten bin ich normalerweise nicht geneigt zu tolerieren.“

"Ich darf Sie bitten, uns in Hinkunft nicht mehr zu behelligen". Wie gehen ÖVP-Spitzenpolitiker, etwa der Salzburger...

Gepostet von Florian Klenk am Dienstag, 15. September 2020

Ob es eine Corona-Prämie für Mitarbeiter der Seniorenhäuser geben werde, werde der Verfasser zeitgerecht erfahren, „ohne zwischenzeitlich am Hungertuch nagen zu müssen“, heißt es in der Antwort aus dem Bürgermeister-Büro. Abschließend wird gebeten, von weiteren Anfragen dieser Art – „dazu zähle ich Stil und Inhalt gleichermaßen“ – abzusehen.

Opposition: "Peinliche E-Mail"

Die politischen Mitbewerber reagieren freilich empört über das E-Mail. FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl spricht von einem „völlig inakzeptablen“ Schreiben: „Es wurde hier eindeutig und endgültig eine Grenze überschritten. Offensichtlich sind dem Mitarbeiter des Bürgermeisters die Emotionen durchgegangen. Es ist jedenfalls eine Entschuldigung von ihm notwendig.“ Reindl fordert ein klärendes Gespräch zwischen den beiden E-Mail-Verfassern.

 

Die Antwort habe auch bei KPÖ-Gemeinderat Kay-Michael Dankl für Kopfschütteln gesorgt: „Wäre die E-Mail nicht so peinlich, wäre es schon wieder lustig. Aber so kann man nicht mit Mitarbeitern oder mit Bürgern umgehen.“ Zudem sei Preuner „kein Meister und kein Adeliger von Gottes Gnaden, sondern ein Bürger, der gewählt wurde.“ Dankl fordert eine Entschuldigung für den Ton.

Versetzung im Büro Preuner gefordert

Ins selbe Horn stoßen auch die NEOS: „Wenn dieses Mail echt ist, dann ist mehr als eine Entschuldigung des Bürgermeisters fällig. Das muss Konsequenzen nach sich ziehen“, so Gemeinderat Lukas Rößlhuber. Die NEOS nehmen zudem Preuners Büroleiter Bernd Huber ins Visier. „Eine solch aggressive Korrespondenz im Namen der Stadt ist keinesfalls tragbar: Ich fordere hiermit den Herrn Bürgermeister Harald Preuner auf, für Ordnung im Amt zu sorgen! Sein Büroleiter muss auf eine Stelle versetzt werden, wo er keinen Schaden nach außen mehr anrichten kann.“ 

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.09.2020 um 01:03 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/preuners-bueroleiter-bernd-huber-aeussert-sich-nach-wirbel-um-e-mail-92896219

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