Jetzt Live
Startseite Stadt
"Autofahrer haben Vorrang"

Radlobby Salzburg ruft zu großer Demo auf

Bessere Bedingungen in Landeshauptstadt gefordert

SB, Radfahren, Frühling, Wetter, Salzburg Stadt APA/BARBARA GINDL
Die Stadt Salzburg soll fahrradfreundlicher werden. (SYMBOLBILD)

Die Radlobby Salzburg hat für Samstag zu einer Fahrraddemonstration in der Landeshauptstadt aufgerufen. Obwohl sich Salzburg gerne als "Radlerhauptstadt" bezeichne, sei die aktuelle Verkehrspolitik alles andere als fahrradfreundlich, kritisieren die Initiatoren.

Salzburg

"Die Bedürfnisse der Autofahrer haben Vorrang - Radfahrer und Fußgänger müssen kämpfen", sagte Radlobby-Obmann Bernhard Kreuzer im APA-Gespräch.

 

Radverkehrs-Anteil in Landeshauptstadt soll steigen

"Es gibt zwar die an sich gute Radverkehrsstrategie 2025, die Umsetzung läuft aber mehr als schleppend. Und man könnte das darin formulierte Ziel, den Radverkehrsanteil von 20 auf 24 Prozent zu erhöhen, deutlich ambitionierter setzen." Das kleine und flache Salzburg biete ideale Voraussetzungen für eine lebenswerte Stadt mit einem hohen Radverkehrsanteil - und damit weniger Lärm, Staus und Abgase.

Radlobby kritisiert Salzburgs Weg

Derzeit würden allerdings vor allem Einzelmaßnahmen umgesetzt. "Eine Gesamtverkehrsstrategie, die Radfahren, Zufußgehen und den Öffentlichen Personennahverkehr in den Vordergrund stellt, fehlt", kritisierte Kreuzer. Besonders das von der Stadt-ÖVP vorangetriebene Aus für die Radverkehrskoordination sieht der Radlobby-Obmann als den falschen Weg. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) plant, die Anfang der 1990er-Jahre eingerichtete Stelle, die abteilungsübergreifend alle Belange des Radverkehrs koordiniert, zu streichen. Radinfrastrukturprojekte würden ihm zu lange dauern, so der Stadtchef.

 

Ein Argument, dass Kreuzer nicht teilen will. "Es bräuchte viel mehr eine klare Aufwertung des Radkoordinators: ressortübergreifend, mit zusätzlichen Schwerpunkten und gerne auch mit Weisungsbefugnis oder Vetorechten. Die Arbeitsabläufe gehören so geregelt, dass der Radverkehr von der Verkehrspolitik automatisch eingebunden wird." Dann würden auch gravierende Planungsfehler der Vergangenheit angehören. So sei bei der Ende 2018 eröffneten Eichgrabenbrücke über die Bahngleise zwischen den Stadtteilen Parsch und Gnigl auf die Radfahrer vergessen worden. Und auch der neue Kreisverkehr am Rot-Kreuz-Parkplatz biete für Fahrradfahrer eine äußert unzufriedenstellende Lösung.

Demo soll für Aufmerksamkeit sorgen

Start der Demo ist am Samstag um 14.00 Uhr vor dem Schloss Mirabell. Die Kundgebung beginnt mit Redebeiträgen und setzt sich um ca. 14.30 Uhr in Bewegung. Die Route führt quer durch die Stadt. Dabei werden markante Punkte vergessener Radinfrastruktur der letzten Jahre abgefahren.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 17.05.2022 um 03:58 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/radlobby-salzburg-demonstriert-fuer-bessere-bedingungen-109280008

Kommentare

Mehr zum Thema